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Auf der Kiesfläche am Mollsee im Westpark wollen die Freunde Julian Hahn (l.) und Florian Jund im August ein mobiles Seecafé eröffnen.

Seecafé soll im August eröffnen

Neu im Westpark: Kaffee und Kuchen aus altem Anhänger

München - Julian Hahn will im Westpark ein mobiles Seecafé betreiben. Das „Gans am Wasser“ soll Anfang August eröffnen.

Eigentlich wollte Julian Hahn Medizin studieren. Eine Ausbildung zum Rettungsassistenten hatte der 23-Jährige schon abgeschlossen. Nebenher unterstützte er seinen Bruder Daniel beim Organisieren kultureller Veranstaltungen für den Verein Wannda e.V., der etwa den Märchenbazar, den Christkindlmarkt im Viehhof, organisiert. Jetzt hat der junge Mann aus Sendling-Westpark ein eigenes Projekt auf die Beine gestellt. Unter dem Namen „Gans am Wasser“ will er ein mobiles Café im Westpark eröffnen. An der Stelle, wo früher einmal das alte Seecafé stand. Anfang August soll die Eröffnung sein.

Schon als Kind hat Julian Hahn sich gerne im Westpark aufgehalten, ist Schlittschuh gefahren oder spazieren gegangen. Auch das alte Seecafé kennt er aus Kindertagen. Auf der Kiesfläche am Mollsee sieht er Potenzial, etwas Neues aufzuziehen. Seitdem 2013 das marode Gebäude des alten Seecafés abgerissen wurde, hatten Bürger immer wieder den Wunsch geäußert, dort ein neues Café zu errichten. Doch die Suche nach einem geeigneten Nachfolger gestaltete sich schwierig. „Die Konditionen der Stadt sind möglicherweise zu hoch gewesen“, spekuliert Julian Hahn. Nicht nur, dass der Betreiber den Aufbau des Gebäudes selbst hätte finanzieren müssen, das Café sollte auch noch ganzjährig geöffnet haben. Eine Investition die sich schon alleine aufgrund der Lage nicht rentiert.

Nachdem Anfang dieses Jahres auch der letzte Bewerber abgesprungen war, schwanden die Hoffnungen, für die Sommersaison einen geeigneten Nachfolger zu finden. Die Stadtviertelpolitiker im Bezirksausschuss (BA) Sendling-Westpark wollten verhindern, dass die Kiesfläche am Nordwestufer des Sees auch in diesem Jahr brach liegt. Nach einem Antrag der SPD-Fraktion forderte das Gremium eine „adäquate Zwischennutzung“. Die Wahl des Kommunalreferats fiel schließlich auf Julian Hahn.

Im Bereich der mobilen Essengastronomie und im Organisieren von Veranstaltungen ist der junge Mann schon ein alter Hase. „Seit vier Jahren habe ich nichts anderes gemacht“, erzählt der 23-Jährige. Unterstützung erhält er von seinen Wannda-Kollegen, seinem drei Jahre älteren Bruder Daniel und Florian Jund, einem Kindergartenfreund, der mit ihm gemeinsam den Betrieb leiten wird.

Modemacherin Emine Capartas, Mitgründerin des Wannda-Vereins, wird etwa mit bunten Stofflampions für die passende Dekoration sorgen. „In der Dämmerung sieht das schön aus“, weiß Hahn. Als Café dient ein alter Anhänger, Baujahr 1969, „den wir selbst umgebaut haben“. Das alte Mobiliar mit Retro-Charme kommt aus Hausauflösungen und vom Sperrmüll, erzählt der 23-Jährige. Mit kleinen Tischen aus Weinkisten und selbstgebauten Sitzen aus alten Badewannen will er auf der 40 Quadratmeter großen Freischankfläche eine gemütliche Atmosphäre kreieren.

Wegen der idyllischen Lage und preiswerten Angeboten war das ehemalige Seecafé bei Jung und Alt als Treffpunkt beliebt. Wenn es nach dem neuen Betreiber geht, soll das jetzt wieder so werden. „Die Zielgruppe ist breit gefächert“, sagt er.

Neben Kaffee und Kuchen soll es Panini, Kugeleis, frisch gepresste Säfte und seine „legendären selbstgemachten Pommes“ geben. Dabei setzt der frischgebackene Café-Betreiber auf regionale Produkte. Der Kuchen stammt vom Café Kubitschek aus dem Münchner Westend, die Kartoffeln liefert ein Freisinger Bauer.

Die Öffnungszeiten sollen werktags von 11 Uhr bis 21 Uhr sein, am Wochenende bis 22 Uhr. Nur bei Dauerregen bleibt der Gastronomiebetrieb geschlossen. Zunächst soll das Café bis Ende des Jahres dort stehen. Wenn die Kooperation gut läuft, möchte Julian Hahn den Vertrag verlängern. „Vielleicht“, so hofft er, „auch mit einem kleinen kulturellen Angebot, wenn das erlaubt wird.“

Christina Seipel

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