Der Kandler-Wirt aus dem Fernsehen (Kandlerwirt)

Oberbiberg - Heute bereiten die Kandlers in Oberbiberg bei München einen typisch bayerischen Schweinsbraten zu.

Die Kandler-Wirtschaft kennt jeder. Ohne je in Oberbiberg gewesen zu sein, einem 300-Seelen-Dorf exakt 18 Kilometer südlich vom Münchner Stadtkern gelegen. Denn das Gasthaus ist seit Jahrzehnten ein beliebter Drehort für Filme und Serien.

Zwölf Jahre kam Christian Wolff als der "Förster von Falkenau" in die Wirtsstube, um sein Feierabendbier zu trinken. Allerdings heißt die Wirtschaft in der Fernsehserie "Zum Ochsen".

Pumuckl hat zwischen den blankgescheuerten Tischen auch so manches Mal herumgespukt, "Der Alte" ermittelte hier mehrmals. Selbst Heinz Rühmann und Gert Fröbe waren schon mal hier. Das war 1958 - für die Verfilmung von Friedrich Dürrenmatts "Es geschah am hellichten Tag".

Zuletzt drehte Marcus H. Rosenmüller in Oberbiberg sein "Wer früher stirbt, ist länger tot". Bei Rosenmüller hieß das Gasthaus sogar wie im richtigen Leben: einfach "Kandler". Wer diesen Film gesehen hat, kennt sich bei den Kandlers aus - für den Publikumserfolg vom vergangenen Jahr hat das Filmteam in Stube und Küche kaum etwas verändert: Das grün-weiße Geschirr hängt in der Küche über dem Ofen, in der Stube befindet sich der Stammtisch vorm grünen Kachelofen, selbst die unzähligen Suppenschöpfer durften als Requisiten bleiben.

Seit 1918 ist der Bauernhof mit Wirtschaft in Besitz der Familie Kandler. "Seitdem hat sich hier nichts verändert", sagt Michael Kandler über seine oberbayerische Wirtshausidylle. Die Kandlers, das sind die Geschwister Katharina und Michael Kandler sowie dessen Ehefrau Leonore, die eigentlich Cellistin im Symphonieorchester ist.

Die Geschwister haben das Anwesen nach dem Tod der Mutter 1992 übernommen. Zum Gasthaus gehört eine Landwirtschaft mit 30 Milchkühen und sechs Hektar Land. Deshalb sperrt die Familie ihren Gasthof auch nur sonntags auf - "mehr schaffen wir einfach nicht", sagt Michael Kandler.

Wie es sich für ein oberbayerisches Wirtshaus gehört, beginnt der Sonntag mit einem Frühschoppen, Mittagessen gibt's ab 12 Uhr.

Ein Schweinsbraten mit Kartoffelknödel und gemischten Salat (6,50 Euro) steht immer auf der Tageskarte. Den schiebt Katharina Kandler bereits morgens um 8 Uhr ins Rohr. Denn sie ist überzeugt: "Ein richtig guter Schweinsbraten braucht viel Zeit." Brutzelt er doch bei nicht zu hoher Hitze vor sich hin. Obwohl Katharina Kandler ein ausgesprochener Asien-Fan ist, kocht sie nur bayerische Klassiker wie Ente (8,50 Euro), Lammbraten (9,50 Euro) oder Reiberdatschi (4,30 Euro). Steht Kalb auf der Karte, ist es garantiert aus dem Stall der Kandlers.

Leonore Kandler bedient in der Stube und im Wirtsgarten. Die gebürtige Österreicherin kam der Liebe wegen nach Oberbiberg und hat den Cellobogen deswegen an den Nagel gehängt. Nur manchmal trifft sie sich noch mit Freunden zum Musizieren in der Wirtsstube.

Immer mal wieder haben die Leute vom Film den Kandlers kleine Statisten-Rollen angeboten. Doch die wollten nicht. "Das ist nichts für uns", sagt Michael Kandler. Und fügt hinzu: "Die ganze Zeit muss man rumsitzen, muss das Gleiche bis zu 20 Mal hintereinander sagen und am Ende wird die Szene noch rausgeschnitten."

Nur der Vater, Michael Kandler, stand in den 1970er-Jahren mit Gustl Bayrhammer vor der Kamera. Was er spielen musste? "Einen Schankkellner, das konnte er schließlich am besten", sagt sein Sohn, grinst und nimmt einen großen Schluck Bier.

Kandlerwirt

Adresse:

Kirchplatz 1 in Oberbiberg. Telefonnummer (089) 6 13 16 02.

Hinkommen:

von Richtung München auf der A 995, Anschluss Oberhaching, weiter auf der Landstraße Richtung Grünwald. An der Ortseinfahrt von Oberhaching in die Dietramszeller Straße einbiegen, nach 100 Meter am Kirchplatz einbiegen.

Öffnungszeiten:

nur sonntags! Die Kandlers sperren zum Frühschoppen auf. Ab 12 Uhr gibt's Mittagessen sowie hausgemachten Kaffee und Kuchen. Gastbetrieb bis circa 15 Uhr. Im Sommer länger. Reservierung ratsam.

Sonstiges:

offene Holzkegelbahn aus dem Jahr 1905.

>>> Schweinsbraten: ein bayerischer Klassiker

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