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Ein Korb voller Pilze: Sammler nehmen am besten nur eindeutig essbare Exemplare mit nach Hause. Foto: Patrick Pleul

Kein Risiko eingehen: Unbekannte Pilze separat aufheben

Berlin (dpa/tmn) - Pilzsammler strömen jetzt wieder in die Wälder. Wer sich auskennt, wird giftige Exemplare gar nicht erst mitnehmen. Wer aber einen Pilz erst zu Hause näher bestimmen will, sollte ihn sicherheitshalber getrennt von den anderen transportieren.

Nehmen Pilzsammler eine unbekannte Art zum näheren Bestimmen mit nach Hause, sollten sie diese von den ihnen bekannten essbaren Pilzen getrennt transportieren und aufbewahren. Darauf weisen die Experten des Botanischen Gartens Berlin-Dahlem hin. Sonst kann zum Beispiel ein tödlich-giftiger Grüner Knollenblätterpilz Sporen abwerfen und die eigentlich genießbaren Pilze zu Giftpilzen machen. Auch von abgebrochenen Stücken des Giftpilz-Fruchtkörpers geht diese Gefahr aus.

Auf Nummer sicher geht nur, wer essbare Pilze eindeutig erkennen kann. Weder Schneckenfraß noch Madengänge deuten darauf hin, dass ein Pilz ungiftig ist. Und auch ein anlaufender Silberlöffel oder eine mitgekochte Zwiebel sind keine guten ratgeber, warnen die Fachleute.

Beim Sammeln ist zudem nicht nur in Bezug auf das sichere Erkennen essbarer Pilze Vorsicht angesagt. Die Experten empfehlen, den Pilz mit einem Messer vorsichtig aus dem Boden zu heben oder abzuschneiden, ohne das Erdreich stark durcheinanderzubringen. Sonst könnte das unterirdische Pilzgeflecht Schaden nehmen. Damit dieses kein Licht abbekommt, müssen bei der Ernte entstandene Löcher wieder verschlossen werden.

Wer bekannte Speisepilze gefunden hat, säubert sie am besten bereits im Wald. Später lassen sie sich kaum von Sand befreien, wenn dieser etwa in die Lamellen unter dem Hut geraten ist. Auch Stellen, die von Maden durchzogen sind, sollten vor Ort entfernt werden. Transportiert werden Pilze am besten möglichst luftig in Körben, weil sich sonst ihr Eiweiß schnell zersetzt und sie ungenießbar werden.

Weitere Informationen zum Pilzesammeln

In bestimmten Gebieten gilt in Deutschland ein Sammelverbot für Pilze. Dazu zählen öffentliche Parks, Naturschutzgebiete, eingezäunte Waldflächen und Flächen, auf denen Holz geschlagen wird. Darauf weist die Arbeitsgemeinschaft Deutscher Waldbesitzerverbände - Die Waldeigentümer (AGDW) hin. Auch in Nationalparks kann es in bestimmten Bereichen verboten sein.

Grundsätzlich sollten Pilzsucher sich vorher bei den zuständigen Kommunen über erlaubte Sammelmengen informieren, denn auch dabei gibt es Beschränkungen. Geschützte Arten etwa dürfen nur in kleinem Umfang für den Eigenbedarf gepflückt werden. Wer diese Mengen überschreitet, begeht nach Angaben der AGDW Pilzdiebstahl und riskiert ein Bußgeld von bis zu 5000 Euro.

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