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Gastronomin Sandra Forster an der Bar ihres neuen Lokals Kismet. Das Restaurant befindet sich unten.

Neues Restaurant in der Innenstadt

Speisen im Smaragd-Saal

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München - In den Räumen der ehemaligen Konditorei Segl in der Löwengrube hat Gastronomin Sandra Forster das orientalische Restaurant Kismet eröffnet.

Der hohe Raum im hinteren Teil des Gebäudes war früher nur für Mitarbeiter zugänglich. Hier rumorten jahrzehntelang die Teigmaschinen, der Bäcker tauchte Stangen in Lauge und briet Krapfen in Öl. Als Lebensmittelkontrolleure jedoch starke Verunreinigungen feststellten, musste die Traditionskonditorei Segl in der Löwengrube nach mehr als 120 Jahren schließen. Die ehemalige Backstube ist seit Dezember der Speisesaal und damit das Herzstück des orientalischen Restaurants „Kismet“.

Betreiberin Sandra Forster und ihre vier Kompagnons haben das Potenzial des Raumes erkannt und ein echtes Juwel daraus gemacht. Einen geschliffenen Smaragd, wenn man so will. Betritt man das Lokal unweit der Frauenkirche, mutet der Vorraum noch wenig exotisch an. Erst wenn man den schmalen Gang zwischen Küche und Toiletten durchquert hat, eröffnet sich die Pracht des Speiseraumes wie eine Schatzkammer, die von außen nicht einsehbar ist. Die alten Kacheln der Backstube wurden mit satter smaragdgrüner Farbe überpinselt. Durch die hohe Decke und das Oberlicht erhält der Raum einen besonderen Charme, irgendwo zwischen Gewächshaus und Schwimmbad – nur in gemütlich. Auf dem Boden wurden Holzdielen verlegt, die Stühle der Konditorei sind sandgestrahlt und neu bezogen. Viele Kerzen verleihen dem Raum zusätzlichen Glanz.

In diesem ungewöhnlichen Ambiente servieren die Kellner orientalische Gerichte. „Orientalisch“ ist natürlich ein weiter Begriff. Betreiberin Sandra Forster liebt libanesisches Essen. „Aber wir sind breit gefächert und nicht auf ein Land spezialisiert“, sagt sie. Neben „Gözlem“, türkischem Fladenbrot, finden sich auch „Tajin“, marokkanische Schmorgerichte aus dem Lehmtopf (15,50 bis 17,50 Euro), auf der Karte. Zu den „Mezze“, den Vorspeisen, zählen ein Rote-Bete-Mousse mit Ziegenfrischkäse (5,50 Euro) und ein Brotsalat mit roten Zwiebeln und Kräutern (7,50 Euro). Auffällig ist, dass alle Gerichte vegetarisch sind. Das will Forster jedoch nicht groß betonen. „Es ist doch heutzutage normal, dass man auf Fleisch verzichtet“, findet die umtriebige Gastronomin, die auch schon ein veganes Kochbuch herausgebracht hat.

In München ist die 40-Jährige mit der Ponyfrisur und dem Goldzahn keine Unbekannte: Sie führt das vietnamesische Restaurant „Charlie“ in Untergiesing, den „Kong“-Club am Hauptbahnhof und das Ausbildungs-Restaurant „Roecklplatz“ im Dreimühlenviertel. Ihre Bar „Zappeforster“, die 2012 schloss, ist heute noch Vielen ein Begriff. Nun also ein orientalisches Restaurant.

„Die Idee dafür war schon lange in meinem Kopf“, sagt Forster. Kismet ist das arabische Wort für „Schicksal“. Das habe aber keinen tieferen Sinn – „hört sich halt schön an.“ Der geschwungene Schriftzug, der grün über dem Eingang leuchtet, erinnert an arabische Schrift. Die Visitenkarte des Lokals ist wie die „Hand der Fatima“ geformt, ein Schutzsymbol im arabischen Raum. Bei der Einrichtung erinnern jedoch nur die kräftigen Aquatöne der Wände und Kissen an den Orient. „Es sollte nicht so opulent und kitschig sein“, sagt Forster.

Nach dem Essen müssen die Gäste im Kismet nicht nach Hause gehen: Die Wendeltreppe im Vorraum führt zur Bar im ersten Stock mit Blick auf das gegenüberliegende Polizeipräsidium. Auch die Drinks sind orientalisch angehaucht. Aus dem Trend-Cocktail „Moscow Mule“ wird hier der „Marrakesch Mule“ mit Ayurveda-Gin, Ingwerbier, Kardamom und Zimt (10,50 Euro). Randalieren nach übermäßigem Alkoholkonsum sollte man sich generell verkneifen, im Kismet aber ganz besonders. Das Polizeipräsidium gegenüber hat schließlich auch Zellen.

Das Restaurant Kismet 

in der Löwengrube 10 hat Dienstag bis Samstag von 18 Uhr bis 0 Uhr geöffnet, die Bar im Obergeschoss von 20 bis 2 Uhr. Reservierungen unter Telefon 089/ 22 03 52.

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