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Der Frühling hat in der Küche von Jutta Senftl bereits Einzug gehalten: Die Hühner- Bäuerin aus Aich bei Moosburg bereitet heute Hühnerschlägel mit Paprikagemüse zu. „Ein schnelles Ofengericht“, sagt die 51-Jährige.

Mein Küchengeheimnis

Ei, Ei: Der Frühling kann kommen

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Jutta Senftl (51) aus Moosburg (Landkreis Freising) kocht mit Eiern und Hähnchen. „Das schmeckt garantiert nach Frühling.“

Dass Jutta Senftl gerne dekoriert, braucht sie gar nicht zu erwähnen. Man sieht es sofort, wenn man ihre geräumige Bauernküche auf einem Einödhof bei Moosburg, Ortsteil Aich, betritt: Antike Küchenwaagen neben den ersten Ostereiern, jede Menge Kissen auf der Eckbank drapiert. Ein rot-weißer Ton dominiert. Einfach gemütlich.

Auch auf dem Teller dekoriert Jutta Senftl gern, ihr „Bauer sucht Ei“-Salat, wie die 51-Jährige ihre Vorspeise nennt, macht einfach was her: Damit könnte sie auch beim Oster-Brunch mit der Familie mächtig Eindruck schinden. Der Grund: Die mit Rote-Bete-Saft gefärbten Eier (nicht die Schale!) heben sich hervorragend vom grünen Salat und der dottergelben Eigelbmasse ab. Das sieht nicht nur toll aus – es schmeckt auch, wie sich später zeigen wird. Dass Jutta Senftl heute den größten Teil ihrer Zeit in der Küche steht, ist relativ neu – „obwohl ich zunächst eine Ausbildung zur Hauswirtschafterin machte“, wie sie erzählt. Die Eltern meinten, „das könne nie schaden“. Allerdings lernte Jutta Senftl im städtischen Bereich, an Landwirtschaft hat damals noch niemand gedacht. Als junge Frau hat Jutta Seifert nicht gerne gekocht, „mir war das ganze Thema regelrecht fremd und suspekt“.

Daher arbeitete die junge Frau auch nicht als städtische Hauswirtschafterin, sondern setzte die Ausbildung zur Krankenpflegerin drauf. 30 Jahre arbeitete die Moosburgerin in ihrem Beruf, zuletzt in der fahrenden Ambulanz – auch nachdem sie ihren Mann Reinhard, einen Landwirt, geheiratet hatte. „Ambulante Krankenpflege ist Stress pur für wenig Geld“, wie sie rückblickend sagt. Als dann auch noch Schwierigkeiten mit dem Rücken hinzukamen, hängte die Moosburgerin den Beruf an den Nagel.

In der Bauernküche: Jutta und Reinhold Senftl haben Merkur-Redakteurin Stephanie Ebner (r.) zu Gast.

„Ich habe mit 48 Jahren noch einmal voll durchgestartet“, sagt Jutta Senftl stolz. Die Senftls bauten ihren Milchviehbetrieb um und setzen seit drei Jahren auf Eier und hausgemachte Produkte. In ihrem Hofladen, der freitags von 13 bis 18 Uhr geöffnet hat, gibt’s nicht nur Eier von glücklichen Hühnern, sondern auch hausgemachte Produkte wie Marmeladen und Liköre sowie gefilzte Pantoffeln und Taschen. Da kommt wieder Jutta Senftls Liebe zum Gestalten durch. „Das mache ich abends auf der Kachelofen-Bank.“ Den Hühnerstall haben Ehemann Reinhold (51) und Sohn Johannes (24) selbst gebaut. Hier haben die Hühner Auslauf und können raus an die frische Luft, das Futter ist genfrei. Zwangsläufig dreht sich bei den Senftls alles ums Thema Huhn. Auch in der Küche. „Das steht regelmäßig auf dem Speiseplan“, sagt die Landfrau, immer wieder anders variiert. Heute schiebt die Moosburgerin die Hähnchenkeulen mit Paprikagemüse ins Rohr. Ein einfaches Gericht, das sich fast von selbst mache – wichtig in den Zeiten vor Ostern. Auf dem Hühnerhof herrscht derzeit Hochbetrieb. Denn jetzt wollen alle frische Eier haben, da könne es schon mal eng werden. „Die Hühner legen auch nicht mehr Eier, nur weil Ostern vor der Tür steht,“ sagt Jutta Senftl lachend.

Apropos frische Eier: Wer die bunte Schale seiner hartgekochten Eier beim Osterfrühstück gut schälen möchte, sollte nicht zu frische Eier färben, rät die Eier-Fachfrau. „Die Eier sollten gut eine Woche alt sein.“ Jutta Senftl erklärt weiter: „Ein frisch gelegtes Ei braucht drei bis vier Tage, um sich geschmacklich zu entfalten.“

28 Tage ist ein Ei haltbar, am besten wird es im Keller oder einem kühlen Raum gelagert. Das sei besser, als sie im Kühlschrank aufzubewahren. Nur der Eierlikör gehört in den Kühlschrank und sollte nur mit ganz frischen Eiern zubereitet werden. Er ist auch nicht so lange haltbar. Aber da muss man sich keine Sorgen machen. Der hält bestimmt nicht lange, weil er so gut schmeckt.

Nicht nur das Gelbe vom Ei schmeckt im Frühling

Vorspeise: „Bauer trifft Ei“ 

8 hartgekochte Eier
0,5 Liter Rote-Bete-Saft

für die Walnusskruste (kann man gut auch bereits am Vortag oder länger zubereiten): 

1 Eiweiß
2 TL Paprika edelsüß
1 TL Cayenne Pfeffer
3 TL Wasser eine Mischung aus Thymian, Oregano und Basilikum (getrocknet)
100 g geschälte Walnüsse
2 bis 3 EL Mayonnaise
1-2 EL Senf
Salz und Pfeffer Salat (Jutta Senftl nimmt Postelein-Salat)

für Salat-Dressing eventuell Balsamico-Creme eventuell Schnittlauch 

Zubereitung: 

1. Am besten am Vortag: Das Eiweiß steif schlagen, mit den Gewürzen mischen und etwas Wasser untermischen. Dann die geschälten Walnüsse mit dem gewürzten Eiweiß mischen und das Ganze auf ein Blech geben. Bei 150 Grad etwas zwölf Minuten im Rohr backen. Die Walnüsse auskühlen lassen.

2. Die hartgekochten Eier schälen. Den Rote-Bete-Saft in eine Schüssel geben. Zwei Eier ohne Schale circa 30 Minuten in den Saft legen. Dieser färbt die Außenschicht der Eier.

3. Den Salat waschen und trocken schleudern. Auf einer Platte anrichten. Dann die restlichen Eier schälen und halbieren. Vorsichtig das Eigelb herauslösen. Diese mit der Mayonnaise, Senf sowie Salz und Pfeffer zu einer cremigen Masse mixen. Die Eiermasse wieder auf das gekochte Eiweiß setzen. Die gefüllten Eier sowie die halbierten Rote-Bete-Eier auf den Salat geben. Mit den Walnusskernen bestreuen und das Dressing über den Salat geben.

4. Eventuell etwas Balsamico-Creme sowie kleine Schnittlauch-Röllchen darüber geben. Mit Brot servieren.

Hähnchenkeule auf Paprikagemüse (vier Personen) 

6 Salbeiblätter
50 g weiche Butter
1 EL geriebene Zitronenschale (bio)
1 EL Semmelbrösel Salz
Pfeffer
4 Hähnchenkeulen
4 bunte Paprika
3 rote Zwiebeln
2 Lorbeerblätter
100 ml Weißwein oder Apfelsaft
100 ml Brühe
Petersilie

Zubereitung:

1. Die Hähnchenkeulen waschen, trockentupfen und in eine gefettete feuerfeste Form legen. Mit einem Holzkochlöffel vorsichtig die Haut von den Schenkeln lösen.

2. Aus den Semmelbröseln, der weichen Butter, der Zitronenschale und den gehackten Salbeiblättern sowie etwas Salz und Pfeffer eine Masse herstellen. Diese unter die Hähnchenhaut geben (dazu arbeitet man am besten mit Einmalhandschuhen). Die Hähnchenhaut festdrücken und wieder einkleiden. Dann die Schenkel für 30 Minuten bei 180 Grad Umluft in den Ofen geben.

3. In der Zwischenzeit die Paprika waschen, entkernen und in große Stücke schneiden. Die Zwiebeln schälen und achteln und mit den Paprikastücken mischen.

4. Nach 30 Minuten die Hähnchenkeulen aus dem Ofen holen, mit dem Pinsel den Bratensatz lockern. Das Gemüse zusammen mit den Lorbeerblättern auf dem Blech verteilen. Nicht die Keulen bedecken, diese sollen im Rohr knusprig werden. Mit Wein und Brühe aufgießen. Das Ganze weitere 20 Minuten in den Ofen geben. Fertig. Die Keulen sollten dann knusprig braun sein.

Dazu passt: Baguette, Reis oder Kartoffeln.

Als Degestif: Eierlikör

5 Eigelb
250 g Puderzucker, gesiebt
1 Päckchen Bourbon-Vanille-Zucker
500 ml Sahne
300 ml Doppelkorn

Zubereitung:

1. Die Eigelb mit dem Puderzucker mindestens 15 Minuten zu einer schaumigen Masse schlagen.

2. Sahne und Doppelkorn untermischen. Den Likör in Flaschen abfüllen.

Tipp: Der Likör ist zehn Tage im Kühlschrank haltbar.

Mein Küchengeheimnis

Haben auch Sie ein Rezept, das Sie uns gerne vorstellen wollen? Dann schicken Sie uns unter gastro@merkur.de eine Mail.

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