Köstliche Schnapsidee zu Ostern

Kranzberg - Zu Ostern bereitet Elisabeth Engler (51) aus Kranzberg Eierlikör zu. Sie sagt: „Eierlikör selber zu machen, ist gar nicht schwer.“ Die Hobbyköchin verspricht: „Der Likör schmeckt himmlisch.“ Selbst Veganer müssen zu den Feiertagen auf so eine Köstlichkeit nicht verzichten.

„Ich mag die Abwechslung.“ Ein schlichter Satz, der bei Elisabeth Engler voll zutrifft. Immer wieder krempelt die heute 51-Jährige ihr Leben um, wenn es die Umstände erfordern. So ergriff die gebürtige Schwabingerin zunächst den Beruf der Beamtin im Versorgungsamt München. „Meine beiden Eltern waren schon Beamte, da lag es nahe, auch in diese Richtung zu gehen.“ Sie wurde in ihrem Beruf nicht glücklich - „das entsprach ganz und gar nicht meinem Naturell“.

Zusammen mit ihrem Mann Karl-Heinz eröffnete Elisabeth Engler daraufhin eine Buchhandlung. Ihre Begründung: „Ich habe schon als Kind gerne gelesen.“ Doch in ihrer Buchhandlung ging es nicht um Belletristik. „Wir waren in der Nähe der Fachhochschule in der Lothstraße in München. Da waren hauptsächlich technische Bücher gefragt.“ Außerdem standen die Englers abends am Kopierer für die Uniskripte.

Auch das ist mittlerweile Vergangenheit. „Ich bin ständig hungrig nach Neuem.“ Als sie durch Zufall gebeten wurde, an einem Buch mitzuwirken, sattelte die Mutter von mittlerweile zwei erwachsenen Kindern nochmal um. „Ich gründete kurzerhand meinen eigenen Verlag.“ Rund 25 Bücher hat die Verlegerin seither veröffentlicht. Auf Hundebücher („Ich bin ein großer Fan der Hunderasse Chihuahua. Wir haben selbst zwei.“) folgten Kochbücher. Zu ihren jüngsten Projekten gehört ein Likörbuch („Liköre!“ erschienen bei compbook starooks).

Klar, dass bei Elisabeth Engler auch Abwechslung in der Küche herrschen muss. „Ich probiere gerne aus“, sagt die wissbegierige Frau. Sie steht in ihrer kleinen Küche in Kranzberg. Überall befinden sich Gläschen mit Gewürzen, diverse Tinkturen und Öle sowie getrocknete Kräuter. Zur Zeit experimentiert die Hobbyköchin gerne mit Likören. Eierliköre sind zu Ostern ihr Favorit. Das Beste: „Ich habe sogar eine vegane Variante mit Chashewnüssen kreiert“ (siehe Rezeptkasten rechts).

Eierlikör war in den 1970er-Jahren ein absolutes Modegetränk, dann geriet er in Vergessenheit, galt als uncool. Derzeit erlebt das Getränk ein Revival, ist besonders als Mixgetränk beliebt. Pur trinkt man ihn als Digestif oder zum Café. Er eignet sich aber auch als Topping über Eis (nicht für Kinder!) oder als Tiramisu-Variante.

„Eierlikör ist gar nicht so schwer selbst herzustellen“, sagt Elisabeth Engler. Ganz wichtig ist, „penibel auf Sauberkeit zu achten, sonst kippt das Getränk“. Zudem müssen die Eier ganz frisch sein. „Sie sollten nicht länger als eine Woche alt sein.“ Dass man für Eierlikör nur die Eidotter verwendet, ist für die Hobbyköchin kein Problem. Ihr Tipp lautet: „Aus dem restlichen Eiweiß einfach Baisers selbst herstellen.“

Die Hobbyköchin weiß viel und gibt ihr Wissen auch gerne weiter. Als Dozentin an der Volkshochschule Freising beispielsweise. Am heutigen Freitag bietet sie einen Kurs mit Frühlingslikören an. Restplätze sind noch frei.

Elisabeth Engler hat ihre Eier beim Bauern um die Ecke geholt. „Die Vorteile des Landlebens“, sagt sie. Seit dem Tod der Eltern wohnt sie in einem Haus mit großem wilden Garten im Landkreis Freising. „Hier ist immer was zu tun.“ Weil sie und ihr Mann Karl-Heinz (55) mit der Arbeit gar nicht nachkommen, gibt es auch viele Wildpflanzen, die sich im Garten ausbreiten. Das Johanniskraut beispielsweise bildet nicht nur die Grundlage für ein Heilöl, sondern auch für einen Likör.

Ein Smoothie-Buch könnten das nächstes Projekt der Englers werden. „Wir trinken jeden Morgen einen, mit Kräutern aus dem Garten.“ Das versteht sich eh von selbst. Es gibt eigentlich nichts, was das Ehepaar nicht ausprobiert. „Das grüne Chlorophyll der Kräuter bringt Power“, sagen sie. Kraft für das nächste Projekt. Doch zunächst stoßen die Englers mit Eierlikör an. Der schmeckt - auch nach schönen Erinnerungen.

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