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Aus Äpfeln zaubert Stephanie Rinner ihre Lieblingsspeise: einen Apfelauflauf, wie ihn schon die Großmutter machte. Wir lieben dieses Gericht, sagt die 36-Jährige. Es schmeckt und geht schnell zuzubereiten. 

Mein Küchengeheimnis

„Der Apfelauflauf meiner Kindheit“

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Nicht nur Kinder lieben Mehlspeisen wie Pfannkuchen und Auflauf. Auch bei Erwachsenen stehen sie hoch im Kurs. Denn Mehlspeisen erinnern uns an die Kindheit, Ferien bei der Oma. Stephanie Rinner (36) aus München verrät uns den Klassiker ihrer Kindheit: ein Apfelauflauf.

Wer in Salzburg geboren und in Wien aufgewachsen ist, für den gehören Mehlspeisen zwangsläufig zum Leben. Österreich ist berühmt für seine Mehlspeisen, die Salzburger sind stolz auf ihre Nockerl und Stephanie Rinner auf ihren Apfelauflauf.

„Der schmeckt für mich nach Kindheit.“ Den Apfelauflauf liebt jeder in ihrer Familie. Egal, ob frisch aus dem Ofen als warmes Mittagessen, etwas abgekühlt zum Kaffee oder gar gut durchgekühlt am nächsten Tag als Frühstück. „Wir mögen den Apfelauflauf zu jeder Tages- und Nachtzeit.“

Der Apfelauflauf ist ein Ganztagesgericht. Deswegen bereitet ihn Stephanie Rinner auch nicht in einer Auflaufform zu, sondern in der Springform, das unterstreiche den „Multifunktions-Charakter“. Freilich könne man den Auflauf genauso gut auch in einer Auflaufform machen. In ihrer Familie habe die Großmutter immer zur Springform gegriffen. „Und das habe ich beibehalten.“

Stephanie Rinner liebt Süßspeisen, von der Oma hat sie die Liebe zum Backen geerbt. „Bei uns in der Familie herrscht am Herd noch die klassische Rollenverteilung. Die Frauen fürs süße, die Männer fürs Deftige.“ Das heißt aber nicht, dass die Frauen in der Familie am Herd stehen. „Ich stamme aus einem starken Frauenhaushalt.“

Die Frauen in ihrer Familie haben immer gearbeitet und ihren Lebensunterhalt verdient. „Deshalb hatte ich auch nie Bedenken, mich selbstständig zu machen. Mit Keksen.“ Sie sagt es mit einem selbstbewussten Grinsen. Nach der Matura mit integrierter Schneiderlehre absolvierte die heute 36-Jährige ein Exportstudium. Sie war lange in der Modebranche international unterwegs, bis sie vor vier Jahren an den Punkt kam: „Das will ich nicht mein ganzes Leben lang machen.“

Stephanie Rinner überlegte, was sie am besten kann, und machte ihre Leidenschaft Backen zum Beruf. Sie gründete das Unternehmen Keksdesign – „mein Startkapital war mein Auto. Ich habe bei null angefangen.“ Heute sagt sie voll Stolz, laufen die Backschule, die Food-PR und ihre Backbücher gut. In diesen Tagen kommt ihr mittlerweile viertes Buch auf den Markt (siehe Kasten rechts).

Sie vermittelt Spaß am Backen und hat selbst noch Spaß dabei.

Heiß geliebt: Der Apfelauflauf schmeckt am besten mit Vanillesauce. Heiß serviert oder abgekühlt zum Kaffee. 

Die 36-Jährige liebt es, ständig neue Sachen auszuprobieren. „Im Kühlschrank lagern eigentlich immer irgendwelche Teige.“ Nicht nur das Backen an sich bereitet ihr Freude. Dekoration wird bei ihr ganz groß geschrieben, da kommt die Modeschaffende in ihr durch. Kein Wunder, dass die Kollegen ihres Mannes mittlerweile ziemlich verwöhnt sind. Sie bekommen nämlich regelmäßig Kostproben ins Büro geliefert.

Die Wohnung in München ist gestylt und überwiegend in Weiß und Grautöne gehalten. Gestylt sind auch die Kuchen und Torten aus ihrer Küche. Ihr Motto: Aus wenig kann man ganz viel machen.

Die übrig gebliebenen Eiweiße verwandelt sie blitzschnell in kunterbunte Baisertupfer. Einfach schön anzuschauen. Und ganz nebenbei: Sie schmecken auch noch. So wie der Apfelauflauf auch.

Ein Hauch von Österreich mitten in München.

Das schmeckt nicht nur Kindern: Apfelauflauf mit Vanillesauce

Apfelauflauf mit Sauce

für den Auflauf (12 Stück)

1 kg Backäpfel

125 g Zucker

1100 g Butter

2 Eier (M)

500 g Magerquark

125 g Weichgrieß

1 Pkg. Puddingpulver Vanille

1 TL Backpulver

Salz

4 EL Milch

für die Vanillesauce:

100 g Zucker

500 ml Milch

6 Eigelb (M)

1 Vanilleschote

außerdem:  Springform (ca. 28 cm) oder Auflaufform Puderzucker zum Bestäuben

Zubereitung:

1. Die Zutaten bei Raumtemperatur lagern. Den Backofen auf 175 ˚C Ober-/Unterhitze vorheizen und den Rost auf der mittleren Schiene platzieren. Die Springform einfetten. Die Äpfel schälen und in kleine Würfel schneiden. 

2. Für den Teig Zucker und Butter cremig rühren. Die Eier einzeln unterrühren und anschließend alle weiteren Zutaten zugeben. Die gewürfelten Äpfel unterheben und den Teig in die Springform geben. Den Auflauf ca. 45 Minuten backen.

3. In der Zwischenzeit die Vanillesauce zubereiten. Die Vanilleschote aufschneiden und zusammen mit dem Mark in der Milch aufkochen. Das Eigelb mit Zucker in einem Topf cremig rühren. Die Vanilleschote aus der Milch fischen und die kochende Milch langsam unter die Zucker- Eigelb-Masse gießen. Den Topf erhitzen und mit einem Schneebesen immer weiter rühren, bis die Saucee eindickt (nicht kochen lassen).

Tipps: - Der Auflauf schmeckt direkt aus dem Ofen als Mittagessen wie auch lauwarm zum Kaffee sehr fein. Zum Servieren mit Puderzucker bestäuben. 

- Im Kühlschrank lagern.

- Aus dem übrig gebliebenen Eiweiß kann man Baiser herstellen.

Kaffeerunde mit Apfelauflauf: Stephanie Rinner mit Merkur-Redakteurin Stephanie Ebner (l.).

Zutaten Baiser (ca. 80 Stück):

6 Eiweiß (von der Vanillesauce)

Salz

360 g Zucker

eventuell: Gelfarben zum Einfärben

außerdem: Spritzbeutel, Sterntüllen oder Lochtülle. Backpapier

Zubereitung:

1. Den Backofen auf 100 ˚C Umluft vorheizen und drei Backbleche mit Backpapier vorbereiten. Sind nicht genügend Backbleche verfügbar, das Rezept auf drei Mal frisch zubereiten.

2. Das Eiweiß mit drei Prisen Salz steif schlagen und zum Ende hin langsam den Zucker zugeben.

3. Wenn mit Farben gearbeitet werden soll: Die Baiser-Masse in drei Schüsseln aufteilen und einfärben. Für einen tollen Farbeffekt zwei Farben in einen Spritzbeutel mischen.

4. Mit dem Spritzbeutel beliebig große und kleine Tupfen auf das Backpapier spritzen und die Baisermasse 2 Stunden im Backofen trocknen lassen. Mit Umluft können mehrere Backbleche gleichzeitig in den Ofen.

5. Die Baisertupfen in einer luftdichten Dose

lagern. 

TIPP: Für einen steifen Eischnee die Schüssel vorab mit weißem Essig auswischen.

Mein Küchengeheimnis

Haben auch Sie ein Rezept aus Kindertagen? Mit dem die Großmutter Sie in den Ferien verwöhnte? Dann verraten Sie es uns doch bitte. Sie erreichen uns per Mail unter Gastro@merkur.de.

Wir freuen uns auf eine Küchenplauderei mit Ihnen.

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