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Abhängen an der Kupfer-Theke: Betreiber Moritz Meyn (li.) und Barchef Manuel Pinciroli im „Kopper“ in der Maxvorstadt.

Schlicht und schillernd

Die kupferne Bar: Das "Kopper" in der Maxvorstadt

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Das "Kopper" von Moritz Meyn in der Maxvorstadt kommt recht schlicht und gediegen daher – umso mehr sollen die Drinks schillern.

Moritz Meyn stellt seinen Gästen gerne ein Rätsel. Ob sie wissen, was es mit dem Bild in der Bar auf sich hat. „CU29“ ist in schwungvoller Schrift darauf zu lesen. Wer in der Schule im Chemieunterricht aufgepasst hat, kann jetzt punkten.

Das Periodensystem der Elemente, diese Tabelle mit den vielen bunten Kästchen, birgt die Lösung. Unter der Ordnungszahl 29 findet man das Symbol Cu, es steht für: Kupfer.

Das chemische Element diente dem 31-jährigen Frankfurter als Inspiration für seine Bar „Kopper“ (engl. für Kupfer) in der Maxvorstadt, und zwar nicht nur beim Namen. Das Herzstück des Lokals im neuen Theresienhof ist die Theke aus eben jenem lachsrosafarbenen Halbedelmetall – sechs Meter lang, maßgefertigt. Ebenso wie die Wandverkleidung mit schwarzem Naturstein aus Brasilien.

Damit die Einrichtung nicht gar zu gediegen daherkommt, hat Meyn im Rest des Raumes einem Street-Art-Künstler freie Hand gelassen. Mit Spraydosen hat Stohead aus Berlin die Wände verziert. „Kopper Kopper Kopper“ steht da beinahe unendlich oft geschrieben.

Die Drinks kommen ebenso wie das Interieur recht schlicht daher – zumindest, was den Namen betrifft. Sie sind nach ihrer Hauptzutat benannt. Das liest sich auf der Karte dann so: „Karotte“, „Pistazie“, „Pinie“, „Rote Bete“, „Hokkaido Kürbis“ (jeweils 13 Euro). Kreiert hat sie Barchef Manuel Pinciroli, der zuvor unter anderem im „Flushing Meadows“ gearbeitet hat – und aus einem andern Laden bereits Erfahrung mit Edelmetallen hat: Auch die „Goldene Bar“ steht auf der Liste seiner Stationen.

Aber was bekommt der Gast, wenn er „Pinie“ bestellt? Für den Drink röstet der Barchef in Rum gewaschene Pinienkerne, bis das Öl austritt. Die so gewonnene Essenz wird mit Sherry, Litschi- und Limettensaft vermengt und soll dem Drink einen „unvergleichlichen Geschmack“ geben.

Wenn die Getränke so exotisch daherkommen, müssen natürlich auch die Speisen mithalten können. Auf der wechselnden Karte stehen immer zwischen drei und sechs Gerichte mit südamerikanischen und asiatischen Einflüssen (14 bis 19 Euro). Da gibt es etwa „Ceviche mit Mezcal Aqua und Süßkartoffeln“. Süßkartoffeln kennt man, aber Ceviche? Für viele liest sich das vermutlich ähnlich rätselhaft wie „CU29“. Moritz Meyn sagt: „Ceviche kriegt man in Südamerika an jeder Straßenecke, ein leichtes Gericht, das hier geschmacklich noch nicht so präsent ist.“ Es besteht aus rohem Fisch, der in Zitronensaft eingelegt und von der Säure gegart wird. Klingt auch wieder ein bisschen nach Chemie-Unterricht. Passt also bestens in die kupferne Bar.

Die Bar „Kopper“

Die Bar an der Theresienstraße 1 hat Montag bis Donnerstag von 18 bis 1 Uhr geöffnet, am Freitag und Samstag von 18 bis 3 Uhr. Telefon: 089/ 27 37 33 80.

Janina Ventker

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