S-Bahn-Chaos: Ausfälle auf der Stammstrecke

S-Bahn-Chaos: Ausfälle auf der Stammstrecke
So herrlich leicht kann ein Burger sein: Leserin Silke Bader aus Utting am Ammersee verrät ihr Geheimrezept.

Öfter mal was Neues

Leser verraten Küchengeheimnisse: Polenta-Burger

München - Silke Bader (40) aus Utting kocht am Ammersee nach der Fünf-Elemente-Küche. Sie sagt: „Schmeckt super und tut dem Körper zudem auch gut.“

„Ich esse einfach wahnsinnig gern.“ Silke Bader aus Utting macht aus ihrer Leidenschaft kein Geheimnis. Mit Vorliebe steht sie stundenlang in ihrer kleinen Küche am Ammersee und kreiert immer neue Gerichte. Uns überzeugt sie mit einem etwas anderen Burger: Sie baut ihn aus Polenta-Scheiben und Tempeh. Letzteres stammt ursprünglich aus Indonesien. Es handelt sich dabei um fermentierte Sojabohnen, die einen leichten Nussgeschmack haben. Der mediterrane Polenta-Burger geht zwar nicht so schnell wie der Klassiker. Aber er liegt dafür auch garantiert nicht im Magen. Die Arbeit lohnt sich.

15 Jahre ist es her, dass die gelernte Arzthelferin und Kunstpädagogin mit ihrem Mann Siegfried Bader von Hannover nach Bayern zog. „Die Landschaft hat uns hier so gut gefallen, hier fühlen wir uns wohl“, erklärt sie ihre Beweggründe und fügt hinzu: „Am Ammersee haben wir unsere Heimat gefunden.“

Nur mit den bayerischen Nationalgerichten wie Schweinsbraten und Co. kann Silke Bader nicht viel anfangen. „Mir bekommt das schwere Essen einfach nicht“, hat die 40-Jährige festgestellt. Gutbürgerliche Gerichte liegen ihr einfach „zu schwer im Magen“. Nach dem Essen fühlte sie sich eher müde, denn energiegeladen.

Vor zwei Jahren hat die Hobbyköchin deshalb ihre Ernährung komplett umgestellt. Heute ernährt sich die blonde Frau fast ausschließlich nach der Fünf-Elemente-Küche. Diese Ernährungslehre stammt ursprünglich aus China. Dabei werden die Nahrungsmittel nach ihren thermischen Eigenschaften (wärmend oder kühlend) geordnet. Grundsätzlich werden rohe Nahrungsmittel und Obst weitestgehend reduziert. „Stattdessen essen wir mehr Gekochtes in Form von Gemüse und Getreide“, erklärt Silke Bader. Milchprodukte werden möglichst weggelassen, ebenso weißer Zucker. Spezielle Lebensmittel kauft sie entweder im Bio- oder Asia-Laden oder bezieht sie übers Internet.

Silke Bader hat die Ernährungslehre für sich passend abgewandelt: „Wir leben vegetarisch.“ In der traditionellen Fünf-Elemente-Küche wären Fleischgerichte erlaubt. Weil Silke Bader die Mittelmeerländer liebt, kocht sie vorwiegend mediterran.

Mein Küchengeheimnis

Haben auch Sie ein besonderes Rezept, das Sie uns gerne verraten wollen? Dann melden Sie sich bei uns unter Telefon (089) 5306-419 oder schreiben sie an gastro@merkur-online.de.

Doch keine Ernährungs-Regel ohne Ausnahme. „Ich bin keine Dogmatikerin“, sagt Silke Bader. Im Urlaub in Frankreich greift sie auch mal beherzt zu Baguette – „mit französischem Weichkäse ein himmlischer Genuss“. Und ganz klar: „Auch in Italien komme ich an keiner Eisdiele vorbei. Ich liebe italienisches Gelato.“ Ihre Lebensphilosophie lautet: „Die Kunst ist, Maß zu halten.“

Und das macht sie im Alltag. Nicht zwanghaft, „ich merke einfach, dass es meinem Körper gut tut“. Sagt’s und strahlt dabei übers ganze Gesicht. Verzicht sieht – in der Tat – anders aus.

Deshalb fällt es Silke Bader auch nicht schwer, ihre einstige Leibspeise, ein Ossobuco, von der Speisekarte zu streichen. „Für mich gibt es andere, genussvolle Alternativen.“ Wie ihr etwas anderer Gemüse-Burger aus Polentascheiben und Tempeh.

Er lässt sich ganz nach Geschmack und Saison stapeln. Erlaubt ist, was gefällt. „Ich mag eigentlich alles, was aus der Natur kommt“, sagt die Hobbyköchin. Diesmal arbeitet sie mit frischem Basilikum-Pesto und einer Oliven-Tomaten-Salsa.

Unser Fazit: Der Burger schmeckt richtig gut. Macht aber zugegebenermaßen etwas mehr Arbeit als ein klassischer Hamburger. Unbedingt nachmachen. Wer mit Silke Bader kochen will, kann einen Kurs bei ihr besuchen. Das nächste Koch-Event findet Anfang Juli statt. Nähere Infos gibt es unter www.silkebader.de.

Zutaten für den Burger:

1. Gemüsepolenta:
1 große Tasse Polenta
2 ½ große Tassen Wasser,
1/2 Packung Sojasahne,
Mirin (japanischer, fermentierter Kochsherry),
Gemüse: 1 Stange Stangensellerie,
1 Zwiebel,
1-2 Karotten,
4 getrocknete Tomaten,
Salz, Pfeffer, Majoran frisch oder getrocknet (1-2 TL),
Leinöl oder fruchtiges Olivenöl zum Verfeinern,
Olivenöl zum Ausbacken.

2. Veganes Pesto:
1 Bund Basilikum,
1 EL Pinienkerne,
3 EL Olivenöl,
Salz, Pfeffer,
1 kleine Knoblauchzehe.
3. Gegrillte Paprika: 
6 bis 7 Paprikaschoten,
Olivenöl,
Balsamico-Essig,
Knoblauch.

4. Zutaten für Tomaten-Olivensalsa: 
1 große Tomate,
2 EL schwarze Oliven (ohne Stein),
Salz, Pfeffer, Olivenöl, Balsamico-Essig,
ein paar Spritzer Tamari (Sojasauce).

5. Tempeh:
Eine Rolle Tempeh (Tempeh ist ein fermentiertes Produkt aus Sojabohnen),
zum Würzen Tamari (Sojasauce),
eventuell Mirin (süßer Reiswein) und Ume Su (Saft der Umeboshi
Aprikosen).
Außerdem: Rucola und Kresse zum Dekorieren.

Zubereitung Gemüsepolenta: 
Stangensellerie und Karotten in feine Stifte, Zwiebel und getrocknete Tomaten in kleine Stücke schneiden. In einem beschichteten Topf Olivenöl erwärmen, Zwiebel darin anschwitzen und das klein geschnittene Gemüse hineingeben. Auf mittlerer Temperatur kurz anbraten, mit einem Schuss Mirin ablöschen, Deckel auflegen und auf kleinster Flamme 10 Minuten schmoren lassen.

Zu dem Gemüsesud Polenta, Wasser, getrockneten Majoran (frischen Majoran erst nach dem Kochen einrühren), Salz, Pfeffer und die Sojasahne geben, gut umrühren und aufkochen lassen. Je nach Polentasorte (s. Packungshinweis) köcheln und ausquellen lassen. Eventuell etwas Wasser nachgießen, die Polenta sollte breiig sein. Zum Schluss für eine geschmeidige Konsistenz einen Schuss Leinöl oder Olivenöl unterrühren.

Die Polenta in eine flache Form gießen und auskühlen lassen, bis sie fest geworden ist. Mit einem Glas Kreise ausstechen und in Olivenöl ausbacken. Dazu passt angebratenes Tempeh, als Mini-Burger geschichtet. Tempeh in Scheiben schneiden und in einer Pfanne mit Olivenöl goldbraun von beiden Seiten ausbacken (Foto links).

Zum Schluss die Temperatur ausstellen und das noch warme Tempeh mit ein paar Spritzern Mirin, Ume Su und Tamari (Sojasauce) marinieren.

Zubereitung veganes Pesto: 
Basilikumblätter abzupfen und kleinschneiden. Pinienkerne in einer Pfanne trocken anrösten, bis sie leicht bräunen und duften. Alle Zutaten in einen Mörser geben und zu einer Paste zerreiben.

Gegrillte Paprika: 
6 bis 7 rote Paprikaschoten halbieren oder vierteln. Backblech mit Backpapier auslegen, mit Olivenöl bepinseln und die Paprikas mit der Hautseite nach oben auslegen. Den Ofen auf Grillfunktion schalten und die Paprikas bei 250 Grad auf der obersten Schiene 25 – 30 Min. backen, bis die Haut ganz schwarz ist.

Aus dem Backofen nehmen, mit einem feuchten Küchenhandtuch kurz bedecken, so lässt sich später die Haut besser abziehen. Etwas abkühlen lassen und die schwarze Haut mit einem Messer ablösen. Die gegrillten Paprikas in Olivenöl und Balsamico- Essig, einer kleingeschnittenen Knoblauchzehe sowie Pfeffer und Salz einlegen und über Nacht marinieren lassen.

Zubereitung: 
Tomaten und Oliven würfeln bzw. klein hacken, mit Salz und Pfeffer würzen, Olivenöl und Balsamico unterrühren und mit Tamari abschmecken. Kurz durchziehen lassen. Mediterraner Polenta-Burger aus den obigen Bestandteilen bauen. Burger wie folgt schichten: 1 Scheibe goldbraun ausgebackene Polenta mit 1 TL Pesto bestreichen, mit 1 gegrillten Paprika und 2 Scheiben angebratenem Tempeh belegen, 1 TL Pesto und einige Blätter Rucola darüber geben. Mit einer Polentascheibe abdecken und den Burger mit 1 – 2 EL Tomaten-Olivensalsa übergießen. Mit einem Basilikumblatt und Kresse dekorieren.

Tipp: Dazu passen Blattsalate mit Avocadostücken.

Stephanie Ebner

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Fünf Tricks, wie Sie sofort und ganz leicht besser kochen
Sie kochen gerne, aber das Essen schmeckt nicht immer so, wie Sie es sich wünschen? Ein Profi verrät, wie Ihr Essen ab sofort leckerer wird.
Fünf Tricks, wie Sie sofort und ganz leicht besser kochen
Discounter oder Edelmarke? Nuss-Schokolade im Test
Welche Nuss-Schokolade schneidet am besten ab - günstige Produkte aus dem Supermarkt oder Markenschokolade? Ein Verbrauchermagazin hat nachgeprüft.
Discounter oder Edelmarke? Nuss-Schokolade im Test
Was in Nüssen steckt
Nüsse sind kalorienreich, aber auch sehr gesund. Jede Sorte zeichnet sich durch ganz bestimmte Inhaltsstoffe aus. Und so manch eine gehört sogar zu der Gattung der …
Was in Nüssen steckt
Diese Discounter-Weine sind echte Schnäppchen - und richtig gut
Rechtzeitig zu Weihnachten locken Discounter wie Aldi und Lidl mit speziellen Festtagsangeboten. Die Weine sind nicht nur günstig - sondern auch megalecker.
Diese Discounter-Weine sind echte Schnäppchen - und richtig gut

Kommentare