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An der Eichenholz-Bar: Mario Pargger

Neues Restaurant in der Innenstadt

Heut geh' ma zum Engländer

München - Der Erfinder der Burger-Kette "Hans im Glück" hat in der Innenstadt ein englisches Grillrestaurant eröffnet. Zahlreiche britische Biere kommen zum Ausschank - aber nur ein bayerisches.

Fettig, deftig, langweilig: Die Englische Küche hat nicht gerade den besten Ruf. Dabei gibt es auf der Insel zahlreiche ambitionierte Köche, die Spitzenqualität auf den Tisch bringen – und damit Gourmets weltweit begeistern. Diese sogenannten Great British Chefs vereinen Einflüsse aus den gesamten ehemaligen Kolonien Großbritanniens. Weil der Münchner Gastronom Thomas Hirschberger, Erfinder der Burger-Kette Hans im Glück, seine Urlaube gern in London verbringt, ist er ein Kenner dieser Schmankerl. Jetzt tischt er sie in München auf – inklusive wechselnder britischer Biere.

Little London heißt sein 160 Plätze zählendes Grillrestaurant im Tal in der Innenstadt. Früher befand sich in den Räumen das Maggi-Kochstudio, an das jetzt gar nichts mehr erinnert. Hirschberger ließ die riesige Räumlichkeit in mehrere Bereiche gliedern. Am Eingang gibt es einen beheizten und überdachten Außenbereich, in dem Fußballspiele übertragen werden, darunter auch britische.

Von dort gelangt man in die Bar, die gemütlich wie ein Londoner Pub, aber gleichzeitig edel ist. Am elf Meter langen, aus massivem Eichenholz geschnitzten Tresen gibt es 60 Sorten Gin und 120 Sorten Whisky. Damit die Gäste nicht den Überblick verlieren, beraten gut ausgebildete Barmänner in Sachen Torf-, Rauch- und Schokoladennoten. Obacht: Bayerisches Bier gibt es im Little London nicht, mit Ausnahme von Erdinger Weißbier. Dafür gibt es eine Auswahl an britischen Bieren, die in München einzigartig ist. Darunter auch Fassbiere. Etwa das cognacfarbene Fullers London Pride, das die unabhängige Familienbrauerei Fuller in West London braut. Oder das obergärige Meantime London Pale Ale aus der kleinen, 1999 gegründeten Craftbier-Brauerei Meantime. Auch Aspall Cyder, ein perlender Apfelwein, kommt vom Fass. Aus dem sogenannten Gastzapfhahn kommen wechselnde britische Biere. Beispielsweise Chocolate Porter, ein dunkles Bier mit cremigem Schaum, dem während des Brauens Schokolade zugegeben wird.

Am Ende des Tresens weitet sich der Raum und geht in das Restaurant über. Das Ambiente hier ist „very british“. Englische Tapeten schmücken die Wände. Auf den Eichenholzdielen liegen schwere Teppiche. So ähnlich könnte es auch im Kaminzimmer der Queen auf ihrem schottischen Sommersitz Schloss Balmoral ausschauen.

Durchaus edel – auch preislich – ist die Küche: Im Zentrum der Speisenkarte steht Fleisch vom Grill. Am Knochen gereiftes Entrecote (350 Gramm kosten 34,50 Euro), T-Bone-Steaks vom irischen Black Angus Rind (700 Gramm kosten 47,50 Euro), rot-braun geschecktes Duroc-Schwein, und irisches Lammkarree. Letzteres wird im Kräutermantel mit Minz-Sauce serviert. Freilich gibt es auch Fisch und Vegetarisches. Zum Beispiel gebrannten Ziegenkäse mit Granatapfelsalat (12,50 Euro). Die Desserts sind britisch inspiriert. So ist zum Beispiel die Crème Brûlée mit Earl-Grey-Tee (8 Euro) aromatisiert. Ausgebildete Sommeliers beraten die Gäste in Sachen Wein und Champagner. Zu den teuersten Flaschen zählt Pol Roger (320 Euro), der Lieblingsschampus des ehemaligen britischen Premierministers Winston Churchill. Wer nicht ausgiebig dinieren möchte, kann sich auch nur einen Tee mit Butter-Shortbread bestellen. Ein britischer Klassiker.

Bettina Stuhlweißenburg

Little London im Tal 31 ist Sonntag bis Donnerstag von 11 bis 24 Uhr geöffnet, Freitag und Samstag bis 2 Uhr. Telefon: 089/ 122 239 470.

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