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In der Tagesbar im Restaurant Schwarzreiter: Küchenchef Christian Michel (li.) und Restaurantleiter Andrej Grunert.

Moderne bayerische Küche

Des Kinis liebster Fisch

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Im Hotel Vier Jahreszeiten an der Maximilianstraße hat das Restaurant Schwarzreiter eröffnet. Dort gibt es Essen, das auch König Ludwig II. gemundet hätte.

König Ludwig II. von Bayern, diesen 1,91 Meter großen und 100 Kilo schweren Hünen, plagten Zeit seines Lebens Zahnschmerzen. So sehr der Kini stets auf Ästhetik bedacht war, mit der Mundhygiene nahm er es nicht so genau. Schon mit Mitte zwanzig klafften große Lücken in seinem Mund. Sein Hofkoch notierte: „Alle Speisen, das Fleisch notwendigerweise vor allem, waren sehr weich gekocht, es gab viel Haschiertes, Omelettes, Püree etc.“ Das zarte Fleisch des Schwarzreiters, ein kleiner Saibling vom Königssee, zählte zu den Leibspeisen Ludwigs II. Dieser Fisch gibt nun dem neuen Restaurant im traditionsreichen Hotel Vier Jahreszeiten Kempinski den Namen, das einst unter der Regentschaft König Ludwigs Vaters Maximilian II. entstand. Der Kreis schließt sich.

Küchenchef Christian Michel, der bei Drei-Sterne-Koch Dieter Müller gelernt hat, tischte bei einer Präsentation auf. Im neu gestalteten Speiseraum gab es neben Gänseleber mit Apfel und Bayrisch Creme mit Rhabarber natürlich auch Schwarzreiter-Filet zu kosten. Das hätte man auch dem Kini servieren können.

Das denkmalgeschützte Relief im Speiseraum blieb erhalten

Von der Maximilianstraße aus führt jetzt ein eigener Eingang in das Schwarzreiter im ehemaligen Restaurant Vue. Die zuvor sehr gediegene Ausstattung musste größtenteils weichen. Die über 100 Jahre alte Holzvertäfelung in der Tagesbar und das denkmalgeschützte Relief im Speiseraum sind erhalten geblieben, dazu gesellen sich nun aber schlichte cremefarbene Lederstühle und kunstvolle Glaslampen.

In dem exklusiven Ambiente möchte man ab sofort „ein kulinarisches Erlebnis für die Münchner“ bieten, sagt Hoteldirektor Axel Ludwig. Aber natürlich auch für die Hotelgäste. Denn die sollen künftig im hauseigenen Restaurant zu Abend essen – und nicht mehr ins benachbarte Brenner oder zu Schuhbeck am Platzl abwandern. Das Problem: Hotels wollen es oft allen recht machen. Das Restaurant Vue bot denn auch internationale Küche an. Die Gäste bevorzugen oftmals aber gerade Speisen aus der Region – und gehen dahin, wo es den Einheimischen gefällt.

Die neue Tür an der Maximilianstraße soll die Hemmschwelle herabsetzen, das Restaurant zu betreten. Zuvor musste man den Hoteleingang nehmen. Axel Ludwig sagt: „Der Münchner mag sein bayerisches Essen, hat aber Respekt vor der Gourmetküche.“ Auch hier will man Abhilfe schaffen. Die Speisen und das Ambiente sollen laut Ludwig „locker“ daherkommen, die verwendeten Produkte möglichst einfach gehalten werden – und mit kulinarischer Raffinesse verfeinert.

Zeitgemäße bayerische Küche

Auf der Karte findet sich neben Tatar vom bayerischen Ochsen (18 Euro) ein Wiener Schnitzel mit Bratkartoffeln (24 Euro). Das Fleisch kommt aus der Region und wird auch als Steak vom 800 Grad heißen Grill angeboten. Nicht fehlen darf der Steckerlfisch vom Schwarzreiter, zu dem Ofenkartoffeln und Zitronenmayonnaise gereicht werden (22 Euro). „Wir sind tief eingetaucht in die Traditionen der bayerischen Küche und haben sie quasi so lange destilliert, bis das herausgekommen ist, was wir als junge, zeitgemäße bayerische Küche sehen“, erläutert Küchenchef Christian Michel.

Hoteldirektor Ludwig hofft, mit dem neuen Konzept „vom steifen Hotelflair“ wegzukommen und mit dem Schwarzreiter ein „Stadtrestaurant“ zu etablieren. Er selbst schwärmt von der Tagesbar im vorderen Bereich, in der man einen tollen Blick auf die Maximilianstraße hat. Und dort gibt es ja bekanntlich immer etwas zu sehen.

Das Restaurant Schwarzreiter

im Hotel Vier Jahreszeiten Kempinski an der Maximilianstraße 17 hat Dienstag bis Samstag von 18.30 bis 24 Uhr geöffnet, die Tagesbar täglich von 12 bis 24 Uhr. Eine Reservierung ist telefonisch möglich (089/ 21 25 21 25) oder per E-Mail: servus@schwarzreiter.com

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