+
Markus Metzger ist Vorsitzender der Vereinigung der Haus - und Hobbybrauer in Deutschland. Foto: Tilman Metzger

Mit Gewürzen oder Orange: Im Hobby-Braukeller darf alles ins Bier

Amateur-Bierbrauer zu werden, ist heutzutage gar nicht schwer. Im Internet gibt es schon für wenig Geld Brausets dafür. Hobbybrauer müssen bei ihrem eigenen Bier jedoch einige Punkte beachten - steuerlich und lebensmittelrechtlich.

Karlstadt (dpa/tmn) - Gersten-Malzextrakt, Hopfen, Trockenhefe und Leitungswasser. Mehr braucht es nicht, um zu Hause selbst Bier herzustellen. Online werden Sets zum Bierbrauen schon ab rund 20 Euro angeboten. Gerste, Hopfen und Wasser, die drei Zutaten sind im Reinheitsgebot aus dem Jahr 1516 verankert.

Aber gilt das älteste Lebensmittelgesetz Deutschlands auch in den eigenen vier Wänden? Markus Metzger von der Vereinigung der Haus - und Hobbybrauer in Deutschland weiß, was der Teilzeit-Bierbrauer beachten muss.

Kann mit den Brausets jeder zum Bierbrauer werden?

Bierbrauen ist damit wirklich einfach. Bis zur Trinkreife braucht das Bier maximal zwei bis drei Wochen. Die Arbeitszeit liegt bei etwa vier bis fünf Stunden. Vorkenntnisse braucht man für die Bierbrau-Sets nicht. Das kann wirklich jeder. Es ist ein einfacher Einstieg ins Bierbrauen. Möchte man ein echter Hausbrauer werden, empfehle ich, einen Kurs zu machen. Dafür braucht man dann auch mehr Equipment als in den Sets.

Müssen sich Hobbybrauer an das deutsche Reinheitsgebot halten?

Nein, wer nur für den Eigenbedarf braut, muss sich nicht an das Reinheitsgebot halten. Er ist frei in der Wahl der Zutaten. Zum Eigenbedarf gehört auch der unentgeltliche Ausschank an Freunde. Das wird dann auch nicht kontrolliert. Alles ist möglich. Belgische Biersorten werden von Haus- und Hobbybrauern gerne nachgebraut. Sie enthalten zum Beispiel Gewürze, Orangenschalen, Reis oder Mais. Laut Reinheitsgebot darf das nicht ins Bier.

Muss ich als Hobbybrauer meine Tätigkeit anmelden?

Die Menge Bier, die man daheim braut, muss angemeldet werden. Wer zu Hause brauen will, muss das vier Wochen vorher beim Hauptzollamt anmelden. Bis zu 200 Liter Bier sind für einen Haushalt pro Jahr steuerfrei. Wer mehr braut, muss die gesamte Biermenge versteuern. Das gilt auch beim Brauen mit Fertigsets. Wer nicht anmeldet, braut schwarz.

Dürfen Hobbybrauer ihr Bier verkaufen?

Das Bier verkaufen darf nur ein gewerblicher Brauer. Das kann durchaus ein ursprünglicher Hausbrauer sein, der einen Gewerbeschein beantragt hat. Dann muss er aber alle rechtlichen Vorgaben, die steuerlichen und lebensmittelrechtlichen, einhalten. Außerdem hat er dann auch keine steuerfreie Biermenge mehr.

Homepage der Vereinigung der Haus- und Hobbybrauer

Markus Metzger ist der erste Vorsitzende der Vereinigung der Haus- und Hobbybrauer in Deutschland mit Sitz im bayerischen Karlstadt. Der Verband hat nach eigenen Angaben derzeit rund 550 Mitglieder in Deutschland. Metzger hat 1982 mit dem Bierbrauen in den eigenen vier Wänden angefangen. Seit 1992 braut er gewerblich daheim. Am liebsten stellt er Rauchbier oder Kellerbier her.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Grill-Rezept: So machen Sie Käsekrainer selber
Die Sonne scheint, das Bier ist kalt, der Grill ist bereit: Wer eine Herausforderung sucht, der legt nicht einfach Würstchen auf den Grill - sondern macht Käsekrainer …
Grill-Rezept: So machen Sie Käsekrainer selber
Warum Milch nicht in der Kühlschranktür stehen sollte
In der Früh muss Milch griffbereit für Kaffee und Müsli sein - oft findet sie sich daher in der Kühlschranktüre wieder. Das ist aber keine optimale Lösung.
Warum Milch nicht in der Kühlschranktür stehen sollte
Blumenkohl zehn Minuten in Wasser einlegen
Damit er Blumenkohl nicht sandig schmeckt, sollte man ihn vor der Zubereitung gut waschen. Aber wie macht man das am besten? Zwei Varianten.
Blumenkohl zehn Minuten in Wasser einlegen
Heulen war gestern: So schneiden Sie endlich unbeschwert Zwiebeln
Ob zum Grillen, Braten oder im Salat: Zwiebeln gehören für die Deutschen zu einem schmackhaften Essen dazu. Wäre da nicht die tränenreiche Schneidearbeit...
Heulen war gestern: So schneiden Sie endlich unbeschwert Zwiebeln

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.