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Dank Milch gut gebaut: Bäuerin Silvia Schlögel kocht am liebsten mit Milchprodukten und zeigt das auch mit ihrem T-Shirt.

Die flotte Milchbäuerin

Freitags schauen wir im Wechsel Wirten und Hobbyköchen über die Schulter. Heute kocht für uns Milchbäuerin Silvia Schlögel (40) aus Ramsau bei Schongau.

Silvia Schlögel (40) will heute ausnahmsweise nicht über Milchpolitik sprechen. Die Kreisbäuerin steht in ihrer großen Wohnküche in Ramsau (Landkreis Weilheim-Schongau) und sagt: „Heute koche ich ausschließlich mit Milch und Milchprodukten.“ Selbstbewusst fügt die Ramsauerin hinzu: „Sie werden sehen, die Produkte sprechen für sich. Milch schmeckt und ist gesund.“ Wie zum Beweis trägt die dreifache Mutter kokett ein lilafarbenes T-Shirt mit dem Aufdruck „Dank Milch gut gebaut.“ Das ist sie in der Tat.

Silvia Schlögel kocht gerne, aber es muss schnell gehen. Die knappe Zeitkalkulation beginnt schon beim Einkauf: Alle Zutaten muss die Frau im örtlichen Supermarkt bekommen – „ich habe keine Zeit, in zig Feinkostgeschäften nach den Zutaten zu suchen“, sagt sie. Und auch während des Kochens muss es schnell gehen: Immer wieder klingelt das Telefon und unterbricht die Küchenarbeit.

Der Tag der Milchbäuerin unterliegt einem strengen Zeitplan: Um 5.30 Uhr klingelt der Wecker. Wenn die 45 Milchkühe gemolken sind, geht’s rein ins Haus. Der erste Blick gilt der Wetterstation am Küchenfenster. Davon hängt ab, wie der weitere Tag verläuft. Auch beim Frühstück ist Eile angesagt, die Kinder müssen in die Schule. Mittags sitzt Silvia Schlögel dann mit Mann Michael (45) und den Kindern Simone (13), Franziska (11) und Quirin (7) am großen Küchentisch zusammen. „Eine gemeinsame Mahlzeit am Tag muss sein.“

Die Pfannkuchen hat Silvia Schlögel schon am Vortag gebacken. „Ganz wichtig ist, dass sie dünn ausgebacken werden“, erklärt sie. Dann rührt die Hobbyköchin die Füllungen an. „Mit Fisch schmeckt’s edler, mit Schinken etwas milder.“ Als sie die Pfannkuchen mit der Füllung bestreicht, arbeitet die 40-Jährige „in Serie“. Das spart Zeit: Erst werden alle Pfannkuchen mit der Fischfüllung bestrichen, dann nacheinander aufgerollt und zum Schluss in dünne Scheiben geschnitten. Diese gibt es mit einem gemischten Salat. Wer will, kann die Pfannkuchenröllchen auch als Finger-Food bei einem Sektempfang reichen – „da kommen sie gut an“, weiß Silvia Schlögel aus eigener Erfahrung.

Erst als die gefüllten Pfannkuchen auf dem Tisch stehen, probiert sie diese. „Ich schmeck’ eigentlich nie etwas ab“, gesteht sie. „Aber ich glaub’, ich hab’ das ganz gut im Griff“, sagt sie mit einem selbstbewussten Lachen.

Auch für den Hauptgang verwendet die Bäuerin ein Milchprodukt, Blauschimmelkäse. Dass sie die Rouladen aus Schweinefleisch und nicht wie sonst oft üblich aus Rinderfleisch macht, hat – es versteht sich fast von selbst – zeitliche Gründe: „Das Schweinefleisch ist in 20 Minuten schön durchgeschmort, beim Rindfleisch bräuchte ich zwei Stunden.“ Und wie gesagt, sie will nicht ewig in der Küche stehen.

Dass Silvia Schlögel heute eine Milchbäuerin ist, war ihr ganz und gar nicht in die Wiege gelegt: Der Vater arbeitete als Bauleiter, die Mutter im Verkauf. Erst durch ihre Heirat 1993 kam die damals reiselustige junge Frau auf den Bauernhof. Bäuerin ist ihr Traumberuf: „Ich könnte mir eigentlich keinen schöneren Beruf vorstellen.“

Als die Kinder klein waren, hat sie noch den Meister zur Hauswirtschafterin gemacht. Jetzt gibt sie regelmäßig Kochkurse. Bis zu 40 im Jahr. „Viele Rezepte erfinde ich selbst. Mein Mann und die Kinder sind die Testesser.“ Nur einmal ist ein Essen durchgefallen. Der Tacos-Auflauf hat niemandem so recht munden wollen. Und natürlich engagiert sich die Bäuerin für Milch. Auf ihre Initiative geht der Rottenbucher Milchweg zurück, der erst im Mai eröffnet wurde. „Dabei wollen wir spielerisch vermitteln, woher die Milch kommt.“

Spielerisch geht es auch beim Nachtisch zu: Die Bäuerin richtet die Mousse in Gläsern und auf Tellern an. Wichtig ist, dass die Joghurtmasse fest ist, bevor das Himbeerpüree hinzugefügt wird. Die Variante im Sektkelch gefällt der Köchin selbst am besten. Ein echter Hingucker und das auch noch auf Milchbasis.

Stephanie Ebner

Silvia Schlögel kocht mit Milchprodukten (für vier Personen)

Gefüllte Pfannkuchen (für 6 bis 8 Pfannkuchen):

Füllung 1:
1 Becher Schmand oder Frischkäse
100 g roher Schinken klein geschnitten
50 g Blauschimmelkäse zerdrückt
1 EL gehackte Walnüsse
2-3 Blatt Gelatine

Füllung 2:
1 Becher Schmand
100 g Forellenfilet geräuchert
2 TL Meerrettich
Dill
Salz, Pfeffer
2-3 Blatt Gelatine

Zubereitung:
Pfannkuchen zubereiten. Für beide Füllungen die Zutaten vermischen, die Gelatine auflösen und unter die Füllungen rühren. Kurz ansteifen lassen. Auf die Pfannkuchen streichen, aufrollen und kalt stellen. Zum Anrichten in ca. 2 cm dicke Streifen schneiden und auf einer Platte servieren.

Tipp: Die gefüllten Pfannkuchen kann man sehr gut am Vortag fertigstellen. Die Röllchen passen super als Fingerfood bei einem Sektempfang.

Schweineröllchen mit Käsesauce

Zutaten:
200 g Blauschimmelkäse
50 g gem. Haselnüsse
4 dünne Schweineschnitzel
Salz, Pfeffer
1 EL Öl
100 cl Weißwein
Gemüsebrühe
100 g Crème fraiche

Zubereitung:
Vom Käse 100 g zerdrücken und mit den Nüssen vermengen. Die Schnitzel würzen und mit der Käsecreme bestreichen. Die Schnitzel aufrollen und feststecken. Kräftig anbraten, mit dem Wein und der Brühe aufgießen. Circa 20 Minuten schmoren lassen. Crème fraiche und den restlichen Käse in den Fond rühren, bis sich der Käse aufgelöst hat. Mit den Röllchen anrichten.

Tipp: Dazu passt Salat und Brot.

Joghurt-Mousse mit Fruchtsoße

Zutaten:
150 g Joghurt Natur
150 g Schmand
3 EL Zitronensaft
50 g Puderzucker
3 Blatt Gelatine
2 Eiweiß
1/8 l Sahne

Für die Fruchtsoße:
300 g Himbeeren oder Aprikosen
2 EL Zitronensaft
2 EL Zucker

Zubereitung:
Joghurt mit Schmand, Puderzucker, Zitronensaft verrühren. Die Gelatine einweichen, auflösen, unter die Crème rühren, ansteifen lassen. Das Eiweiß und die Sahne steif schlagen, beides unterheben. Entweder sofort in Sektschalen bzw. -kelche oder in Schüsseln füllen. Für die Fruchtsoße die Früchte pürieren und mit dem Zitronensaft und Zucker abschmecken. Bei Himbeeren immer durch ein Sieb passieren. Zum Anrichten die Soße auf die Mousse geben.

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