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Gutes Essen und tiefer Glaube: Die Sakellarious vor ihrer Ikone.

"Mythos" in Unterhaching

Gewürzt, mit ganz viel Liebe

Unterhaching - Freitags schauen wir im Wechsel Wirten und Hobbyköchen über die Schulter. Heute sind wir zu Gast bei Lisa und Argiris Sakellariou. Die beiden führen in Unterhaching das griechische Lokal „Mythos“.

Es war Liebe auf den ersten Blick. „Ich wusste sofort: Das ist es“, sagt Lisa Sakellariou (41) rückblickend über das Haus an der Münchner Straße 41 in Unterhaching. Genau zehn Jahre ist es her, dass das Gastronomenpaar aus Erlangen das Lokal im Münchner Süden entdeckte und kurze Zeit darauf das „Mythos“ eröffnete. Die Sakellarious hatte es damals von Franken nach Oberbayern verschlagen, weil Tochter Kelly die griechische Schule in München besuchen sollte.

Drei Jahre war Lisa Sakellariou alt, als ihre Eltern beschlossen, nach Deutschland zu gehen, „wegen der Armut. In Griechenland hatten wir keine Zukunft.“ Ihre Familie stammt aus Trikala, einem Ort in der Nähe des Metéora-Klosters. Der Vater baute in der neuen Heimat ein Lokal auf. „Essen und Trinken ist für uns Griechen wichtig. Das gehört zu unserer Kultur.“ Von klein auf half Lisa mit im väterlichen Lokal. „Es hat mir immer Spaß gemacht.“

Liebe auf den ersten Blick war es auch bei ihrem Mann. Sie lernte Argiris (heute 45) auf einem Heimaturlaub kennen. Weil sie sich mittlerweile in Deutschland „wohl und sicher fühlte“, nahm sie den Obst- und Gemüsehändler von Kreta kurzerhand mit. Wie sie heute die Zeit ihres Kennenlernens lachend zusammenfasst. Argiris ging zunächst beim Schwiegervater in die Lehre, bevor er dann in Unterhaching sein Lokal eröffnete. Im „Mythos“ gibt es zwar auch die Klassiker. „Aber wir haben mehr zu bieten als Gyros, Tamara und Souvlaki“, sagt der Wirt. Regelmäßig setzt Argiris Spezialitäten aus seiner kretischen Heimat auf die Karte: Wie einen gegrillten Manouri-Käse oder gebratene Putenleber.

Nur mit den auf Kreta so beliebten Schnecken machte er sich hierzulande keine Freunde. „Die biete ich nicht mehr an.“ Das „Mythos“ ist zwar ein typisch griechisches Lokal – und doch in vielen Punkten ganz anders. Schon rein optisch. Die griechisch-blau-weiße Farbkombination sucht man hier ebenso vergebens wie die typischen Säulen. Stattdessen stehen überall Engel herum („unsere Schutzengel“). Bemerkenswert ist die Ikonenwand. Jedes Heiligenbild hat seine eigene Geschichte. Eine Ikone hat Lisa beispielsweise von ihrer künftigen Schwiegermutter zur Verlobung geschenkt bekommen, eine andere zur Geburt der Tochter. Allesamt Schmuckstücke, die bei anderen Familien normalerweise im Wohnzimmer einen Ehrenplatz bekommen – „aber da würden wir sie ja nie zu sehen bekommen, weil wir so viel arbeiten“.

Neben der Ikonen-Wand stehen Familienfotos. Zumindest so sind die Lieben immer da – „sie fehlen uns schon manchmal“, sagt Lisa Sakellariou. Besonders die Großeltern in Griechenland „sind schon arg weit weg“. Deshalb freut sich die Wirtin auch auf dieses Wochenende: Da feiern die Griechen ihr Osterfest und traditionell kommt die Familie (so weit möglich) zusammen. Nach 40 Fasttagen wird am Sonntag den ganzen Tag gesungen und getrunken. Zum griechischen Osterfest gehören natürlich Lammgerichte, der Osterfladen und rot gefärbte Eier. Letztere sollen das Blut Christi symbolisieren. „Und die Ostersuppe darf nicht fehlen“, fügt Ehemann Argiris hinzu. Eine Art Gemüsesuppe mit Reis und Innereien. „Wir Griechen lieben es, Feste zu feiern“, sagt Lisa Sakellariou. „Wenn es nach uns ginge, hätten wir jeden Tag Geburtstag.“

An Festtagen tritt die passionierte Tänzerin mit ihren Freundinnen auf und zeigt den Gästen griechische Tänze. Dazu spielt die Musik. Am besten „ganz laut“, wenn es nach der Wirtin geht. Ihr Mann hat es lieber etwas gedämpfter. Eigentlich der einzige Punkt, bei dem sich die beiden nicht ganz einig sind. Der Gast bemerkt diesen Zwist nicht. Der sitzt einfach im „Mythos“ und genießt die griechische Lebensfreude – und natürlich das Essen.

Von Stephanie Ebner

Die Rezepte

Lammschulter auf Kretische Art (4 Personen)

Zutaten:

1,5 kg Lammschulter, 1 weiße Zwiebel, 5 Knoblauchzehen, 0,5 Tasse gepresste Zitrone, 1 Tasse Weißwein, Salz, Pfeffer, 30 g Thymian, 0,5 Tasse Olivenöl, Oliven, 2 Stangen Bleichsellerie, 1 Karotte, grüner Pfeffer.

Zubereitung:

Die Lammschulter in eine feuerfeste Ofenform (Auflaufform) geben, salzen, pfeffern. Die kleingeschnittene Karotte und den Sellerie (ebenfalls kleingeschnitten), Olivenöl und Weißwein, Zitronensaft, Oliven, Thymian, den grünen Pfeffer und die kleingeschnittene Zwiebel dazugeben. Mit Wasser auffüllen, so dass alle Zutaten bedeckt sind. Anschließend mit Alufolie bedecken und im Ofen 250 bis 270 Grad für 2,5 Stunden braten.

Tipp:

Dazu serviert man am besten Weißbrot.

Spaghetti mit Baby-Sepia und Oktopus in feiner Tomaten-Basilikum-Weißwein-Sauce mit Knoblauch

Zutaten:

500 g Spaghetti, 500 g Baby-Sepia, 1 Oktopus, 1EL Knoblauch, 0,5Tasse Olivenöl, 1 Bund Basilikum, 500 g Tomaten, 0,5 Tasse Weißwein, 5 Schalotten, 2 kleingeschnittene Paprika

Zubereitung:

Den Oktopus und den Sepia solange kochen, bis beides weich wird. In einer großen Pfanne den Knoblauch, die Zwiebel mit der Paprika, den Sepia und den Oktopus (kleingeschnittenen) zugeben, mit Weißwein ablöschen. Die Tomaten zugeben und für 5 bis 7 Minuten ruhen lassen. Die gekochten Spaghetti und den kleigeschnittenen Basilikum zugeben.

Zackenbarsch "Plaki"

Zutaten:

1 Kilo Zackenbarsch, 300 g Kartoffeln, 1 Karotte, 2 EL Kapern, 1 große weiße Zwiebel, 3 Stangen Sellerie, 2 Zucchini, 5 kleingeschnittene Tomaten, 2 Löffel kleingeschnittener Knoblauch, 4 Zweige Rosmarin

Zubereitung

Den Fisch ausnehmen, die Kartoffeln und die Karotte kleinschneiden und zusammen mit den in Scheiben geschnittenen Zucchinis und den restlichen Zutaten in die Auflaufform geben. Den Fisch auf das Gemüse legen, salzen und pfeffern und auf 200 Grad für 35 bis 45 Minuten im Ofen braten.

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