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Jutta Franklin, die Mutter von vier Kindern, bleibt beim Kochen stets entspannt.

Unsere Hobbyköche

Jutta Franklin bekennt Farbe

Freitags schauen wir im Wechsel Wirten und Hobbyköchen über die Schulter. Heute sind wir zu Gast bei Jutta Franklin (46). Die Malerin aus Deisenhofen kocht am liebsten für ihre Familie und gute Freunde.

Wenn Jutta Franklin Gäste zum Essen bekommt, ist für sie vor allem eins wichtig: „Ich will Zeit für meine Gäste haben.“ Also muss es etwas geben, das schnell zubereitet ist („dann kann man schön nebenbei plaudern“) und das trotzdem ausgefallen ist und gut schmeckt.

Die 46-Jährige entscheidet spontan, was sie kocht. Ausführliches Rezeptestudieren ist „nicht mein Ding“. So besitzt sie auch gerade mal eine Handvoll Kochbücher. Die meisten hat sie von ihrer Mutter geerbt. Dass die Speisen schön bunt auf den Tisch kommen, versteht sich für die fröhliche Malerin fast von selbst. Für heute hat sie sich dreierlei Dips als Vorspeise, einen mit Kräutern gefüllten Schweinenackenbraten und ein Mandeleis ausgedacht. An der Menü-Auswahl wird ihr Faible für die mediterrane Küche deutlich – „rustikal, fein und nicht zu teuer“.

Jutta Franklin ist Künstlerin, das sieht der Besucher sofort in ihrer Küche: Wo normalerweise Fliesen an der Wand kleben, hat die Malerin eine mit Acrylfarbe bemalte Leinwand angebracht. Mit Blumen bemalt. Das sieht nicht nur gut aus, sondern ist auch praktisch. Spritzer kann Jutta Franklin einfach abwaschen und wenn sie Lust auf eine andere Küchendeko hat, dann malt sie sich einfach eine neue.

Die Küche, das ist der „Lebenskulturraum“ der Familie. „Wir haben gar kein richtiges Wohnzimmer“, sagt die Mutter von vier Kindern. Hier wird gekocht, gegessen und viel miteinander geredet. Wenn Jutta Franklin am Herd steht, sitzt oft ihr Mann oder eins der Kinder an der Küchenbar und erzählt vom Tag.

Weil der Schweinenackenbraten gut drei Stunden im Ofen braucht, beginnt die Deisenhofenerin mit dem Hauptgang. Mit einem scharfen Messer sticht sie tiefe Löcher in das Fleisch. Anschließend stopft sie mit den Fingern die Kräuterpaste in das Fleisch. Und ab geht’s ins Rohr – „ein tolles Essen, wenn Gäste kommen. Es bereitet sich fast von selbst zu.“

Bereits kurze Zeit später hängt ein zarter Kräuter-Knoblauch-Duft in der Luft. „Die sind schnell zubereitet und schmecken herrlich.“ Die Hobbyköchin verspricht nicht zu viel, als sie sich den Dips zuwendet. Im Handumdrehen sind die drei Schüsselchen gefüllt. Das liegt auch an „ihrem Lieblingsspielzeug“, wie sie den Zauberstab nennt – „ohne den geht gar nichts“. Dass alle drei Saucen grün geworden sind, liegt am Kräutereinsatz („am liebsten Koriander“). Diese holt sich Jutta Franklin aus dem Garten. Die meisten zieht sie in Töpfen an der Hauswand.

Die Dips sind fertig, der Schweinebraten schmort im Rohr – „da hab’ ich ja noch Zeit für einen Nachtisch“, sagt sie mit Blick auf die Uhr. Jutta Franklin ist beim Kochen nicht so schnell aus der Ruhe zu bringen. Auch nicht, als sie vor kurzem bei der TV-Sendung „Das perfekte Dinner“ mitmachte. Und das, obwohl erstmals ihre Eismaschine zum Einsatz kam und „ich nicht mal genau wusste, wie man das Ding überhaupt benutzt“.

Mittlerweile geht Jutta Franklin routiniert mit dem Küchengerät um. Die Eismasse schlägt die Hobbyköchin am Herd auf, wegen der Salmonellengefahr. Nur einmal gerät sie ganz kurz aus der Ruhe: Als ihr Mann Markus (43) in der Küche auftaucht und probieren will. „Finger weg und tschüss“, lautet das Kommando. Dann lacht sie und sagt: „Wenn ein Mann und vier Kinder nur probieren wollen, bleibt sonst nicht viel übrig.“

Während der Braten weiter schmort und das Eis kühlt, zeigt Jutta Franklin ihre jüngsten Arbeiten im Atelier. Die gelernte Restaurant-Fachfrau arbeitet als Malerin. Erst vor kurzem hat sie den Oberhachinger Publikumspreis eingeheimst. Demnächst sind ihre Arbeiten im Kunstforum Kubiz in Unterhaching zu sehen (15. Juni bis 3. Juli). Wie auch schon am Herd geht es auch auf der Leinwand kunterbunt und fröhlich zu.

Dann ist es endlich so weit: Die Familie versammelt sich zum Abendessen im Garten. Und Jutta Franklin tischt ihr Gute-Laune-Menü, das so richtig nach Sommer schmeckt, auf. Einfach lecker.

So schmeckt der Sommer: Jutta Franklin kocht

(für sechs Personen)

Zur Vorspeise Dips

Zutaten für den Olivendip

200 g grüne Oliven ohne Stein
100 ml Olivenöl
eine Handvoll Koriander
1/2 TL Salz
1 Knoblauchzehe
etwas Zitronenschale
eventuell etwas Koriander

Zubereitung: Alle Zutaten miteinander pürieren. Kalt stellen (gilt für alle drei Dips).

Ziegenkäse-Dip:
150 g Ziegenfrischkäse (ohne Schale) oder Ziegenrolle
nach Geschmack Kräuter wie Basilikum, Rosmarin, Zitronenthymian,
1/2 Bund Ruccola
100 ml Olivenöl
1/4 TL Salz

Paprika-Dip: 2 grüne Paprika (entkernen und in Stücke schneiden.
In Olivenöl leicht anbraten und 10 Minuten garen, bis sie gar sind.)
70 ml Olivenöl
1/2 Tl Salz
1 Knoblauchzehe
das Grün von der Frühlingszwiebel (ca. eine Handvoll)

Tipp: Dazu schmeckt am besten Weißbrot

Zutaten für Schweinenackenbraten

2 kg Schweinenacken im Ganzen
Kräuter: Eine Handvoll Rosmarin-Spitzen ,
1 TL Fenchelsamen,
3 Knoblauchzehen,
etwas Majoran, Thymian,
1/4 TL Kreuzkümmel,
1 EL Salz.

Die Kräuter und Gewürze zu einer Paste pürieren.

Den Schweinenackenbraten mit einem Messer tief einstechen und die Löcher mit der Kräuterpaste füllen. Eine Bratenform ausfetten. Den Braten auf einem Gemüsebett (aus 2 Zwiebeln, 2 Karotten und Rosmarinzweige) setzen und ins Rohr schieben. Circa eine 3/4 Stunde bei 200 Grad (Umluft) drinlassen (bis der Braten eine dunkle Farbe annimmt). 600 ml Wasser zugeben, dann auf 130 Grad herunterschalten und noch zwei Stunden im Ofen lassen. Eine halbe Stunde vor dem Servieren auf 200 Grad hochheizen, damit der Braten eine schöne Kruste bekommt.

Wer will, serviert dazu Ofenkartoffeln und Gemüse (rote und gelbe Paprikaschote, 1 gelbe und eine grüne Zucchini, das Weiße von einem Bund Lauchzwiebeln, Gelbe Rüben). Das Gemüse eine halbe Stunde vor Ende der Garzeit mit Salz und Olivenöl zum Fleisch geben.

Mandeleis:

6 Eier und 400 ml Sahne im Kochtopf unter ständigem Rühren bei geringer Hitze zum Siedepunkt bringen (nicht kochen, sonst gerinnt die Masse!)
200 g Zucker,
1 Vanilleschote (ausgekratzt),
200 g ganze Mandeln,
50 ml Ahornsirup,
50 ml Cremesherry,
Prise Zimt.

Zubereitung: Mandeln anrösten, die Hälfte des Zuckers zufügen. Rühren, bis er schmilzt. Abkühlen lassen, bis die Mandelmasse fest ist. Das Ganze fein hacken. Die Eimasse abkühlen lassen, die gehackten Mandeln zufügen. Mit Sherry, dem restlichen Zucker und dem Ahornsirup vermengen. In die Eismaschine füllen und die Masse gefrieren lassen.

Tipp: Dazu gibt’s filetierte Orangen.

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