1. Startseite
  2. Leben
  3. Genuss

Pappbecher oder Porzellantasse: So schmeckt Kaffee tatsächlich am besten

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Anne Tessin

Kommentare

Pappbecher für den Kaffee? Nicht nur geschmacklich fragwürdig.
Pappbecher für den Kaffee? Nicht nur geschmacklich fragwürdig. © picture alliance/dpa/Gregor Fischer

Ist es nur Einbildung, oder schmeckt Kaffee aus einer echten Porzellantasse wirklich besser, als aus dem Pappbecher? Dabei soll selbst die Tassengröße eine Rolle spielen.

Winzige Espressotassen, große Cappuccinobecher, beschichtete Pappbecher und Bambuscups – Kaffee wird aus vielen verschiedenen Gefäßen getrunken und die richtige Wahl ist dabei weitaus weniger beliebig, als viele denken.

Kaffeetasse beeinflusst die Erwartung von Kaffeetrinkern

Eine Studie, die seinerzeit im Magazin Food Quality and Preference erschienen ist, will einen Zusammenhang zwischen der Höhe und dem Durchmesser einer Kaffeetasse und dem Geschmack des schwarzen Muntermachers entdeckt haben. Teilnehmer aus Großbritannien, Kolumbien und China sollten Bilder von Tassen sortieren und schätzen, welche Eigenschaften sie mit dem enthaltenen Kaffee assoziieren, ausgehend von

Das Ergebnis: Je kleiner und enger eine Tasse war, desto bitterer, kräftiger und intensiver schätzten die Studienteilnehmer den darin enthaltenen Kaffee ein. In großen und breiten Tassen vermuteten die Personen dagegen milderen und süßeren Kaffee. Ideal ist es, wenn die Erwartungen, die eine Kaffeetasse hervorruft, auch vom darin enthaltenen Kaffee tatsächlich erfüllt werden.

Auch interessant: Sie trinken Kaffee im Büro? Hören Sie schnell damit auf!

Deshalb schmeckt Kaffee aus der Porzellantasse besser als aus dem Pappbecher

Ausgehend von diesen Studienergebnissen könnte man die verbreitete Annahme, dass Kaffee aus Porzellantassen besser schmeckt als aus Pappbechern, so erklären: Hier "trinkt das Auge mit". Das Unterbewusstsein und die eigene Erfahrung suggerieren, dass der Kaffee, der in "echten" Tassen ausgeschenkt wird, höherwertig ist. Aber damit ist es nicht ganz getan.

Die Tasse, und hier speziell Material und Form, hat tatsächlich einen Einfluss auf den Kaffeegeschmack. Als Faustregel für die richtige Kaffeetasse gilt: Je weniger Kaffee, desto besser sollte das Gefäß isolieren, damit die Temperatur lange gehalten wird. Deshalb sind Espressotassen häufig sehr dickwandig und klein. Auch die Öffnung der Tasse ist wichtig für den Kaffeegeschmack. Ein kleine Öffnung erhält die Crema, also den Schaum, des Kaffees länger. So bleibt das Aroma in der Tasse. Bei Kaffeespezialitäten, die mit Milchschaum zubereitet werden, ist diese Eigenschaft nachrangig. Hier fängt der feste Milchschaum das Aroma ein und die Tassenöffnung darf ruhig groß sein.

Lust auf etwas Neues? Probieren Sie mal Dalgona-Kaffee aus!

Nun erklärt sich schnell, warum gerade purer Espresso oder schwarzer Kaffee aus dem Papp- oder Plastikbecher nicht wirklich schmecken: Sowohl Hitze als auch Aroma gehen zu schnell flöten. Der Eigengeschmack und -geruch von Pappe oder Plastik tun dann ihr Übriges dazu, da der Kaffee schnell den Geschmack dieser Materialien annimmt. Nicht umsonst stellt man Kaffeepulver in Schränke, um schlechte Gerüche zu neutralisieren.

Weder Milch noch Zucker: Diese Zutat hilft wirklich gegen bitteren Kaffee

Die perfekte Tasse für jeden Kaffee

Lesen Sie auch: Ihr Kaffee ist bitter? Dann haben Sie diese einfachen Fehler gemacht

ante

Auch interessant

Kommentare