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Pilze selbst sammeln kann gefährlich werden: Am besten nimmt man an einer Pilzwanderung mit einem Experten teil. Foto: Klaus-Dietmar Gabbert

Vorsicht, Verwechslungsgefahr!

Pilze finden und richtig bestimmen

Im Spätsommer und Herbst ist es wieder an der Zeit, im Wald auf Entdeckungsjagd zu gehen und Pilze zu sammeln. Doch isst man die falschen Gewächse, kann das böse enden. Ein Experte gibt Tipps zur richtigen Bestimmung.

Frankfurt/Main (dpa/tmn) - Langsam sprießen die Pilze wieder - und locken Sammler in den Wald. Doch beim Pilzesammeln kann man viel falsch machen. Pilzexperte Peter Karasch von der Deutschen Gesellschaft für Mykologie erklärt im Interview, was Sammler beachten müssen und wo die Gewächse am ehesten zu finden sind.

Wie erkenne ich essbare Pilze?

An der Summe aller Merkmale. Man muss sich grundsätzlich in die Pilzkunde einarbeiten - das macht man am besten mit einem Einführungskurs oder besucht eine Pilzwanderung, die Pilzsachverständige durchführen. Solche Fachleute gibt es fast in jedem Landkreis.

Woher weiß ich, von welchen Pilzen ich auf jeden Fall die Finger lassen sollte?

Auch da gibt es keine allgemeinen Regeln. Es gibt 15 potenziell tödlich giftige Pilzarten in Deutschland. Mit denen sollte man sich schon mal eingehender beschäftigen. Aber auch mehr als 150 weitere mehr oder minder giftige Arten. Neben Einführungskursen gibt es auch gute Pilz-Literatur. Grundsätzlich gilt: Man kann als Einsteiger alles und nichts verwechseln und muss daher besonders vorsichtig sein.

Wo finde ich in meiner Umgebung die meisten Pilze?

Man sollte sich an der Witterung, insbesondere den Regenmengen orientieren. Sinnvoll ist, im Internet zu recherchieren, wo es in meiner Umgebung in den vergangenen zwei bis vier Wochen viel geregnet hat. Bei den trockenen Böden, die wir im August hatten, sollten es schon mehr als 100 Liter Niederschlag in einem Zeitraum von ein bis zwei Wochen gewesen sein. Nur wenn es satt regnet, kommen zur Zeit auch Pilze. Die ersten kommen auf den Wiesen, das sind die Wiesenchampignons. Die Waldpilze brauchen zwei bis drei Wochen. Bis zum ersten stärkeren Frost können Sie dann Pilze finden.

Was ist von Pilz-Apps zu halten, die mir bei der Bestimmung helfen sollen?

Es gibt gute und schlechte Apps. Allgemein kann man sagen, dass eine App kein Buch und natürlich keine Praxiserfahrung ersetzt. Sie kann nützlich sein, aber man sollte nicht nur darauf vertrauen.

Wie ernte ich Pilze richtig?

Antwort: Bekannte Pilzarten kann man abschneiden, säubern und in einen Korb packen. Möchte man unbekannte Arten bestimmen, sollte man sie ganz ernten. Man dreht sie dafür vorsichtig samt Stiel heraus und nimmt am besten ein junges, ein mittelaltes und ein älteres Exemplar mit. Man sollte diese Pilze dann unbedingt getrennt vom anderen Sammelgut transportieren. Jeder unbekannte Pilz kann potenziell giftig sein.

Was sind Anzeichen einer Pilzvergiftung?

Übelkeit und Erbrechen. Bei leisesten Anzeichen gilt es, sofort einen Arzt oder ein Krankenhaus aufzusuchen. Unbedingt die restlichen Pilze mitbringen, damit die Ärzte und Pilzsachverständigen sehen können, was man gegessen hat. Es gibt auch harmlosere Unverträglichkeiten, aber wenn man den Verdacht hat, dass man sich vertan haben könnte, sollte man die Sache auf keinen Fall abtun. Die tödlich giftigen Arten wie zum Beispiel die Knollenblätterpilze zeigen nämlich nach Erbrechen erst einmal Symptome einer leichten Besserung, bevor es dann richtig schlimm wird.

Literatur:

Rita Lüder, Einfach sicher Pilze sammeln. Speisepilze & ihre giftigen Doppelgänger, ISBN 978-3-8354-1714-4, 10,00 Euro.

Gerhard Schuster, 10 Pilze: Die sichersten Arten finden und bestimmen, ISBN 978-3-8186-0397-7, 9,90 Euro.

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