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Ein überdimensionaler Tellerstapel führt vom Erdgeschoss zum Lokal hinauf. Geschäftsführer Magnus Müller-Rischart gefällt die Skulptur von Designerin Angelina Hien.

Restaurant am Stachus

Neues Rischart-Restaurant: Mit Tellerstapel und Tomatensessel

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München - Rischart ist bekannt für seine Backwaren und das Café am Marienplatz. Jetzt hat das Traditionsunternehmen am Stachus ein Restaurant eröffnet. Es lockt mit einer tollen Aussicht auf den Karlsplatz – und einer Einrichtung, die auch Alice aus dem Wunderland gefallen würde.

Direkt am Stachus-Rondell hat Rischart das Restaurant eröffnet. Hier war zuvor das Café „Stacherias“ zu finden.

Burger, Pommes und Betrieb fast rund um die Uhr: Mit Gastronomie am Stachus verbinden die meisten Münchner das Schnellrestaurant mit dem gelben „M“. Eine US-amerikanische Kette dominiert den vielleicht meistfotografierten Platz der bayerischen Landeshauptstadt. Doch auf der anderen Seite des Brunnens hat sich am Rondell nun auch ein Münchner Traditionsunternehmen niedergelassen: Der Backwaren-Hersteller Rischart hat dort sein erstes Restaurant eröffnet, das mit viel Liebe zum Detail überrascht und nicht nur für Touristen einen Besuch wert ist.

„Max Eatery“ steht seit Kurzem am denkmalgeschützten Rondellbau aus dem Jahr 1802 geschrieben. Geschäftsführer Magnus Müller-Rischart, 37, Leibspeise Zwetschgendatschi, hat bewusst den Begriff „Eatery“ (Englisch für Speiselokal) anstelle von „Restaurant“ gewählt. „Das soll Leichtigkeit vermitteln“, sagt er. „Und ,Max‘ ist eine Hommage an den Firmengründer Max Rischart, meinen Ur-Urgroßvater.“

Tomatensessel und Macaronhocker: Verspielte Unikate finden sich im gesamten Restaurant.

Wer jetzt gerechnet hat, weiß: Magnus Müller-Rischart führt das Unternehmen in fünfter Generation. Der 37-Jährige hat nicht nur BWL studiert, sondern ist auch gelernter Bäcker- und Konditormeister. Dass ihm das Speiselokal ein persönliches Anliegen war, erklärt die aufwendige Gestaltung: Eine Skulptur aus gestapelten Tellern führt die Gäste vom Erdgeschoss in den ersten Stock, an einem Treppengeländer aus stilisiertem Besteck entlang. Gespeist wird an hellen Tischen, von denen einige aussehen wie mit Schokolade gefüllte Doppelkekse. Die grünen Hocker: überdimensionale Macarons auf vier Beinen. Es gibt einen Tomatensessel und gehäkelte Apfel- und Birnenkissen. Das wirkt jedoch nicht albern, sondern erstaunlich schick in Kombination mit antiken Lüstern, Stuck und schlichten Holzmöbeln.

Ein malerischer Ausblick bietet sich Gästen, die einen Platz auf dem Balkon ergattert haben.

Die charakteristischen Unikate hat Angelina Hien entworfen. Die Designerin arbeitet seit mehr als 20 Jahren für Müller-Rischarts. Sie erdachte auch das „Café Kaiserschmarrn“, ein Zelt im Stil eines Lebkuchenschlosses, das die Familie seit 2007 auf der Wiesn betreibt. Hiens verspielte Handschrift bildet einen spannenden Kontrast zu den denkmalgeschützen Räumen. Die alten Stuckmuster über den Türen ergänzte sie übrigens durch neue Elemente in Form von Bananen, Kaffeetassen und Karotten, die „durch den Raum wandern“, wie es die Designerin ausdrückt. Sie sagt: „Es gibt viele Kleinigkeiten, die man erst auf den zweiten Blick entdeckt.“

Nicht so kreativ wie die Einrichtung zeigt sich die Karte. Gerichte wie Käsespätzle (13.20 Euro), Wiener Schnitzel (19,80 Euro) und Burger (14,80 Euro) gibt es überall in der Stadt zu finden – wenn auch nicht in der Qualität. Das Lokal soll eben nicht nur den Einheimischen gefallen, sondern auch den Touristen.

Jeder Kritiker wird jedoch bei einem Frühstück auf dem Balkon versöhnt: Wer es schafft, einen der zehn Plätze zu ergattern, genießt sein Essen mit einer grandiosen Aussicht. Der Blick auf den Stachus-Brunnen und das Hotel Königshof ist vertraut und doch spannend aus der ungewohnten Perspektive.

„Max Eatery“ am Stachus hat täglich von 8 bis 23 Uhr geöffnet. Reservierungen unter 089/ 23 17 00 48 0.

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