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So schmeckt der Apfelstrudel in Bayern: Ski-Legende Rosi Mittermaier hat für ihren Strudel den Teig hauchdünn ausgerollt und mit Äpfeln belegt. So mag ihn ihr Mann Christian Neureuther am liebsten.

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Rosis Apfelstrudel: „Der Rahm macht’s“

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In ihrem Sommerhaus zeigen uns Rosi Mittermaier und Christian Neureuther, wie man einen richtig guten Apfelstrudel zubereitet. Das Geheimnis: Der Rahm macht den Unterschied.

Die Berge kennen Rosi Mittermaier und Christian Neureuther wie ihre Westentasche. Allerdings nur im Winter. „In den 1970er Jahren waren wir ständig in Südtirol“, erinnert sich das Skifahrer-Ehepaar. „Viel gesehen haben wir damals aber nicht. Wir sind nur Ski gefahren.“

Das haben die beiden jetzt nachgeholt und dabei viel Neues entdeckt. „Kommt doch mal im Sommer zu mir nach Seis“, habe die Südtiroler Skirennfahrerin Denise Karbon den beiden Kollegen bei ihrem letzten Weltcuprennen zugerufen. Im vergangenen Jahr war es endlich soweit. Ihr Fazit: „Südtirol ist nicht nur eine Reise wert.“

Blumen gehören auf den Tisch: Christian Neureuther hat für seine Köchin Wiesenblumen gepflückt.

Rosi Mittermaier und Christian Neureuther sitzen in ihrem Sommerhaus nahe Garmisch und erzählen: „Südtirol hat uns fasziniert.“ Es sei ein „gesegnetes Land, die Natur traumhaft, die Menschen herzlich, die Küche köstlich“. Die beiden Skifahrer-Legenden haben sich mit dem Fotografen Christjan Ladurner südlich der Alpen umgesehen, abseits der touristischen Pfade. „Wir waren bei den abgelegensten Almen. Haben Bäuerinnen ebenso getroffen wie Sterneköche. Eine bunte Mischung“, sagt Christian Neureuther. „Ein Erlebnis“ für die beiden Bergfexe.

Die beiden Skistars waren im vergangenen Sommer in Südtirol und haben dabei erfahren, dass südlich des Brenners der Apfelstrudel aus Mürbteig gemacht wird. „Auch gut“, sagen die beiden.

Ursprünglich sollte die Reise in einem Kochbuch münden – „ich habe schon als kleines Mädchen kochen geliebt. Meine Großmutter war die erste Köchin vom Salvatorkeller in München“, erzählt Gold-Rosi. Doch dann sind es „kulinarische Begegnungen“ in Buchform geworden. „Dabei haben wir viel gelernt. Unter anderem, dass der Südtiroler Apfelstrudel ganz anders geht als der bayerische“. Rosi Mittermaier ist selbst eine leidenschaftliche Köchin. „Ich koche täglich“, sagt sie. Geschickt hantiert die 65-Jährige mit dem Strudelteig. Schnell liegt er hauchdünn auf dem Küchentuch. Rosis Geheimnis für den Apfelstrudel: „Ich verwende Rahm statt flüssiger Butter.“ Beim Auftragen verteilt sie ihn großzügig auf dem Teig: „Rahm und später flüssige Butter sind beim Kochen nie schlecht. Da braucht man nicht sparen.“

Kaffeetafel im Sommerhaus: Rosi Mittermaier und Christian Neureuther bewirten Stephanie Ebner.

Dafür kommen sonst kaum Zutaten in ihren Apfelstrudel, nicht mal Rosinen. Das hat auch einen Grund: „Mein Onkel hat mir als kleines Mädchen erzählt, dass die Rosinen in Wirklichkeit tote Fliegen sind. Das hat sich mir ins Gedächtnis eingebrannt“, erzählt Rosi Mittermaier mit einem Lachen. Seitdem sind Rosinen in ihrer Küche tabu. Die Äpfel werden übrigens mit einem scharfen Messer klein geschnitten – „ja nicht hobeln, sonst wird’s ein Batz“, lautet der Tipp der Hobbyköchin. Während der Apfelstrudel im Rohr bäckt, deckt Rosi Mittermaier den Tisch. Mit feinem Nymphenburger Porzellan. „Das hat sich der Christian mit 18 Jahren von seinem ersten selbst verdienten Geld gekauft.“ Dessen Urgroßvater Eugen Napoleon war einst bei der Nymphenburger Porzellan-Manufaktur angestellt, daher der Bezug zum Porzellan.

In der Tischmitte drapiert die Skilegende einen Strauß mit Wiesenblumen. Den hat Christian Neureuther in der Zwischenzeit auf der Wiese vor dem Haus gepflückt. „Eine gedeckte Tafel ohne Blumen ist nur halb so schön“, sagt sie. Das habe ihr schon die Mutter beigebracht. Mit Rosenblüten und Puderzucker ist schließlich auch der Strudel geschmückt. Schon beim ersten Bissen wird klar: Der Rahm macht den feinen Unterschied. Nachbacken lohnt sich.

Zweierlei Apfelstrudel

Rosis Apfelstrudel 

Für den Teig:
200 g Mehl
1 Ei
1 Prise Salz
2 EL Öl
50 ml Wasser, lauwarm

Für die Fülle:
5 Äpfel
1 EL Zitronensaft
1 EL Schnaps
80 g Zucker
etwas Rahm
etwas Butter
125 ml Milch
1 EL Puderzucker zum Bestreuen

Zubereitung:

  1. Das Mehl auf die Arbeitsfläche sieben, einen Kegel anhäufen, oben eine Mulde machen, in die Mulde kommen Ei, Salz und Öl. Alles mit einer Gabel verrühren.
  2. Mit der anderen Hand langsam das Wasser zugießen, die Mulde immer größer verrühren, bis der Teig die richtige Konsistenz hat.
  3. Dann mit beiden Händen kräftig durchkneten, bis der Teig glatt und geschmeidig ist. Zu einer Kugel formen und mit Öl bestreichen.
  4. 30 Minuten rasten lassen.
  5. In der Zwischenzeit die Äpfel schälen, entkernen, feinblättrig schneiden, mit Zitronensaft und einem Schnaps beträufeln.
  6. Auf einem bemehlten Tuch den Teig mit dem Nudelholz austreiben, mit beiden Handrücken von der Mitte nach allen Seiten hin weiter ausziehen bis er papierdünn ist, aber nicht reißt.
  7. Circa ein Drittel des Teiges mit Rahm bestreichen.
  8. Die anderen zwei Drittel mit den geschnittenen Äpfeln belegen und Zucker darüberstreuen.
  9. Nun wird der Strudel durch Anheben des Tuches eng aufgerollt, bei der Seite mit der Fülle beginnend.
  10. Eine Reine mit etwas Butter ausstreichen, den Strudel drauf legen (mithilfe des Tuches).
  11. Restliche Butter zerlassen, den Strudel damit bestreichen und ca. 40 Minuten bei 180 ˚C Ober- und Unterhitze backen.
  12. Wenn er leicht gebräunt ist, noch eine Tasse Milch darüber träufeln und noch 5 Minuten fertig backen, bis die Milch verdampft ist.
  13. Mit Puderzucker bestreuen und noch warm servieren.

Südtiroler Apfelstrudel aus Mürbteig 

Für den Mürbteig:
200 g Butter
100 g Zucker
1 Ei
300 g Mehl
1 Prise Salz

Für die Fülle:
7 Äpfel
50 g Zucker
50 g Semmelbrösel, in etwas Butter geröstet
40 g Sultaninen
20 g Pinienkerne
2 EL Rum
1 Pkg. Vanillezucker
1 Msp. Zimt
1 Msp. Zitronenschale, gerieben
1 Eigelb zum Bestreichen
1 EL Puderzucker zum Bestreuen

Zubereitung: 

  1. Für den Mürbteig die kalte Butter klein schneiden und mit dem Zucker und dem Ei verkneten, entweder mit den Knethaken des Handrührgerätes oder mit möglichst kalten Händen.
  2. Das Mehl und eine Prise Salz über das Buttergemisch sieben und mit kalten Händen alles rasch zu einem glatten Teig verkneten. Vorsicht: Zu langes Kneten lässt den Teig brüchig werden.
  3. Den Teig zu einem Ziegel formen, in Folie einwickeln und mindestens 30 Minuten, besser noch eine Stunde, im Kühlschrank ruhen lassen.
  4. Die Äpfel schälen und entkernen, dann in kleine Scheiben schneiden und mit Zucker, Semmelbröseln, Sultaninen, Pinienkernen, Rum, Vanillezucker, Zimt und Zitronenschale mischen.
  5. Den Teig auf einer bemehlten Arbeitsfläche ausrollen, zwei Längsstreifen vom Teig abschneiden und zum Verzieren bereitstellen.
  6. Den ausgerollten Teig auf ein eingefettetes oder mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen.
  7. Die Apfelfüllung verteilen und den Teig von beiden Seiten zuklappen, dadurch hat mehr Fülle Platz.
  8. Das Eigelb verquirlen und den Strudel damit bestreichen.
  9. Mit den Teigsteifen ein Rautenmuster auf den Strudel legen und im vorgeheizten Backofen bei 180 ˚C Ober- und Unterhitze oder 160 ˚C Umluft ca. 35 Minuten backen.
  10. Mit Puderzucker bestreuen.

Tipp: Zu beiden Apfelstrudeln passen Vanillesoße oder geschlagene Sahne.

Von Stephanie Ebner

GEWINNSPIEL

Rezepte aus dem Urlaub gesucht

Endlich Sommerferien. Wer will, bringt uns ein Rezept aus dem Urlaub mit. Denn auch in diesem Jahr suchen wir das schönste Urlaubsrezept. Mitmachen lohnt sich: Das beste Urlaubs-Rezept gewinnt eine Reise nach Südtirol, in ein bezauberndes Traditionshotel. In der „Goldenen Rose“, einem Vier-Sterne-Hotel in Schnals Südtirol, kann unser Gewinner mit einer Begleitperson ein Wochenende seiner Wahl in dezentem Luxus verbringen. 

Außerdem verlosen wir fünf von Rosi Mittermaier und Christian Neureuther signierte Bücher. In diesem Sinn: Wir wünschen erholsame Ferien und freuen uns auf ihre Urlaubsrezepte. Einsendeschluss für die Rezepte ist Dienstag, 13. September. Diese bitte per E-Mail an gastro@merkur.de senden. Oder per Post an Redaktion „Mein Küchengeheimnis“, Münchner Merkur, Paul-Heyse-Straße 2-4 in 80336 München schicken. 

Noch eine Bitte: Versehen Sie Ihr Rezept mit ein paar Angaben zu Ihrer Person und wo Sie das Gericht entdeckt haben. Wir freuen uns auf Ihre kulinarischen Urlaubsmitbringsel!

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