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Der Ostermorgen kann kommen

mein Küchengeheimnis

Royaler Oster-Zopf

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Zum Oster-Frühstück tischt die bayerische Milchkönigin Susanne Polz (25) schmackhafte Brotaufstriche auf. Diese schmecken garantiert nicht nur zum Osterbrunch.

Mit durchgedrücktem Rücken steht Susanne Polz in der Küche. Die steife Haltung liegt aber nicht etwa daran, dass die 25-Jährige nicht gerne in der Küche steht. Das Gegenteil ist vielmehr der Fall: „Ich koche und backe leidenschaftlich gerne.“ Die Krone, die Susanne Polz auf ihrem Kopf festgesteckt hat, hindert die Milchkönigin daran, sich locker zwischen Herd und Spüle zu bewegen, besorgt fügt die junge Frau noch hinzu: „Hoffentlich muss das Dirndl hinterher nicht in die Reinigung.“

Hefeteig großzügig nach dem Ruhen zu einem Rechteck ausrollen, dann dritteln.

Seit einem Jahr ist Susanne Polz Milchkönigin. Neben ihrer Arbeit präsentiert sie die bayerische Milchwirtschaft. „Einmal Prinzessin sein, das ist doch der Traum von fast jedem Mädchen.“ Da macht Susanne Polz keine Ausnahme. Dennoch war es ihr Arbeitgeber, die Privatkäserei Bergader, der Susanne Polz ermutigte, sich um den royalen Posten zu bewerben. „Ich habe meine Unterlagen hingeschickt und nicht wirklich daran geglaubt, dass ich die neue Milchkönigin werden würde“, sagt sie rückblickend. Deshalb habe sie auch ihren Freundinnen gar nichts über die Bewerbung erzählt. „Die haben die Neuigkeit deshalb aus dem Radio erfahren.“

Susanne Polz setzte sich gegen über 35 Mitbewerberinnen durch, und das, obwohl sie nicht aus einem Milchviehbetrieb stammt. Aber ihre offene Art überzeugte die Jury – und ihr Fachwissen. Susanne Polz wächst im idyllischen Oberland auf, einen großen Teil ihrer Kindheit verbringt sie auf dem Bauernhof ihres Onkels. Auf dem Gymnasium wählt sie den sozialen Zweig, Hauswirtschaft gehört zu ihren Lieblingsfächern in der Schule. Nach dem Abitur geht sie nach Weihenstephan, studiert Lebensmitteltechnologie. Danach fängt sie bei Bergader an – die Milchbranche war die bevorzugte.

Milchkönigin Susanne Polz hat den Frühstückstisch schon dekoriert und tischt Merkur- Redakteurin Stephanie Ebner lauter Köstlichkeiten auf.

Noch ein Jahr ist Susanne Polz als Milchkönigin unterwegs, da hat sie wenig Zeit zum Kochen oder Backen. „Das ist schade, denn ich backe wirklich sehr gerne.“ Jetzt zu Ostern nimmt sich die junge Frau aber Zeit zum Backen: „Ein ausgiebiges Frühstück nach der Osternacht gehört für meine Familie einfach dazu.“ Hefegebäck mache sich dabei immer gut, sagt Susanne Polz. Das hat sie von ihrer Oma Maria Stöckl gelernt. „Für Ostern muss es ein besonderer Zopf sein“, sagt die Milchkönigin. Königsklasse eben. Der Teig selbst ist nicht besonders schwer, ein ganz normaler Hefeteig, das Besondere ist die Füllung. Da die drei Zopfstränge gefüllt sind, benötigt es etwas Geschick, diese zu flechten. „Bei dieser Arbeit zeigt sich, ob man ordentlich gearbeitet hat“, sagt die Milchkönigin. Wenn nicht, „gibt es ein Gebatzel, die Füllung läuft aus“. Die Mühe lohne sich aber, sagt die 25-Jährige: „Der Quarkzopf schmeckt nicht nur zum Frühstück, sondern auch zum Nachmittagscafé. Da braucht man gar keinen Kuchen mehr.“

Zum royalen Osterfrühstück gibt’s zudem selbstgebackene Semmeln („die gehen ganz schnell“). Die Aufstriche könne man hervorragend am Vorabend herstellen. Und danach gehe es vielleicht raus in die Berge – zum Skifahren, Rodeln oder Wandern. Je nach Wetter. „In den Bergen kann ich mich am besten erholen“, sagt die 25-Jährige.

Das schmeckt nicht nur zum Osterbrunch

Buttermilch-Dinkel-Semmeln

250 g Dinkelmehl
250 g Weizenmehl
1 TL Salz
1 TL Zucker
2 EL Öl
3 EL Leinsamen
1 TL Kümmel
1 TL Anis
1 Stk. Hefe
50 ml Milch
250 ml Buttermilch
1 Ei
eventuell etwas Sesam

Zubereitung:

1. Mit lauwarmer Milch, Zucker, etwas Mehl und der Hefe (einbröseln) ein Dampferl herstellen. Dieses 10 Min. gehen lassen, bis sich die Masse verdoppelt hat. Dann alle restlichen Zutaten in eine Schüssel geben, gut durchkneten und für circa eine Stunde zugedeckt an einem warmen Ort gehen lassen.

2. Anschließend den Teig nochmals gut durchkneten, eine Rolle formen und in gleichgroße Stücke (12 Stück) schneiden. Kleine Weckerl formen, auf ein Backblech legen, Oberfläche kreuzförmig einschneiden, mit Ei bepinseln sowie mit Sesam bestreuen. Semmeln kurz gehen lassen.

3. In den vorgeheizten Backofen auf die mittlere Schiene setzen. Ein flaches Gefäß mit Wasser in das Rohr stellen. Die Semmeln bei 220 Grad 25 Min. backen.

1. Aufstrich: Frühlings-Hüttenkäse mit Aprikosen-Chutney

400 g körniger Frischkäse
100 g rote und grüne Paprika
1 kleine Peperoni
2 TL Schnittlauchröllchen
2 TL Petersilie, fein gehackt
80 ml Sahne
Salz und Pfeffer

für das Aprikosen-Chutney

250 g weiße Zwiebeln
100 g getrocknete Aprikosen
1 EL Rohrzucker
1 EL Gelierzucker (2:1)
20 ml Walnuss-Essig
2 EL Aprikosenmarmelade
1 kleine Peperoni,
1 Zimtstange
1 Lorbeerblatt

Zubereitung:

1. für den Hüttenkäse: Paprika und Peperoni fein würfeln und mit Frischkäse verrühren. Die Masse mit Salz, Pfeffer und Kräutern würzen. Sahne steif schlagen und unterheben.

2. für das Chutney: Zwiebeln schälen und mit den Aprikosen fein würfeln. Im Topf Rohrzucker goldbraun karamellisieren, anschließend mit 100 ml Wasser ablöschen und solange rühren, bis sich das Karamell vollkommen aufgelöst hat. Die Peperoni klein hacken und mit Lorbeerblatt, Zimtstange, Essig, Zwiebeln, Aprikosenwürfel, Gelierzucker und Marmelade ca. 10 min köcheln lassen. In Gläser abfüllen und abkühlen lassen.

2. Aufstrich: Blauschimmelcreme mit Cranberries sowie Tomatensalat

300 g würziger Blauschimmelkäse
160 g Frischkäse
80 g weiche Butter
1 EL getrocknete Cranberries
für den Salat: 700 g Tomaten
2 rote Zwiebeln
1 Bund Petersilie
1 Bund Dill
6 TL Sonnenblumenöl
4 TL Essig
Salz, Pfeffer, gemahlener Kreuzkümmel

Zubereitung:

1. Den Blauschimmelkäse klein schneiden und mit Frischkäse und weicher Butter verkneten. Die Masse mit Salz, Pfeffer und gemahlenen Kreuzkümmel würzen. Nach Belieben Cranberries darüber streuen. Die Masse kalt stellen.

2. für den Salat: Die Tomaten waschen und klein schneiden. Die roten Zwiebeln schälen und fein hacken. Alle Kräuter waschen, trockenschütteln und fein hacken. Zu den Tomaten und Zwiebeln die Kräuter geben und mit Salz, Pfeffer, Essig und Öl mischen. Salat etwas durchziehen lassen.

Quark-Hefe-Zopf

für den Hefeteig:

500 g Weizenmehl
1 Stück Hefe
2 Eier
2 Eigelb
50 g Zucker
100 g geschmolzene Butter
250 g Magerquark
50 ml Milch

für die Füllung:

250 g Magerquark
100 Zucker
1 Päckchen Vanillezucker
1 Schale Zitrone
2 Eier
4 EL Lemon Curd
1 Päckchen Pudding Pulver

für den Guss:

100 g Puderzucker
etwas Zitronensaft

Zubereitung: 

1. In die lauwarme Milch Zucker und etwas Mehl sowie die Hefe einbröseln und ein Dampferl herstellen, ca. 10 Minuten gehen lassen, bis sich die Masse verdoppelt hat. Dann alle Zutaten für den Hefeteig in eine Rührschüssel geben und mit dem Knethaken zu einem geschmeidigen Teig vermengen. Den Teig ruhen lassen, bis er sich fast verdoppelt hat.

2. Währenddessen die Füllung vorbereiten. Dazu Quark, Zucker, Vanillezucker, Eier, Zitronenschale und Zitronencurd gut verrühren. Das Puddingpulver zugeben und ca. 3 Minuten rühren.

3. Den Teig nochmals gut durchkneten und großzügig rechteckig ausrollen. Anschließend in 3 längliche Teile schneiden. Auf jedes Teil die Quarkcreme streichen und sorgfältig einrollen. Die drei Teigstränge zu einem Zopf flechten und auf dem Backblech nochmals 20 Minuten ruhen lassen. Ein Eigelb mit etwas Milch verquirlen und den Topf bestreichen.

4. Im vorgeheizten Ofen bei 180 ˚C für 30 Minuten backen. Den noch lauwarmen Zopf mit Zuckerguss bestreichen.

Von Stephanie Ebner

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