Massimo Chiti in der „Rustikeria“
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La dolce vita mitten in München: In der „Rustikeria“ von Massimo Chiti gibt es keine Pizza, sondern köstliche Aperitiv-Platten.

Zum Start der Osterferien

Italienische Lebensfreude auf dem Teller

  • Stephanie Ebner
    vonStephanie Ebner
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Heute beginnen die Osterferien. Häufig der Startschuss für den ersten Italien-Trip im Jahr. Corona macht uns da aber einen gewaltigen Strich durch die Rechnung. Auf das Italien-Feeling müssen wir trotzdem nicht verzichten. Dafür sorgt Massimo Chiti (42). Er holt uns italienische Lebensfreude nach München.

Es gibt sie wirklich, Paare, die auf der Wiesn die Liebe fürs Leben getroffen haben und dann zusammenbleiben. Es war der 7. Oktober 2012 als sich Sabine und Massimo auf der Theresienwiese in München über den Weg liefen und sich sofort ineinander verliebten. Zwar nicht am sogenannten Italiener-Wochenende, wie man vielleicht vermuten könnte, sondern am letzten Wiesntag.

Sabine (41) lebte damals in München, Massimo in der Toskana. Rund 700 Kilometer voneinander entfernt. „Anfangs führten wir eine Fernbeziehung. Trafen uns auf halbem Weg in Südtirol“, erzählt Sabine. Sie spricht fließend italienisch. Und das ist auch gut so, denn das Rustikeria“, ihr „Glockenbach-Cinta-Senese-Italiener“ hat sich mittlerweile zu einem Treffpunkt für Massimos Landsleute gemausert. Doch bis es so weit war, gingen noch ein paar Jahre ins Land.

Teamwork: Das Ehepaar Chiti packt Boxen ein. Diese werden genauso liebevoll belegt wie die Brotzeitbretter.

Bereits im Sommer 2013 zog Massimo nach München zu seiner Liebsten – „wir waren das Pendeln leid“.

Zunächst fand der Quereinsteiger bei einer Catering-Firma einen Job, „doch wir träumten vom eigenen Lokal“, erzählt Sabine. Es dauerte, bis die Chitis die Räume an der Angertorstraße in München entdeckten und für sich umbauten. Es ist ein herrlich italienisches Kleinod geworden, mitten in München. Hier treffen sich Einheimische und Zugezogene auf einen Cafè oder ein Glas Wein.

Nach Pizza sucht man hier vergebens. Stattdessen servieren sie Schiacciata ripiena – das ist hausgebackene Focaccia, belegt mit mediterranen Köstlichkeiten wie luftgetrocknetem Toskana-Schinken, Pecorino, gegrilltem Gemüse und aromatischem Olivenöl extra vergine, erklärt Massimo das Konzept. Die Ware stammt ausschließlich aus seiner Heimatstadt Pistoia und Umgebung. „Hier kenne ich die Bauern, Metzger und Käsehersteller.“ Denn die italienische Kulturhauptstadt von 2017 hat nicht nur jede Menge Sehenswürdigkeiten zu bieten, sondern ist auch kulinarisch äußerst interessant.

Der Wahl-Münchner importiert Käse und Schinken aus seinem Heimatort in der Toskana.

Alles, was es in der Rustikeria zu kaufen gibt, stammt aus der Toskana. Da ist Massimo kompromisslos. Nur das Beste ist für seine Rustikeria gut genug – in den Speisen wie im Laden selbst steckt sein Herzblut. Zusammen mit seinem Vater hat er die Bottega Toscana umgebaut und sogar die Möbel selbst entworfen.

Drei Jahre ist die Eröffnung her, „die Leute kamen gerne zu uns“. Wer an einem Samstagabend spontan vorbeischaute, hatte meist keine Aussicht auf einen freien Tisch. Vorbei, seit einem Jahr halten sich die Chitis mit To-Go über Wasser. „Ohne staatliche Hilfen wären wir verloren gewesen“, sagt Sabine.

Jetzt hoffen die beiden auf einen guten Sommer – ein Schanigarten wäre ihr Traum, die Genehmigung dafür stellt sich als schwierig dar. „Unser Lokal liegt zwar in einer Seitenstraße, aber nicht in einer 30er-Zone. Die eigentlich notwendig ist.“ Vielleich klappt es ja doch noch, sagt ihr Mann voll Hoffnung. Die Chitis sehen zuversichtlich in die Zukunft. „Hilft ja nichts“, sagen sie beide. Nicht umsonst haben Sabine und Massimo als Firmenlogo ein (Wild)-Glücksschwein gewählt.

Picknick to go

Die Osterferien starten heute. In die Ferien fahren geht freilich nicht. Aber gut gehen lassen kann man es sich trotzdem.

Diverse Lokale, Feinkostgeschäfte und Cafés haben sich zusammengeschlossen und bieten ab sofort unter der Adresse www.picknickguide-muenchen.de verschiedene Boxen to go an.

Da gibt es italienische Antipasti von der „Rustikeria“ genauso wie hawaiianische Bowls und thailändische Suppen. Brunchkörbe nicht zu vergessen. So macht man mit einer gemütlichen Picknickdecke halt Urlaub daheim.

Und das Schönste: Das Wetter spielt mit. In der kommenden Woche steigen die Temperaturen auf über 20 Grad.

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