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Vom Marienhof an die Bar: Ex-Schauspieler Michael Jäger ist jetzt Kneipier.

Der Gastrotipp

Bier und äthiopischer Kaiserschmarrn

Kneipen-Atmosphäre à la Ruhrpott, Fußball rund um die Uhr: Der Ex-Marienhof-Schauspieler Michael Jäger führt eine Bar in der Maxvorstadt.

Auf dem großen Schwarz-Weiß-Foto aus Zeiten der Prohibition halten Männer mit Hüten und Schirmmützen Schilder hoch, auf denen steht: „We want beer!“ Wenn der „Salong“ in der Maxvorstadt ein Motto hat, dann das. So beinhaltet die von Klebestreifen zusammengehaltene Getränkekarte neben dem Augustiner vom Fass auch nur drei Rotweine, drei Weißweine, ein paar Schnäpse und Longdrinks. Was das Essen angeht, gehören Pommes für 2,50 Euro und Currywurst für 5,50 Euro zum Standard. „Wir haben nur Standards, keine Extras“, macht Michael Jäger das Konzept seiner Kneipe klar. Denn das ist der Salong: eine gemütliche Kneipe, keine Bar, keine Erlebnis-Gastronomie. Eine Kneipe wie im Ruhrpott – und gelegentlich auch in München. „Es muss einem nur einer sagen, wo“, erklärt Katrin, die am Tresen ein kaltes Augustiner trinkt. Sie wohnt um die Ecke, so wie viele andere Salong-Besucher auch. Der Wirt sagt: „Zu mir kommen Künstler, Ärzte, Schauspieler, Architekten, Studenten und Fußballfans.“ Beim Löwen-Fan läuft rund um die Uhr Fußball auf dem Flachbildschirm oder bei großen Spielen über Beamer – auch, wenn Bayern spielt, sagt Jäger und grinst. 70 bis 80 Prozent seien Stammgäste: „alles Mund-zu-Mund-Propaganda.“ Aber auch Jägers Vergangenheit wird den einen oder anderen an die Nordendstraße 10 ziehen. Denn vor seinem Leben als Wirt hat der 47-Jährige über zehn Jahre im „Marienhof“ mitgespielt und begrüßt jetzt im Salong viele alte Bekannte. Und die, die ihn nicht persönlich kennen, raunen einander zu: „Der kommt mir so bekannt vor.“ Irgendwann eine eigene Kneipe wollte Jäger schon, seit er sich in München zum Schauspieler – und Barkeeper – hat ausbilden lassen. Das ist 25 Jahre her. Am Ende serviert Jäger dann doch noch ein Extra. Und was für eins: Der Kaiserschmarrn seines äthiopischen Kochs ist die Wucht. Geöffnet montags bis donnerstags 17 bis 1 Uhr, freitags bis 2 Uhr, Samstag von 15 bis 2 Uhr.

Susanne Böllert

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