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„Milch und Bier passen hervorragend zusammen“, sagt Katharina Schlattl.

Mein Küchengeheimnis

Das schmeckt garantiert im Biergarten

In unserer Freitags-Serie verraten Leser ihr Küchengeheimnis. Diesmal zaubert die bayerische Milchkönigin aus Milchprodukten Biergarten-Schmankerl. Sie sagt: „Das muss in jeden Brotzeitkorb. Weil’s einfach gut schmeckt.“

Für Katharina Schlattl ist im Frühjahr vor einem Jahr ein Mädchentraum in Erfüllung gegangen. Mit gekröntem Haupt sitzt die junge Frau im königlich bayerischen Hirschgarten in München und strahlt. „Welches Mädchen träumt nicht davon, einmal eine Krone zu tragen?“ Die 25-jährige studierte Agrarwissenschaftlerin ist für zwei Jahre bayerische Milchkönigin. Bis zu 80 Termine pro Jahr nimmt sie als Milchkönigin wahr. In dieser Funktion stellt sie uns – zum offiziellen Auftakt der Biergartensaison – Rezepte für den Brotzeitkorb vor. „Da ist für jeden was dabei“, sagt die junge Frau zuversichtlich.

Brotzeit hat bei den Schlattls Tradition. Auf dem elterlichen Hof – einem Milchviehbetrieb mit 130 Milchkühen in der Nähe von Passau – gibt es zumeist abends Brotzeit. Nach der Stallarbeit. „Da haben wir alle Hunger.“

Katharina Schlattl ist heimatverbunden, an den Wochenenden fährt sie nach Hause aufs Land, hilft auf dem Hof mit. „Ich liebe die Arbeit mit den Tieren und an der frischen Luft“, sagt die Milchkönigin. Unter der Woche lebt sie bei Freising, wo sie auch studiert hat.

Dass sie diesen Berufsweg einmal einschlagen würde, stand für Katharina Schlattl schon als junges Mädchen fest. In der fünften Klasse im Gymnasium nach den Berufswünschen gefragt, sagte sie ganz klar: „Ich werde Bäuerin.“ Damals wurde sie ausgelacht. Daran erinnert sich die Agrar-Managerin noch heute. Doch die Belustigung der Mitschüler konnte sie von ihrem Wunsch nicht abhalten – „zum Glück“, sagt sie heute.

„Wenn man auf dem Hof aufwächst, lernt man schon früh Verantwortung zu übernehmen“, zieht sie Bilanz. „Für uns Kinder war es nie selbstverständlich, dass uns die Eltern zur Musikstunde oder zum Training fahren.“

Doch zurück zum Kochen, ihr Hobby. „Ich stehe gerne in der Küche“, sagt die kochende Milchkönigin. Am liebsten kocht sie bodenständig-bayerisch. Manchmal darf es aber auch chinesisch sein. „Ich liebe süß-sauere Gerichte.“

Ihr Favorit am heutigen Tag ist jedoch der marinierte Bergkäse. Beherzt hobelt Katharina Schlattl den Bergkäse in feine Scheiben – und gibt gleichzeitig praktische Tipps: „Wer keinen Käsehobel hat, kann den Käse auch in Würfel schneiden.“ Und wenn’s ganz schnell gehen muss: „Dann greift man einfach zu fertigen Käsescheiben.“

Den jungen Löwenzahn zupft man am besten auf ungedüngten Wiesen. Wer sich jedoch wegen des Löwenzahns nicht sicher ist, fragt im Gemüseladen nach Löwenzahn. Dort gibt es ihn mittlerweile auch als gezüchtete Sorte zu kaufen.

Bei einer bayerischen Brotzeit darf freilich ein Obazda nicht fehlen. Die möglichen Variationen sind schier unendlich. Die Milchkönigin liebt ihn „mit Frischkäse, dann ist er etwas leichter als wenn man nur mit Butter arbeitet“. Einfacher geht’s, wenn die Butter bereits Zimmertemperatur hat und der Camembert vorher in Würfel geschnitten wurde. Zum Schluss gibt Katharina Schlattl noch einen Schuss Bier unter die Käsemasse. „Das macht den Obazdn schön cremig.“ Und dazu schmeckt eine frisch gezapfte Mass. Selbst für die Milchkönigin muss es nicht immer Milch sein.

Stephanie Ebner

Mitnehm-Rezepte: Marinierter Bergkäse, Mozzarella bavarese und ein klassischer Obazda (für vier Personen)
Marinierter Allgäuer Bergkäse mit Löwenzahnsalat
100 g Kartoffeln
1 kleine Zwiebel
1 TL Butter
200 g Allgäuer Bergkäse
1/2 unbehandelte Zitrone
1 rote Zwiebeln
100 ml Brühe
2 EL Weißweinessig
40 ml Olivenöl
3 Bund gelber Löwenzahn
1/2 Bund Petersilie
1/2 Bund Koriander
getrockneter Majoran
Salz, Pfeffer Muskat
Zubereitung:
1. Die Kartoffeln waschen, schälen und in Salzwasser 20 Minuten weich kochen. Währenddessen die Zwiebel schälen und in feine Würfel schneiden, in der Butter glasig dünsten und beiseite stellen.
2. Den Bergkäse von der Rinde befreien und in dünne Scheiben schneiden. Zitrone heiß waschen und abtrocknen, die Schale fein abreiben, den Saft auspressen. Rote Zwiebeln schälen, in feine Ringe schneiden, mit Zitronenschale und Saft mischen und mit Salz, Pfeffer und einer Prise Majoran würzen. Ziehen lassen.
3. Gekochte Kartoffeln abgießen, kurz ausdampfen lassen und in eine Schüssel passieren. Die Brühe aufkochen und mit Essig, Olivenöl und den gedünsteten Zwiebeln unter die Kartoffeln rühren. Mit Salz, Pfeffer und etwas Muskat abschmecken. Die Konsistenz soll cremig, fast flüssig sein.
4. Löwenzahn putzen, waschen und trockenschleudern. Die Kräuter waschen, trockenschütteln und grob hacken. Käsescheiben mit den marinierten Zwiebeln auf Teller verteilen und mit Löwenzahn, Kräutern und Kartoffelvinaigrette anrichten.
Tipp: Dazu passen geröstete Weißbrotstreifen mit etwas Butter und Waldhonig.
Mozzarella bavarese
2 Bund Radieschen
2 Salatgurken
500 g Mozzarella
1 TL Kümmel
100 ml Olivenöl
1 Bund Dill
Salz, Pfeffer
Zubereitung:
1. Radieschen waschen, das Grün entfernen, dabei einige zarte Blättchen für die Dekoration beiseitelegen. Radieschen in dünne Scheiben schneiden. Gurken waschen, schälen, der Länge nach vierteln und die Kerne entfernen. Gurkenviertel noch einmal quer halbieren, die einzelnen Stücke der Länge nach in dünne Streifen schneiden.
2. Mozzarella in Scheiben schneiden und mit den Gurkenstreifen anrichten. Kümmel in einer beschichteten Pfanne ohne Fett rösten, bis er anfängt zu duften, grob hacken oder im Mörser zerstoßen. Gurken und Mozzarella mit Olivenöl beträufeln und mit Salz, Pfeffer und Kümmel würzen.
3. Den Dill waschen, trockenschütteln und die Spitzen abzupfen. Mozzarella bavarese mit Radieschenscheiben, Radieschenblättern und Dill garnieren.
Tipp: Das Gericht lässt sich gut vorbereiten. Dann Gurken und Mozzarella erst unmittelbar vor dem Servieren salzen.
Bayerischer Obazda
500 g reifer Camembert
50 g weiche Butter
200 g Frischkäse (Rahmstufe)
100 g feingehackte Zwiebel
6 EL helles Bier
2 EL Schnittlauchröllchen
50 g feingeschnittene Zwiebelringe
Zubereitung:
1. Den Camembert mit einer Gabel zerdrücken, Butter, Frischkäse und Zwiebeln untermengen. Mit Salz, Pfeffer, Paprika und Kümmel würzen. Bier unterrühren.
2. Obazdn mit Zwiebel- und Schnittlauchringen auf Tellern anrichten.

Mein Küchengeheimnis

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Für jedes veröffentlichte Rezept bedanken wir uns mit einem Kochbuch.

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