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Schock: Diese beliebte Restaurant-Kette steht vor dem Aus

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Von: Anne Tessin

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Bei Vapiano kriselt es gewaltig.
Bei Vapiano kriselt es gewaltig. © picture alliance / Rolf Vennenbernd

Höher, schneller, weiter - immer neue Restaurants erscheinen auf der Gastro-Bildfläche, aber Vapiano muss sich nun aus einer erheblichen Schieflage befreien.

Berlin - Bei Vapiano kriselt es. Erheblich. Die Restaurantkette hat das letzte Geschäftsjahr mit besorgniserregenden Zahlen abgeschlossen, sowohl die Umsätze als auch die Kundenzahlen sind im Tiefflug. Selbst die korrigierten Jahresziele für 2018 konnte das Unternehmen nicht erreichen.

Nach 17 Jahren auf Erfolgskurs steht Vapiano vor großen Problemen

Wie konnte die Hamburger Restaurantkette nach 17 Jahren auf dem Markt in eine solche Schieflage geraten? 200 Restaurants in 33 Ländern mit einem für damalige Verhältnisse innovativen Konzept. Kunden suchen sich aus einer Speisekarte das Essen ihrer Wahl, bestellen es dann an einer Theke beim Koch und dieser bereitet es dann direkt vor ihren Augen zu. Abholen müssen sie sich das fertige Gericht, genau wie die Getränke selbst. Vapiano setzt genau abgestimmte Rezepte nach einem Baukasten-Prinzip ein und kann so auch ungelernte Mitarbeiter als Köche einsetzen. Außerdem spart man sich durch die Selbstbedienung der Kunden jede Menge Kellner. Ein Erfolgskonzept - könnte man meinen.

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Innovatives Vapiano-Konzept zeigt immer öfter Schwächen

Scheinbar hapert es jedoch genau an diesem Konzept. Kunden berichten von sehr langen Wartezeiten, bevor das bestellte Gericht dann endlich abgeholt werden kann. Die Preise sind außerdem vergleichsweise hoch. Für eine Pizza mit Wein bezahlt man genauso viel wie beim Italiener um die Ecke, nur bei dem wird man am Tisch bedient, wartet meist nicht länger auf sein Essen, kann dabei aber sitzen und muss nicht wie in einer Kantine anstehen. Dazu kommt eine aus Sicht des Vapiano-Chef Cornelius Everke überhastete und ungeordnete Expansions-Strategie. In nur einem Jahr wuchs die Kette um 32 Restaurants an 231 Standorte in 33 Ländern.

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Vapiano-Chef befürchtet Restaurantschließungen

Das Ergebnis: Vorstandschef Everke schließt gegenüber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung auch Restaurantschließungen nicht mehr aus. "Es wird auch Schließungen geben, wenn wir sehen, dass die gewünschte Profitabilität nicht erreicht ist." Derzeit führe man Gespräche mit den finanzierenden Banken. "Im März soll die langfristige Finanzierung stehen", so Everke. Dann wird sich zeigen, ob eine Umstrukturierung und Modernisierung Vapiano vor dem Aus retten kann.

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So will sich Vapiano aus der Krise befreien

Kürzere Wartezeiten, eine Optimierung des Bestellsystems und eine Rückbesinnung auf italienische Wurzeln - an diesen Stellschrauben wollen die Vapiono-Inhaber drehen, um die Kette wieder auf Erfolgskurs zu bringen. Eine kleinere Speisekarte und weniger komplexe Gerichte könnten das Essen schneller bei den Gästen ankommen lassen. Diese sollen ihre Bestellung laut Chip künftig über eine App und Terminals abgeben. Außerdem will man verstärkt Umsätze im Selbstabholer- und Lieferservice generieren. Zudem soll es laut Allgemeine Hotel- und Gastronomiezeitung eine thematische Rückbesinnung geben. Das "Fast Casual Dining" in der italienischen Tradition macht das Unternehmen wieder konkurrenzfähiger, so die Hoffnung.

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