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Schokolade liegt Luisa Wunderer im Blut. So ist es kein Wunder, dass aus ihrer "süßen" Abschlussarbeit ein Kochbuch wurde.

Schokoladenkochbuch als Abschlussarbeit

Freitags schauen wir im Wechsel Hobbyköchen und Wirten über die Schulter. Heute sind wir zu Gast bei Luisa Wunderer, die aus einer Abschlussarbeit für die Schule ein Kochbuch machte.

Schöner kann das Leben für eine 13-Jährige eigentlich nicht sein als auf der Schokoladenseite. In nur einem Jahr hat Luisa Wunderer 35 Kilo Schokolade verbraucht. Verkocht, verbacken, in Pralinen gegossen – und gegessen. Und dabei den durchschnittlichen Pro-Kopf-Verbrauch des Durchschnittsdeutschen um mehr als das Dreifache übertroffen.

Und dann sieht man es ihr noch nicht mal an – nicht ein Gramm hat sie dabei zugenommen. Ein Traum. Und dann hat sie damit auch noch Geld verdient. Auch davon träumt manche 13-Jährige.

Was eigentlich als Abschlussarbeit der 9. Klasse in der Montessori-Schule in Niederseeon gedacht war, ist ein richtiges Kochbuch geworden. Und in dem hat Luisa, mittlerweile 15 Jahre alt, so gut wie alles selbst gemacht.

Sogar die Fotos stammen nicht von einem professionellen Fotografen, sondern wurden von Luisa mit der Kleinbildkamera auf dem Küchentisch oder auf dem Kinderzimmerboden gemacht.

Schokolade liegt ihr im Blut

Die Leidenschaft für Schokolade wurde Luisa quasi in die Wiege gelegt. Das Talent zum Kochen und Backen nicht. „Ich bin eine lausige Hausfrau“, sagt Mutter Eva. „Und ich koche gar nicht gerne.“

Schokolade aber war in ihrer Familie schon immer ein Thema. „Mein Großvater handelte mit Schokoladenzutaten.“ Und so waren nicht nur die Vorräte stets reichlich, sondern auch das Wissen, das man in der Familie über das bittersüße Thema gesammelt hatte.

Auch Luisas Vorliebe – und das ist für eine Jugendliche weniger typisch – für bittere Schokolade hat sie wohl vererbt bekommen und teilt sie mit der Mutter und der Oma.

Und genau hier klafft die Lücke, die Luisa mit ihrem Buch schließen wollte. „Normale Schokolade und Rezepte damit sind mir viel zu süß.“ Ein Kochbuch mit bitterer Schokolade, wie es sie zum Beispiel in Frankreich gibt, konnte sie auf dem deutschen Markt nicht finden. Hier wollte sie ansetzen.

Familie, Freunde und Nachbarn als Vorkoster

Da gab es zum einen die Theorie. Die Kapitel über Geschichte, Herkunft oder Wirkung von Schokolade. Die haben Luisa nicht immer geschmeckt. In ihrem Protokoll über die Entstehung der Abschlussarbeit schreibt sie im August 2008: „Heute habe ich das Kapitel über Gesundheit geschrieben. Ätzend!“

Nach der Pflicht aber kam die Kür. Der praktische Teil. Luisa sammelt zahlreiche Rezepte. Von Freunden, aus der Familie, aus Frankreich, aus dem Internet und modifizierte sie auf „bittersüß“. Probierte sie aus, besserte nach, backte oder kochte wieder.

Manchmal über zehn Mal, bis alles perfekt war. Erst dann war sie zufrieden. Profitiert haben von Luisas Schoko-Orgien vor allem die Familie, Nachbarn, Freunde und Mitschüler. Sie alle durften regelmäßig als Testesser herhalten.

Um ihre Kenntnisse und Fähigkeiten zu verfeinern, machte die 15-Jährige dann noch ein Praktikum beim Konditor, besuchte ein Pralinenseminar und die Schokoladenmuseen in Köln und Barcelona.

Von der Abschlussarbeit zum Buch

Und so nahm die Abschlussarbeit irgendwann so große Züge an, dass Luisa und ihre Familie auf die Idee kamen, das Ganze als Buch herauszugeben. Über einen Bekannten wurde der Kontakt zum Mitteldeutschen Verlag hergestellt, der es im Dezember herausbrachte.

Mit dem Buchhonorar will Luisa bald sieben Monate auf dem „Klassenzimmer unter Segeln“ mitfinanzieren. Schule auf dem Segelschiff. Schöner kann das Leben für eine 15-Jährige eigentlich nicht sein als mit der Aussicht auf die Nase im Wind.

Schokolade pur: Köstliches aus dunkler Schokolade von Luisa Wunderer (erschienen im Mitteldeutschen Verlag) ISBN: 978-3898126823, 9,90 Euro

Von Claudia Muschiol

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