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Ein Vierteljahrhundert Seite an Seite: Roland Kuffler (li.) und Joseph Peter führen das Thai-Restaurant Mangostin seit 1990.

25 Jahre Mangostin

Ein Stück Asien in München

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München - 150 Tonnen Reis und 26 000 Enten verspeisten die Gäste im vergangenen Vierteljahrhundert im Mangostin in Thalkirchen. Auch Rockstar Mick Jagger kam schon in das bekannte Thai-Restaurant. 

Die Geschichten aus dem Leben des fiktiven Klatschreporters Baby Schimmerlos prägten in vielen Köpfen das Bild der Münchner Bussi-Bussi-Gesellschaft. „Wer reinkommt, ist drin“, lautet der legendäre Ausspruch aus der TV-Serie „Kir Royal“, die 1986 ausgestrahlt wurde. Vier Jahre später eröffnete Gastronom Roland Kuffler zusammen mit Koch Joseph Peter in München das Restaurant Mangostin. „Das war noch zur Zeit der Hochschickeria“, erinnert sich Peter. Die Münchner hätten viel gefeiert und noch mehr getrunken. Das Mangostin bekam schnell den Stempel eines „In-Lokals“ aufgedrückt. „Das habe ich nie gewollt“ sagt Peter. Denn: „Wenn man in ist, ist man auch schnell wieder out.“ Eine Weisheit, die auch von Baby Schimmerlos stammen könnte.

Viele sogenannte In-Lokale von damals gibt es heute nicht mehr, das Mangostin hingegen feiert heuer sein 25-jähriges Bestehen. Im vergangenen Vierteljahrhundert verspeisten die Gäste im Lokal an der Maria-Einsiedel-Straße geschätzte 150 Tonnen Reis, 6500 Kilo Koriander und 26 000 Enten – und nur wenige namensgebende Mangostan-Früchte. Joseph Peter blickt heute stolz zurück. Den Schlüssel des Erfolgs sieht er in der Beständigkeit des Restaurants. „Konstante Qualität wird immer eine Berechtigung haben“, sagt der gebürtige Münchner mit dem Wohlfühlbauch. Dass ausgerechnet er, der Prototyp eines Bayern, die Küche Thailands und Japans in München etablieren wollte – am Anfang sei er dafür belächelt worden, erinnert sich Peter.

150 Tonnen Reis, 6500 Kilo Koriander und 26 000 Enten

1990 waren Thai-Restaurants in München noch eine Rarität. Außer von den gängigen chinesischen Familienbetrieben war der Ferne Osten den meisten wenn überhaupt nur von Reisen bekannt. Peter war als junger Mann lange Zeit in Asien unterwegs, vor allem in Thailand, und verliebte sich in Land, Leute – und ins Essen. Er sagt: „Bangkok ist für mich die kulinarischste Stadt überhaupt.“ Peter lernte auch die Sprache und redet mit seinen Angestellten Thailändisch. Thailändisch-bairisch.

„Der Joseph geniert sich nicht und spricht einfach drauf los“, sagt sein langjähriger Geschäftspartner Roland Kuffler mit einer gewissen Bewunderung. Kuffler – einer der erfolgreichsten Gastronomen Deutschlands, zu dessen Imperium etwa das Weinzelt auf der Wiesn und das Seehaus im Englischen Garten zählen – sagt, er habe sich schon immer gerne auf Neues eingelassen. An das Potenzial des Mangostin habe er von Anfang an geglaubt. „Man darf auch nicht immer so viel nachdenken, sondern muss manchmal einfach machen.“

Der 77-Jährige, der laut eigener Aussage nicht einmal Kaffee kochen kann, kümmert sich ums Geschäftliche und um die Einrichtung. Als das Mangostin 2008 eine Schönheitskur verpasst bekam, hatte Kuffler viele schlaflose Nächte. Aber nicht, weil alles in nur einem Monat über die Bühne gehen sollte. Wegen der Zeitverschiebung konnte Kuffler mit der berühmten chinesischen Fotografin Wang Xiao Hui nur zu Zeiten telefonieren, in denen andere schlafen. Nach mehreren Gesprächen konnte er der Künstlerin die Installation „Red Child“ abschwatzen, eine Reihe rot-schwarzer Kinderporträts, die den „Lemon Grass“-Saal im Mangostin prägen.

Mick Jagger persönlich reservierte einen Tisch

Auch Joseph Peter sind einige Telefonate aus dem Mangostin noch gut in Erinnerung. Andere hätten wohl an einen schlechten Scherz geglaubt, wenn sich ein Herr am anderen Ende der Leitung als Mick Jagger ausgibt. Nicht so Joseph Peter. „Ich habe gleich seine Stimme erkannt“, sagt der Küchen-Chef über den Tag im Sommer vor drei Jahren, als der Frontmann der Rolling Stones dem Mangostin einen Besuch abstattete – und höchstpersönlich einen Tisch reservierte. Eine Servicekraft hatte den Chef aufgeregt ans Telefon gewunken. Peter gab dem Rockstar einen Tisch auf der Terrasse, ein wenig abgelegen, damit der prominente Gast in Ruhe essen konnte. Doch das wäre gar nicht nötig gewesen. Peter erinnert sich: „Der ist mit seiner Tochter im Arm und mit Kappe auf dem Kopf durch den rammelvollen Biergarten gelaufen und keiner hat ihn erkannt.“ Gut für das Restaurant, denn so kommt der berühmte Gast gerne wieder. Schlecht für die Klatschpresse, die gerne ein Foto gehabt hätte. Ganz wie zu Baby Schimmerlos’ Zeiten.

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