+
Sonja Riker zaubert lauter süße Naschereien aus Schokolade und Obst.

Mein Küchengeheimnis

Süßes gegen die Herbst-Tristesse

  • schließen

Sonja Riker aus München bereitet gerne Nachtische zu: "Schokolade macht glücklich und Zucker gibt Energie. So lässt sich ganz einfach der Alltag versüßen."

„Nachtisch bitte“ heißt das neue Buch von Sonja Riker. So kann man den Alltag leicht versüßen.

Sonja Riker, Jahrgang 1967, sitzt an einem großen Holztisch und tritt an zum Plädoyer gegen Bodymaßindex und fertige Backmischungen – mit Buttermilchmousse, Walnusstörtchen und Apfelstrudel. Letzteren allerdings im neuen Kleid, sozusagen: Den Strudel süßt die Münchnerin nicht klassisch mit Zucker und Gewürzen, sondern mit zerbröselten Amaretti. So kann man den grauen Herbsttagen auch seine süßen Seiten abgewinnen. „Außerdem geht der Strudel ganz schnell“, verspricht sie.

Sonja Riker kocht für ihr Leben gern. Schon in ihrem Elternhaus wurde Wert auf gemeinsames Kochen und Essen gelegt. „Wir waren zuhause fünf Kinder, da lag es quasi auf der Hand“, sagt die gebürtige Starnbergerin. Das Kochen hat sie von ihrem Vater und ihrer Patentante gelernt – „zwei fantastische Hobbyköche“.

Doch bis Kochen nicht nur Leidenschaft, sondern auch zum Beruf wurde, sollten noch viele Jahre ins Land gehen. Zweimal machte Sonja Riker einen klaren Schnitt in ihrem Lebenslauf. Erst ließ sie die Physiotherapie hinter sich, später, vor rund 10 Jahren, den Hörfunkjournalismus. Damals bewarb sie sich „ziemlich blauäugig“, wie sie heute sagt, für einen Stand auf dem Münchner Elisabethmarkt. Dass sie den Zuschlag für den Marktstand erhalten sollte, brachte sie zunächst aus dem Konzept: „Ich kam aus dem Urlaub und konnte es zunächst nicht glauben.“

Fast ein Jahr renovierte Sonja Riker den Laden, schuf mit ihrem „Suppenglück“ einen Treffpunkt auf dem Platz, der einer gemütlichen Wohnküche gleicht: Hier wird Suppe gekocht und gegessen und manchmal auch geratscht. Wer will, trinkt anschließend einen Café und greift in ein Glas mit Keksen. Selbst gebacken, das versteht sich bei Sonja Riker von selbst. Oder genießt einen Nachtisch. „Denn ein Dessert geht immer“, so die Philosophie von Sonja Riker.

Zu ihrem Ladenjubiläum hat sich die Standlfrau selbst ein Geschenk gemacht: Nach zwei Suppenkochbüchern schrieb sie ein Nachtischkochbuch. „Seit ich denken kann bin ich eine Süße“, gesteht sie mit einem Lachen. Schon mit zehn Jahren wollte sie selbst Karamellbonbons herstellen. „Beim Wunsch ist es damals geblieben“, räumt sie mit einem Lächeln ein – „damals klebte das Karamell steinhart in der Pfanne. Ich wusste mir nicht mehr zu helfen und warf die Pfanne weg.“ Heute weiß sie, dass man mit Wärme Karamell jederzeit wieder weich bekommt.

Viel hat sie seit dem Karamell-Desaster gelernt. Als sie vor Jahren einen zweiten Stand für Süßes auf dem Elisabethmarkt mieten konnte, führte sie ein pensionierter Konditor in die Geheimnisse der süßen Küche ein. Seitdem hantiert Sonja Riker gekonnt mit Zuckermassen, Schokolade und Teigen – allerdings nur noch in ihrem „Suppenglück“. Zwei Läden waren auf Dauer zu viel.

Granatapfelkerne schmecken gut zur Schokoladenmousse.

Sonja Riker arbeitet ausschließlich mit guten Lebensmitteln. Von billiger Schokolade hält sie nicht viel. Wie bei den Suppen bestimmt die Jahreszeit den Speisezettel: Jetzt, im Herbst, geht nichts ohne Äpfel, Granatäpfel und Birnen. Selbst die von ihr einst so gehassten Quitten haben in der Küche der Münchnerin Einzug gehalten – „heute sind sie für mich der Inbegriff des Herbstes“. Sagt’s und wirft die halbierten und vom Kerngehäuse befreiten Früchte zum Weichkochen ins Wasser. Das überflüssige Wasser wird abgegossen (und auffangen, mit Ingwer, etwas Honig und einem Schuss Apfelsaft ein hervorragendes Heißgetränk). Die Quitten anschließend pürieren und mit Puderzucker süßen – fertig ist der Nachtisch, der mit ein paar frischen Feigen drapiert wird.

Manchmal kann so ein süßer Genuss auch gesund sein – muss er aber nicht immer.

Nachtisch: Süßes für jede Gelegenheit

Buttermilchmousse mit Schokolade 

Für 10 Gläser (à 200 ml)

Zutaten:

  • 250 g Schokolade
  • 250 g Buttermilch
  • 150 g Sahne
  • 2 Msp. Tonkabohne, gemahlen

Obst nach Jahreszeit für die Deko, beispielsweise Granatapfelkerne oder Feigen.

Zubereitung: Schokolade grob hacken und auf dem Wasserbad schmelzen. Etwas abkühlen lassen und mit dem Handmixer aufschlagen. Buttermilch unter ständigem Rühren nach und nach zur lauwarmen Schokolade geben. Sahne mit Tonkabohne würzen und steif schlagen. Vorsichtig unter die Buttermilchmousse heben. Mousse in Gläser füllen und im Kühlschrank 2 Stunden fest werden lassen. Mit Obst garnieren.

Tipps: Lassen Sie die Mousse am besten über Nacht fest werden. Je nach Geschmack weiße, Vollmilch oder Zartbitter-Schokolade verwenden.

Engadiner Walnusstörtchen 

Für 12 Stück

Zutaten:

  • 300 g Mehl
  • 200 g Butter
  • 2 Prisen Salz
  • 150 g Zucker
  • 50 g Honig
  • 300 g Walnüsse, grob gehackt
  • 30 g Butter
  • 3 Prisen Fleur de Sel
  • 200 ml Sahne

Zubereitung:

  1. Mehl, Butter und Salz zu einem Teig verkneten. In Backpapier wickeln und 1 Stunde im Kühlschrank ruhen lassen. Teig ungefähr 4 mm dick ausrollen und Kreise (Ø 10 cm) ausstechen und jeweils ein kleines Dreieck ausschneiden. Ein eingefettetes Muffinblech mit den Teigkreisen auslegen, Rand an den Seiten hochziehen.
  2. Zucker in einer beschichteten Pfanne karamellisieren lassen, Honig, Walnüsse, Butter und Salz dazugeben und mit Sahne ablöschen. Zu einer weichen Masse einkochen lassen. In jede Muffinform etwas von der Karamell- Nuss-Masse setzen und im Backofen bei 170 Grad (Umluft) ungefähr 15 Minuten backen. Gut auskühlen lassen.

Tipps:

  • Wenn Sie keine runde Ausstechform in der geforderten Größe haben, können Sie auch einfach ein Wasserglas nehmen.
  • Wenn die Törtchen nach der angegebenen Backzeit noch nicht fertig sind, decken Sie sie mit Alufolie ab und lassen sie noch weitere 5 Minuten im Backofen.
  • In Blechdosen verpackt, halten sich die Törtchen etwa drei Wochen.

Apfelstrudel mit Joghurt 

Zutaten:

  • 1 Päckchen fertiger Strudelteig
  • 50 g Butter, zerlassen
  • 3 bis 4 Äpfel (z.B. Boskop)
  • 200 g italienische Amaretti
  • 1 Becher griechischer Joghurt
  • Puderzucker

Zubereitung: 

  1. Äpfel waschen, vom Kerngehäuse befreien und in kleine Stücke schneiden.
  2. Die Amaretti fein zerbröseln.
  3. Strudelteigblätter auseinanderklappen. Mit zerlassener Butter bepinseln. Darauf gleichmäßig Äpfel und Amarettini legen. Zusammenrollen und in eine gefettete Reine legen. Mit etwas zerlassener Butter bestreichen.
  4. Im vorgeheizten Backofen bei 180 Grad (Umluft) etwa 30 Minuten backen.
  5. Den Strudel mit Puderzucker bestäuben und mit griechischem Joghurt servieren. Buttermilchmousse Apfelstrudel

Mein Küchengeheimnis

Haben auch Sie Lust auf eine Küchenplauderei, bei der Sie uns ein Rezept verraten? Dann melden Sie sich bei uns. Sie erreichen uns unter gastro@merkur.de. Wir freuen uns auf Sie.

von Stephanie Ebner

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Vegetarisches Schnitzel: Steckrüben mit Semmelbröseln braten
Unter einem Schnitzel stellen sich die meisten Fleisch vor. Doch es gibt auch alternative Variationen. Dafür eignen sich unter anderem Steckrüben. Ihr Geschmack hängt …
Vegetarisches Schnitzel: Steckrüben mit Semmelbröseln braten
In Cocktail-Schirmchen sind geheime Botschaften versteckt
Die kleinen, bunten Schirmchen zieren Cocktails, Eisbecher oder Desserts. Doch was fast niemand weiß: Darin sind winzige Nachrichten versteckt.
In Cocktail-Schirmchen sind geheime Botschaften versteckt
Dieses Restaurant hat eine Herz für quengelige Kinder
Eltern kennen das Problem: Kaum möchte die Bedienung die Bestellung im Restaurant aufnehmen, haben die Kleinen prompt keinen Hunger oder keine Lust mehr. Diese …
Dieses Restaurant hat eine Herz für quengelige Kinder
Auf diese Schokolade können Sie sicher ganz leicht verzichten
Wenn nur das Wort Schokolade fällt, läuft den meisten schon das Wasser im Mund zusammen. Ob das bei dieser Sorte auch der Fall ist?
Auf diese Schokolade können Sie sicher ganz leicht verzichten

Kommentare