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Freitags ist Nudeltag: 15 bis 20 verschiedene Nudelsorten hat Bio-Bäuerin Monika Maurer im Programm.

Schmankerltour: Ein Paradies nicht nur für Kinder

Im goldenen Oktober entführen wir unsere Leser auf Genusstour durch Oberbayern. Wir sind den Tipps gefolgt, die der Münchner Fotograf und Autor Heinz Weissfuss in seinem neuen „Schmankerlführer Oberbayern“ entdeckt hat.

Kinder lieben Nudeln. Und weil Monika Maurer (44) vier davon hat – drei Töchter und einen Sohn – fing sie vor acht Jahren an, selbst Nudeln zu machen. „Ich hab’ nicht die Qualität gefunden, die ich haben wollte“, lautet die einfache Erklärung. Heute kommt nicht nur ihre Familie in den Genuss, sondern auch die Gäste vom „Berggasthof Taubenberg“ im Landkreis Miesbach.

Zwei Tage in der Woche steht die Wirtin in ihrer Küche und stellt mit ihrer original italienischen Nudelmaschine die Teigwaren her. 15 bis 20 Sorten hat Monika Maurer mittlerweile im Programm. Es kommen immer Neue hinzu.

„Der geschmacklichen Vielfalt sind keine Grenzen gesetzt“, sagt Monika Maurer. Je nach Saison arbeitet sie mit verschiedenen Kräutern, Pilzen oder Gewürzen – „verwendet werden nur beste Zutaten“, künstliche Aroma- und Konservierungsstoffe sind für die 44-Jährige Tabu. Es gibt ganz klassische Pasta (0,79 Euro pro 100 Gramm) oder Nudeln mit hauseigenen Hühnereiern (0,99 Euro). Wer auf Weißmehl verzichten möchte, greift zu Dinkelnudeln, Mutigere nehmen Eiernudeln mit Blaumohn oder Zimt (1,29 Euro).

Die Nudeln werden schonend bei Zimmertemperatur getrocknet und anschließend per Hand verpackt. Spätestens beim Essen stellt man den Unterschied fest. Dass alles in Bio-Qualität hergestellt wird, versteht sich für die Maurers von selbst. Denn der Berggasthof liegt seit gut 100 Jahren im Wasserschutzgebiet, ein Teil des Münchner Trinkwassers kommt von dort oben.

Konventionelle Landwirtschaftsbetriebe wurden einst stillgelegt. Der Taubenberg ist nicht nur wegen der Nudelvielfalt ein Paradies für Kinder. Hier können die jungen Gäste die Natur ohne Grenzen erleben: Während die Eltern den Blick über das Alpenvorland genießen, tummeln sich die Sprösslinge ungestört auf dem Gelände. Es gibt viel zu entdecken: Im Streichelzoo freuen sich die Bergziegen sowie die Ponys Schecki und Fuxi über Streicheleinheiten. Daneben suhlen sich die Schwäbisch Hallischen Ferkel im Dreck oder stillen ihren Hunger am Trog. Wer will, saust auf der großen Hangrutschbahn talwärts oder baut einen Stall aus Sand im großen Sandkasten. Je nach Jahreszeit wachsen auf der Bergwiese vor dem Haus Glockenblumen oder Frauenmantel. Eigentlich bekannte Pflanzen, die viele Stadtkinder aber schon gar nicht mehr kennen.

„Kinder sind uns willkommen“, sagt Wirt Hans Maurer (48). Sein Ziel ist es, dass sich auch Familien das Einkehren leisten können. Deshalb steht auf der Speisekarte konsequent kein Gericht, das mehr als zehn Euro kostet: Das Gulasch mit hausgemachten Nudeln gibt es für 8,50 Euro, das Ochsen-Tellerfleisch für 9,90 Euro. Das Zwergerlessen – immer etwas anderes – serviert das Taubenberg-Team für 3,70 Euro.

Und auch bei den Kindern wird auf Qualität Wert gelegt, deshalb sucht man Pommes oder Currywurst auf der Taubenberg-Speisekarte vergebens. Auf den Tisch kommt nur, was die Maurers auch gerne essen.

Seit fast 40 Jahren leben die Eltern von Hans Maurer auf dem Taubenberg, seit gut 20 Jahren wird der Hof biologisch betrieben. Das Gasthaus selbst besteht seit 1897, das belegen erste Eintragungen aus dem Gästebuch, das beim Umbau wieder aufgetaucht ist.

„Es bleibt nicht aus, dass man naturverbunden ist, wenn man auf dem Taubenberg lebt“, sagt Hans Maurer der neben seinem Gasthof im Umland Biotoppflege betreibt. Diese bäuerliche Idylle lockt auch die Besucher. Es empfiehlt sich daher, nicht mit dem Auto direkt vorzufahren, sondern hinauf auf den Taubenberg zu wandern.

Oben warten neben dem herrlichen Alpenblick und den selbstgemachten Nudeln jetzt im Herbst auch frisches Ochsenfleisch oder Rehfleisch. Und wer sich die Bergträume mit nach Hause nehmen will, kommt mit einem Rucksack. Denn fast alles, was die Maurers in ihrer Wirtschaft auftischen, verkaufen sie auch. Neben Nudeln sind das selbstgeräucherte Würste, Presssack oder Fleisch. Es lohnt sich, einen kleinen Vorrat anzulegen. Der Winter – und mit ihm die Winterpause auf dem Taubenberg steht vor der Tür.

von Stephanie Ebner

Ende der Genusstouren. Ab kommender Woche stellen wir wieder Wirte und Hobbyköche vor. Wer sich für die Hobbykochseite bewerben will, den bitten wir um einen Anruf unter Telefon 089/ 53 06- 4 19.

Berggasthof Taubenberg

Taubenberg 1
83627 Warngau
Telefon 0 80 20/ 17 05

Öffnungszeiten:
Bis Anfang Dezember nur am Samstag und am Sonntag geöffnet. Danach Winterpause bis Anfang Februar.

Weitere Infos unter
www.taubenberg.de

Spezialität:
Jungochsenbraten, Nudeln, Wurst und Schinken.

Sonstiges:
Streichelzoo, Riesenrutschen und Musikantentreff. Hofladen mit frischen Nudeln, Wurst und Fleischwaren, alles in Bio-Qualität.

Rezept vom Taubenberg

Süße Nudeln

Zutaten:
250 g von unseren hausgemachten Blaumohn-Nudeln 500 g Milch mit dem Mark einer ausgeschabten Vanillestange 10 g Butter Eventuell Honig und Vanillepudding

Zubereitung:
1.Die Milch mit der Vanillestange zum Kochen aufsetzen.
2. Die Blaumohn- Nudeln in die kochende Milch geben und etwa 3 Minuten darin köcheln lassen.
3. restliche Milch abgießen
4. über die Nudeln 10 g Butter geben
5. nach Belieben mit Honig süßen
6. schmeckt am Besten auf Vanillepudding

Steinpilznudeln mit frischen Schwammerl

Zutaten:
250 g von den Taubenberger Steinpilz-Nudeln 1 l Wasser frische Pilze nach Belieben, Zwiebel, Butter, etwas Salz, frische Petersilie und Rahm

Zubereitung:
1. Wasser mit ½ TL Salz zum Kochen aufstellen
2. die frischen Pilze putzen, schneiden und mit der fein geschnittenen Zwiebel in Butter anbraten
3. Pilze nach Geschmack etwas salzen und pfeffern, frische Petersilie darüber und mit wenig Rahm ablöschen – einmal aufkochen lassen. Deckel drauf und beiseite stellen.
4. Steinpilznudeln ins kochende Wasser geben und etwa 3 Minuten köcheln lassen.
5. Wasser abgießen und die Steinpilznudeln in einer Schüssel mit 10 g Olivenöl und einer Prise Salz vorsichtig mischen
6. sofort auf einen Teller geben und die fertigen Rahmschwammerl darüber verteilen
7. mit frisch gehackter Petersilie bestreuen und genießen

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