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Das Vapiano "drohte" der "Welt" bereits bei der Recherche per Anwaltsbrief.

Chef der Kette wehrt sich

"Chaotische Zustände"? Vapiano legt sich mit Zeitung an

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München - Das Franchiseunternehmen Vapiano hat einige Probleme mit dem Ruf. Zudem hat die Restaurantkette Medienanwälte in Marsch gesetzt, um eine Recherche zu "begleiten". Das war wenig hilfreich.

Die Restaurantkette Vapiano ist mal wieder in den Schlagzeilen. Und erneut sind diese nicht positiv. Rund eineinhalb Monate nachdem stern -Kolumnist Micky Beisenherz das Unternehmen heftig kritisiert hat ("Pseudomediterrane Sättigungsfabrik" oder "Pastavorhölle") und damit für großes Aufsehen im Internet gesorgt hat. Schon auf diese Meldungen reagierte Vapiano-Chef Gregor Gerlach wenig souverän. Er antwortete in einem Interview mit der Wirtschaftswoche: "Unsere Fans stehen gerne an!"

Die Welt nahm nun das Unternehmen genauer unter die Lupe und begab sich auf Recherche und trat offenbar auch an Mitarbeiter heran. Denn nach Informationen der Zeitung soll es in Berlin derzeit Probleme bei der Personalplanung und viele Kundenbeschwerden geben.

Kontaktaufnahme zu Vapiano-Mitarbeitern "fragwürdig"

Als Vapiano davon Wind bekam, soll die Personalchefin des Unternehmens in der Redaktion angerufen und sich erkundigt haben, mit welchen Mitarbeitern gesprochen wurde. Das berichtet die Zeitung auf dem Blog ihres Investigativ-Teams. Außerdem erreichte die Redaktion kurz darauf ein Schreiben einer Kanzlei für Medienrecht, in dem höflich darum gebeten wurde, "den Vorgang zu begleiten und sicher zu stellen, dass die Recherche fair abläuft (...)". Die Kontaktaufnahme zu ehemaligen und aktiven Mitarbeitern wurde zudem als "fragwürdig" eingestuft.

Am vergangenen Sonntag erschien der Artikel über Vapiano in der Welt am Sonntag, der die aktuellen Probleme der Kette aufzeigt. "Chaotische Zustände" aufgrund von schnellem Wachstum und hohe Fluktuation unter Führungskräften konstatierte der Bericht. Das Unternehmen hat allerdings mit dem vorschnellen Hinzuziehen einer Anwaltskanzlei den Verdacht geweckt, Vapiano möchte unabhängige Recherche verhindern oder beeinflussen. Die Folge: Die Berichterstattung über die Berichterstattung löste einen größeren Trubel aus, als die Reportage selbst.

Vapiano-Chef Gerlach wehrt sich

So sieht das auch Vapiano-Chef Gerlach, der selbst sowie die HR-Leiterin, zwei Franchisepartner und der Finanzvorstand in dem "begleiteten" Welt-Artikel ausführlich zu Wort kommt. Er wirft der Zeitung auf dem Medienportal meedia.de vor, dass das Anwaltsschreiben dazu missbraucht wird, "um dem Artikel die Aufmerksamkeit zu bescheren, die er aus sich heraus nicht hervorgerufen hat". Schließlich habe das Unternehmen nichts zu verbergen, wie Gerlach klar stellte. Die Kanzlei sei nur deshalb eingeschaltet worden, weil sich mehrere Mitarbeiter von Vapiano durch Anrufe und E-Mails seitens der Journalisten und Journalistinnen belästigt gefühlt hatten.

Damit steht Aussage gegen Aussage, aber am Ende bleibt der fade Beigeschmack, dass eine Medienanwaltskanzlei freie Recherche von Journalisten als "fragwürdig" bezeichnet und damit die Pressefreiheit in Frage stellt.

ms

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