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Die Verbrauchzentrale Hamburg schlägt wegen Mogelpackungen bei Milka Alarm.

Verbraucher-Abzocke?

100 Gramm? So viel Schokolade ist in Milka wirklich drin

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Dass eine normale Schokoladentafel 100 Gramm wiegt, ist in den Köpfen der Verbraucher verankert. Doch tatsächlich ist in manchen Milka-Packungen weniger drin.

Ein paar Tafeln Schokolade lassen Verbraucher immer gerne im Supermarkt mitgehen – doch in Zukunft sollten sich Kunden wohl genauer damit beschäftigen, wie viel in den Packungen wirklich drin ist. Bei dem Milka-Hersteller Mondolez hat man sich bei manchen Sorten von der gängigen 100-Gramm-Tafel verabschiedet.

100-Gramm-Tafeln sind nicht vorgeschrieben

Früher gab es in der Tat eine EU-Richtlinie, die Schokoladentafeln nur in bestimmten "Gewichtsklassen" erlaubte: Dazu gehörten 100, 125, 250, 500 und 1000 Gramm. Da diese Verordnung für unnötig viel Papierkram sorgte, wurde sie wieder aufgehoben – Hersteller blieben aber zu großen Teilen bei der 100-Gramm-Tafel.

Bei Milka ist immer weniger Schokolade in der Packung

Milka schlägt nun einen anderen Weg ein: Die Standardsorten gibt es zwar immer noch in der normalen Größe, doch neu eingeführte Tafeln weisen immer weniger Füllmenge auf. Dazu gehören laut der Verbraucherzentrale Hamburg eine Himbeersorte mit 93 Gramm, die Triple Choco Kakao mit 90 Gramm, eine Keksvariante mit 87 Gramm und die Milka Waves mit nur 81 Gramm.

Trotz geringere Füllmenge haben die Schokoladentafeln die gleiche Größe und sogar den gleichen Preis wie die Standardsorten. Die Verbraucherzentrale klagt eine Täuschung der Verbraucher an: "Wir vermuten, dass nur wenige Verbraucher das Gewicht einer Tafel Schokolade kontrollieren, wo doch viele immer noch von der erlernten Menge von 100 Gramm ausgehen. So schafft es Mondelez, viele Verbraucher auszutricksen."

So rechnet die Zentrale vor, dass eine 100 Gramm-Variante der Milka Waves Schokolade 1,35 Euro kosten müsste – das viele Verbraucher aber nicht zahlen würden.

Schummelei bei der Verpackung? Das sagt der Hersteller

Mondolez hingegen sieht sich keiner Schuld bewusst: "Das Besondere an dem Neuprodukt Waves ist die außergewöhnliche Form, die geteilte Farbgebung sowie die Topping Garnitur. Sie können sich vorstellen, dass die Produktion eines solchen Produktes aufwendiger ist, als die Herstellung einer 'einfachen' Alpenmilchschokolade.", heißt es laut stern.de in einer Stellungnahme. Die Standard-Produktionsanlagen des Herstellers wären auch nicht in der Lage die Sorte einfach dicker zu machen, um eine Füllmenge von 100 Gramm zu erreichen. Sie wären nur auf ein einheitliches Format ausgelegt.

Wussten Sie, dass Mondolez einer der zehn Lebensmittelhersteller ist, die im Prinzip die Kontrolle über das haben, was bei uns auf den Tisch kommt? Lesen Sie außerdem von einer gewöhnungsbedürftigen Schokoladensorte.

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Von Franziska Kaindl

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