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Hedwig Maria Stuber hilft seit 60 Jahren mit ihren Büchern kochen.

Autorin von  „Ich helfe Dir kochen“

Mit Hedwig Maria Stubers (90) Weihnachtsmenü beeindrucken Sie Ihre Familie

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Hedwig Maria Stuber (90) hilft seit 60 Jahren mit ihren Büchern kochen. Zu Weihnachten präsentiert die Münchnerin ein Menü, das leicht zuzubereiten ist und sich gut vorbereiten lässt. An guadn.

Kochen ist ihr Leben. Und so ist es nicht weiter verwunderlich, dass Speisen das Leben von Hedwig Maria Stuber prägen. Erstmals war es ausgerechnet ein Kuchen, den sie nicht mal selbst gebacken hatte: Als junge Frau besuchte sie 1943 einen Bekannten ihrer Schwester im Lazarett in München. Mit besagtem Kuchen im Gepäck. Das Gebäck mundete dem Offizier hervorragend, zwei Jahre später waren der Offizier und die Sekretärin verheiratet. Das junge Paar ließ sich in Schleißheim nieder und schon bald bestand das Leben von Hedwig Maria Stuber größtenteils aus Kochen. „Ich arbeitete drei Jahre fieberhaft an einem Kochbuch.“ 

Der Gatte, inzwischen ein Diplom-Landwirt, hatte die Idee dazu gehabt. Kochbücher gab es damals kaum. „Mädchen lernten die Rezepte und Kniffe in der Schule kennen und schrieben sich die Rezepte auf“, erinnert sich Hedwig Maria Stuber. „Ich helfe dir kochen“ sollte ihre Lebensaufgabe werden. Alle paar Jahre überarbeitet die Münchnerin, das Kochbuch, das sie anfangs mit einer Freundin geschrieben hatte. Mittlerweile umfasst es über 2000 Rezepte. „Ich helfe Dir kochen“ ist ein Standardwerk über die deutsche Küche, über 3,6 Millionen mal verkauft. Die Rezeptauswahl hat sich stets den kulinarischen Trends der Zeit angepasst. Hammelfleisch sucht man so beispielsweise in der Neuauflage vergebens („Das isst heute keiner mehr.“). Auch das Flambieren, das in den 1980er-Jahren so beliebt war, nimmt keinen großen Raum mehr in „Ich helfe Dir kochen“ ein. 

Hedwig Maria Stuber mit Tochter Angela Ingianni.

Manchmal kommen Speisen dagegen wieder: So wie die geschmorten Kalbsbäckchen. Hedwig Maria Stuber, die selbst nach wie vor täglich in ihrer Küche steht, hat sie für unser Weihnachtsmenü ausgewählt. „Man kann sie herrlich am Vortag schmoren und wenn die Gäste da sind, nur noch aufwärmen“, begründet sie ihre Entscheidung. Das gelte auch für die Suppe. Nur die Polenta muss man frisch rühren. „Doch das geht ruckzuck“, verspricht sie. Die jüngste Ausgabe des Kochbuch-Klassikers ist mit zahlreichen Fotos und Zeichnungen zur Illustration ausgestattet. Das war beim ersten Buch noch ganz anders. Die Erstauflage kam fast ohne Bilder aus. 

Über das Einmerkband, das es jetzt erstmals gibt, freut sich die Autorin sehr. Mittlerweile hilft Tochter Angela Ingianni mit – „ich bin mit ,Ich helf dir kochen’ aufgewachsen“, erzählt sie. An ihrer Mutter schätzt sie den innovativen Geist: „Sie hat ein Gespür für neue Lebensmittel.“ Die Mutter selbst sagt: „Ein Gang über den Münchner Viktualienmarkt ist immer auch Weiterbildung.“ 

Ingwer und Kürbis benutzte man beispielsweise vor 20 Jahren kaum, heute seien sie aus der Küche nicht mehr wegzudenken. Auch wenn die Familie zum Essen geht, gilt es Neues zu entdecken: „Jeder muss etwas anderes bestellen. Wir sind immer auf der Suche nach Neuem“, sagen beide Frauen. „Kochen macht glücklich.“ Ein Magnet mit diesem Spruch hängt bei Hedwig Maria Stuber am Kühlschrank und so soll es auch an Weihnachten sein: „Sich auf keinen Fall überfordern“, lautet der Rat der Kochexpertin. Mit ihrem Weihnachtsmenü läuft man da garantiert nicht Gefahr.

Zutaten: 2 Schalotten, 20 g Butter, 300 g TK-Erbsen, 1 Kartoffel, klein gewürfelt (nach Belieben), etwa 750 ml Hühner- oder Gemüsebrühe, 100 g Sahne, 20 g kalte Butter, Salz, Pfeffer, 1 Spritzer Tabascosauce (oder 1 Prise Cayenne-Pfeffer)

Zubereitung: 1. Schalotten grob würfeln und in der heißen Butter anschwitzen. Die gefrorenen Erbsen und die Kartoffel kurz mitschwitzen, die Brühe zugießen, etwa 12 Minuten kochen. 

2. Einige Erbsen für die Garnitur herausnehmen, die restlichen Erbsen fein pürieren. Die Sahne mit der kalten Butter einmixen, dann nicht mehr kochen. Mit Salz, Pfeffer und Tabascosauce abschmecken, anrichten und mit den Erbsen garnieren.

Gilt auch für Rinderbäckchen. Die zarten Bäckchen kann man in der kräftigen Rotweinsauce gut aufwärmen. 

Zutaten: 1 kg Kalbsbäckchen, küchenfertig (vorbestellen) Salz, Pfeffer Mehl zum Wenden, Zum Schmoren 2 + 2 EL Butterschmalz, 1 Zwiebel, grob gewürfelt, 200 g Suppengemüse, grob gewürfelt, 1 EL Tomatenmark, 1 TL Zucker 1 Schuss trockener Wermut, 300 ml Rotwein, 300 ml Gemüse- oder Fleischbrühe, 1 EL Balsamessig, 2 Scheiben Ingwerwurzel ,1 Knoblauchzehe, halbiert, 1 Lorbeerblatt, einige Wacholderbeeren, 1 Stückchen Zitronenschale, je 1 Zweig Rosmarin und Thymian, 30 g kalte Butter 

Zubereitung: 1. Die Kalbsbäckchen kalt abspülen, trocken tupfen, die beiden Hälften trennen, die Fettauflage bleibt daran. Das Fleisch salzen, pfeffern, in Mehl wenden. 

2. In einem weiten Schmortopf 2 EL Butterschmalz erhitzen, die Kalbsbäckchen darin von allen Seiten scharf anbraten und wieder herausnehmen. Im gleichen Topf das restliche Butterschmalz erhitzen, die Zwiebel und das Suppengemüse darin anbraten, das Tomatenmark mit dem Zucker einrühren. Mit dem Wermut ablöschen und verdampfen lassen. Nach und nach den Rotwein zugießen und kurz einkochen. Die Brühe und den Balsamessig zugießen und aufkochen. Die restlichen Zutaten zugeben.

3. Die angebratenen Kalbsbäckchen in die Sauce legen und zugedeckt bei geringer Hitze schmoren, dabei einmal wenden. Garzeit 1½–2 Stunden. Die Bäckchen sind gar, wenn sie nicht mehr "schwammig" sind. 

4. Das Fleisch herausnehmen. Die Sauce durch ein Sieb in einen Saucentopf drücken und kurz einkochen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken und die kalte Butter einrühren. Die Bäckchen in der Sauce erwärmen und in einer Ragoutschüssel mit der Sauce anrichten. Dazu schmeckt Polenta, Nudeln oder Kartoffelpüree sowie Salat gut. 

Nachspeise: Apfelkompott mit Kürbiskernkrokant 

Zutaten: 750 g Äpfel, 375 ml Wasser (oder halb Wasser, halb Weißwein), 50 g Zucker, Saft von 1 Zitrone, je 1 Stückchen Zitronenschale und Stangenzimt, 2 EL Sultaninen (nach Belieben); für das Kürbiskernkrokant: 70 Kürbiskerne, 20 g Butter, 2 EL Zucker

Zubereitung: 1. Die Früchte schälen, halbieren, das Kerngehäuse entfernen; die Äpfel in Viertel oder Spalten schneiden. 

2. Das Wasser mit Zucker, Zitronen und Zimt aufkochen, die Früchte und die Sultaninen darin knapp weich kochen. Mit dem Schaumlöffel herausnehmen und anrichten. Den Sud noch etwas einkochen, die Gewürze entfernen, über die Früchte gießen. 

3. In der Pfanne die Kürbiskerne mit der Butter und dem Zucker unter Rühren goldgelb karamellisieren; auf einem Teller erkalten lassen. In eine Gefriertüte füllen und mit einem schweren Gegenstand zerkleinern. 

4. Das Kompott mit dem Krokant bestreuen. Gut schmeckt 1 Kugel Vanilleeis dazu.

Der Münchner Merkur verlost „Ich helfe Dir kochen“

Generationen haben mit diesem Kochbuch, das erstmals vor 60 Jahren gedruckt wurde, Kochen gelernt. In diesem Jahr gibt es die 45. (!) Ausgabe von „Ich helfe Dir kochen“ (erschienen im blv-Verlag, 29,95 Euro). Wir verlosen drei handsignierte Bücher von Autorin Hedwig Maria Stuber sowie signierte Kochschürzen in knallroter Farbe. Interesse? Dann schicken Sie eine E-Mail an gastro@merkur.de und verraten Sie uns Ihr Lieblingsgericht. Viel Glück bei der Verlosung.

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