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Drei Gläser Wein bekommen die Gäste beim „Vertical Tasting“ gereicht. Gastronom Rudi Kull hat aus der Cortiina Bar das „Grapes“ gemacht.

im Cortiina Hotel

Weinbar „Grapes“: Gleiche Traube, selber Jahrgang

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Im Cortiina Hotel an der Ledererstraße befindet sich seit kurzem die Weinbar „Grapes“, die mit Verkostungen und Flammkuchen lockt

Die Cortiina Bar an der Ledererstraße in der Altstadt war vielen Münchnern ein Begriff, war sie doch eine der wenigen Hotelbars, in der sich auch Münchner tummelten. Doch nach 15 Jahren war im November Schluss. Gastronom Rudi Kull (48) wollte „dem Raum ein neues Gefühl geben“, wie er sagt. Und: „Das Thema Wein interessiert mich sehr.“ Also ist aus der Cortiina Bar das „Grapes“ geworden, eine schicke Weinbar.

In nur zweieinhalb Wochen ging der Umbau über die Bühne. Es gibt jetzt einen separaten Eingang. Der Raum ist von der Aufteilung her gleich geblieben, der Kamin weiterhin das Herzstück. Die verschnörkelte Tapete musste jedoch einer schlichten grauen Stoffwand weichen. Die neuen Möbel sind heller und geschwungener als ihre Vorgänger.

Punkten will die Bar mit originellen Angeboten und Verkostungen, etwa dem „Vertical Tasting“. Die Gäste bekommen drei Gläser Wein gereicht – gleiche Traube, selber Jahrgang, aber aus unterschiedlichen Anbauregionen (drei mal 5cl für 15 Euro). Dann können sie probieren: Wie schmeckt der heimische Riesling im Vergleich zu dem aus Oregon und zu dem aus Südafrika?

Rudi Kull findet es spannend zu beobachten, was Winzer in anderen Ländern machen, sagt er. „Es gibt eine neue Dynamik in der Weinwelt, neue Techniken. Viele stellen ihre Arbeit in den Weinbergen um und produzieren mehr im Einklang mit der Natur.“

Kull, seit 20 Jahren in der Gastronomie tätig, und sein Kompagnon Albert Weinzierl haben in München einige Hochkaräter im Portfolio: Sie betreiben den „Brenner Grill“ nahe der Oper, die Bar „Centrale“ in der Altstadt, die italienischen „Riva“-Restaurants im Tal und in Altschwabing sowie das 5-Sterne-Hotel „Louis“ am Viktualienmarkt. Dennoch wollen sie mit dem „Grapes“ nicht nur gehobenes Publikum und Weinexperten ansprechen.

Die offenen Weine gibt es schon ab 3,90 Euro pro Glas, für Einsteiger eignet sich das „Bubble Up“ am frühen Abend, bei dem Schaumweine in Begleitung von knusprigen Flammkuchen serviert werden (ab 7,50 Euro).

Auf der Karte sind die Weine nicht in die klassischen Kategorien – Rot, Weiß, Rosé – unterteilt, sondern überschrieben mit „Einfach lostrinken“, „Natur Pur“ oder „Für die Mutigen unter euch“. Mutig ist ein Gast demnach, wenn er sich an einen Orangen-Wein herantraut. Hier werden die Trauben mit der Schale vergoren, der Wein erhält eine gelbe Farbe. Extravagant sind auch die Amphoren-Weine: „Die sind sehr dicht und komplex, nicht gefällig. Da braucht man Erfahrung“, sagt Kull.

Auf die Weine abgestimmt sind die Speisen – von der Rehterrine mit warmem Brioche und iranischen Zwergfeigen (12,50 Euro) bis zum Bœuf bourguignon mit Speck, Perlzwiebeln und Kartoffelschaum (23,50 Euro).

Die Weinbar „Grapes“

im Cortiina Hotel an der Ledererstraße 8 hat Montag bis Freitag ab 17.30 Uhr und Samstag ab 15 Uhr geöffnet. Reservierung unter Telefon 089/ 54 04 74 20 und per Mail: hello@grapes-weinbar.de.

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