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Seit knapp einem Jahr ist Magdalena Fischer Mutter. Deshalb muss es in der Küche manchmal flott gehen. Für uns hat die Hauswirtschaftsmeisterin drei Desserts zusammengestellt, die schnell fertig sind und nicht nur Tochter Finni schmecken.

Mein Küchengeheimnis

Wenn es schnell gehen muss: Desserts für Kurzentschlossene

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Die junge Hauswirtschaftsmeisterin Magdalena Fischer aus Reichersbeuern im Landkreis Bad Tölz bereitet schnelle Desserts zu. Die 25-Jährige sagt: „Die sind in minutenschnelle fertig."

Manchmal muss es in der Küche einfach schnell gehen. Gründe dafür gibt es genügend. Mal quengeln die Kinder, mal ist man spontan zum Essen eingeladen und soll noch einen Nachtisch mitbringen. Desserts, die in wenigen Minuten zubereitet sind und trotzdem etwas hermachen, stellt uns deswegen Magdalena Fischer vor.

Magdalena Fischer aus Reichersbeuern

Die junge Mutter steht in der Küche im Oberland und sagt: „Diese Rezepte kann jeder zubereiten.“ Denn dabei könne nichts schief gehen. Arbeitet die junge Hauswirtschaftsmeisterin doch komplett ohne Gelatine, die gerne mal klumpt, wird sie nicht richtig verwendet. Trotz ihrer Schlichtheit, können sich diese Desserts sehen lassen. Denn Magdalena Fischer weiß, wie man die schnellen Quarkspeisen effektvoll aufpeppen kann: Beispielsweise, indem man den Zucker mit einem Bunsenbrenner karamellisiert oder mit frischen Kräutern wie Waldmeister („Der Klassiker zu Erdbeeren.“) oder Minze dekoriert.

Nicht jeder hat es auf der Suche nach Kräutern so leicht wie die 25-Jährige. Sie muss einfach raus vor die Türe und kann sich in der Natur frei bedienen. „Die Vorteile des Landlebens.“ Magdalena Fischer ist in Rothenrain aufgewachsen, Land-Idylle pur. Ein paar Häuser, Kühe auf der Weide, viel Grün. Ihre Eltern hat es vor knapp 30 Jahren hierher verschlagen. „Zwei Stadtflüchter“, wie sie sich selbst nennen. Nach München fährt die Mutter nur noch mit ihrem Bauernmarkt-Stand. Magdalena Fischers Bruder ist Metzger, die Familie vermarktet ihre Produkte direkt.

Die junge Hauswirtschaftsmeisterin streichelt eine Mutterkuh auf dem Hof ihres Bruders.

Doch zurück in die Küche: Magdalena Fischer arbeitet versiert. Während sie die Sahne steif schlägt, gibt sie Tipps: „Am besten mit einem hohen Gefäß arbeiten. Die Sahne muss gut gekühlt sein.“ Auch mit den diversen Milchprodukten kennt sie sich aus: Schmand sei das stichfeste Rahmprodukt, das über einen Fettanteil um die 25 Prozent verfüge. „Mit Schmand gelingen Desserts mit fein-säuerlicher Note. Anders als bei Creme fraiche kann es bei Schmand schon mal passieren, dass das Sauermilchprodukt beim Kochen ausflockt, daher „sofort mit der Temperatur runter gehen, sobald Schmand dem Gericht zugefügt wurde“. Es gilt folgende Regel: „Je fetter, desto kochfester.“

Dass sie heute Hauswirtschaftsmeisterin ist, hätte sich Magdalena Fischer noch vor zehn Jahren nicht vorstellen können: „Nach der Schule wollte ich damit nichts zu tun haben.“ War doch schon die Mutter Hauswirtschaftsmeisterin. Doch dann kam alles anders. Fest stand dagegen immer schon, dass sie einmal auf die Alm gehen würde: „Seit ich sechs Jahre alt war, habe ich von einem Almsommer geträumt.“ Zwei Sommer war die junge Frau zusammen mit einer Freundin für 15 Kühe, 30 Jungtiere sowie die Gästebewirtschaftung zuständig. „Ein Traum“, sagt die 25-Jährige rückblickend – und das, obwohl sie stets viel zu tun hatte.

Die Nachspeisen sind gemacht: Magdalena Fischer mit Tochter Finni und Merkur-Redakteurin Stephanie Ebner.

Zurück in Rothenrain hängte sie den Beruf als Chemikantin an den Nagel und erlernte – wie schon die Mutter – Hauswirtschaft. „Irgendwann kommt man zum Ursprung zurück.“ Sagt’s und strahlt übers ganze Gesicht. Magdalena Fischer hat ihren Traumberuf gefunden. Auf die Hauswirtschafterei setzte sie noch eine Zusatzausbildung zur Erlebnis-Bäuerin sowie Referentin für Ernährung drauf. „Aber vor allem bin ich zur Zeit Mutter.“ Tochter Finni, die in diesem Monat ein Jahr alt wird, hält die junge Frau auf Trab. Außerdem arbeitet die junge Mutter als Jugendleiterin im Trachtenverein und im Winter als Skilehrerin.

Sie ist vielbeschäftigt, daher „bin ich selbst immer auf der Suche nach Rezepten, die schnell gehen“. Das Schöne dabei ist, dass ihre Rezepte für Kurzentschlossene auch noch gut schmecken. Gemäß dem Motto: Kleiner Aufwand, große Wirkung.

Drei Desserts, die in wenigen Minuten fertig sind

Quark-Schmand- Nachspeise 

Zutaten:

250 g Magerquark
200 g Schmand
200 g Sahne
1 Päckchen Vanillezucker
frische Beeren nach Belieben
brauner Zucker
Minze oder Waldmeister nach belieben

Zubereitung: 

  1. Sahne steif schlagen. Schmand und Quark miteinander verrühren, die steife Sahne unterheben.
  2. Nach belieben Zucker dazugeben.
  3. Mit frischen Beeren garnieren oder vermischen. Braunen Zucker darüber streuen. Kurz vor dem Servieren mit Minze und Waldmeister garnieren.

Arbeitszeit: 10 Minuten

Tipps:

  • Anstelle von Vanillezucker kann man auch Rosenzucker oder Lavendelzucker dazugeben.
  • Braunen Zucker mit Bunsenbrenner karamellisieren.

Himbeere-Schmand-Dessert 

Zutaten: 

400 g Himbeeren gefroren
250 ml Sahne
200 g Schmand
brauner Zucker nach Geschmack

Zubereitung: 

  1. Die Himbeeren gefroren in eine flache Schale bzw. in einzelne Gläschen geben.
  2. Die Sahne steif schlagen, mit dem Schmand verrühren und auf den Himbeeren verteilen.
  3. Den braunen Zucker messerrückendick darüber streuen. Kalt stellen.
  4. Vor dem Servieren mit einer Himbeere garnieren.

Arbeitszeit: 10 Minuten

Tipp: 

Sahne und Schmand können auch durch Joghurt und Quark ersetzt werden.

Pfirsichkuchen mit Schmand-Guss 

Zutaten: 

100 g Blätterteig
3 Pfirsiche oder Nektarinen
3 EL Pistazien, gehackt
20 g Vanillezucker
30 g Zucker
100 g Schmand
25 Mehl

Zubereitung:

  1. Springform (circa 18 cm. Durchmesser) mit Backpapier auslegen. Den Blätterteig ausrollen, und in die Form legen, dabei einen circa zwei Zentimeter hohen Rand formen.
  2. Die Pfirsische halbieren, den Kern entfernen und die Hälfte jeweils in drei Spalten schneiden. Die Spalten auf dem Blätterteig verteilen, mit den gehackten Pistazien bestreuen und im vorgeheizten Ofen bei 250 Grad acht Minuten vorbacken.
  3. Die weiche Butter mit Zucker und Vanillezucker verrühren, den Schmand gründlich unterrühren. Mehl darüber stäuben und ebenfalls gut untermischen.
  4. Den Guss auf den vorgebackenen Pfirsichen verteilen und in 15 bis 20 Minuten fertig backen. Den Küchen im Ofen bei geöffneter Tür für 10 Minuten abkühlen lassen. Der Guss geht hoch auf, fällt aber beim Abkühlen wieder zusammen. Den Kuchen mit einem Messer von der Form lösen. Abkühlen lassen oder aber auch lauwarm servieren.

Arbeitszeit: 15 Minuten

Mein Küchengeheimnis

Haben auch Sie ein Rezept, das Sie uns gerne verraten wollen? Dann melden Sie sich bei uns. Sie erreichen uns unter der Rufnummer (089) 5306-419 oder schicken Sie uns eine Mail an gastro@merkur.de. Wir freuen uns auf eine Küchenplauderei mit Ihnen. Für jedes veröffentlichte Rezept bedanken wir uns mit einem Koch- bzw. Backbuch.

Von Stephanie Ebner

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