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Willkommen zum Frühstück: Geschäftsführer Theodor Ackbarow im neuen „Cotidiano“ an der Hohenzollernstraße, das am Freitag eröffnet.

Cotidiano an der Hohenzollerstraße

Willkommen in Schwabing: Leichte Speisen und das Flair des Viertels

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Vergangenheit und Zukunft sitzen an der Hohenzollernstraße 11 an einem Tisch: Florian Herrle (52) hat hier fast 20 Jahre lang das „Caffé Florian“ betrieben, am Freitag eröffnet Theodor Ackbarow (34) offiziell das „Cotidiano“ – und hat den alten Betreiber auf ein Frühstück eingeladen.

Herrle sagt, ihm gefalle das neue Konzept. Ein Tagescafé, geöffnet von 7.30 Uhr bis Mitternacht, es gibt hausgemachte Tartes und Tapas. „Es ist schön, dass es hier weiter so zwanglos zugeht“, sagt Herrle. Er wolle jetzt jeden Tag vorbeikommen – „so lange, bis ich jemandem lästig werde“.

Das gute Verhältnis zwischen altem und neuem Geschäftsführer scheint nicht gespielt. Zumal Ackbarow einiges getan hat, um der Vergangenheit des Hauses Raum zu lassen. Er hat das alte, handgeschmiedete Türschild des Caffé Florian aufgehängt, ebenso den Konditoren-Meisterbrief von Herrles Großvater Franz, der das Haus vor mehr als 100 Jahren erwarb.

In dem Tagescafé an der Hohenzollernstraße war früher das „Caffé Florian“ – dem das Interieur des Lokals auch huldigt.

Ackbarow mag das Viertel und dessen Geschichte: „Schwabing ist kein Ort, sondern ein Zustand“, steht auf der grauen Wand im neuen Café. Ein Zitat Fanny zu Reventlows, die sich um die Jahrhundertwende als „Skandalgräfin“ von Schwabing einen Ruf machte. Für den Lounge-Bereich hat Ackbarow ein drei Meter langes Schwarz-Weiß-Foto in Auftrag gegeben: Es zeigt den Kurfürstenplatz voller Menschen – wer genau hinschaut, entdeckt darauf auch den Geschäftsführer selbst. Für die Zukunft hat der 34-Jährige sich noch etwas Besonderes ausgedacht: eine Bilderwand mit einem Dutzend Rahmen, die immer wieder aktualisiert werden soll. Die Motive fand er unter dem Stichwort „Schwabing“ beim Online-Dienst Instagram. „Man kann sie nach Lust und Laune austauschen“, sagt Ackbarow.

Die Gäste speisen im Cotidiano an großen Holztischen unter schwarzen Industrielampen. Bekannt ist das Cotidiano – es gibt bereits eine Filiale am Gärtnerplatz – für eine große Frühstücksauswahl. Im neuen Laden gibt es natürlich ein „Schwabinger Frühstück“ mit Schinken- und Käsespezialitäten vom Elisabethmarkt, zwei Brotaufstrichen, Butter und gekochtem Ei (13,90 Euro). Wer mag, bekommt ein Glas Prosecco dazu – a bisserl was geht ja bekanntlich immer. Mittags werden Flammkuchen, Suppen, Salate und Quiches serviert. Dazu gibt es frischgepresste Säfte. Der Espresso danach kostet 1,90 Euro. In der Vitrine glänzen selbstgemachte Kuchen und Tartes. Ein Gefühl wie früher kommt auf der Terrasse auf, wo 110 Gäste Platz finden. Auf der neuen Markise steht nicht „Café“ oder „Restaurant“, sondern: „Willkommen in Schwabing“.

Von Janina Ventker

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