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Mineralwasser ist oft nicht vegan.

Pflanzliche Produkte mit tierischem Inhalt

Wussten Sie, dass Erfrischungsgetränke oft NICHT vegan sind?

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München - Immer mehr Menschen verzichten auf Produkte mit tierischem Ursprung. Aber sind Tomatensauce und Apfelsaft nicht immer vegan? Nicht zwingend, sagen Verbraucherschützer und geben Tipps zum Welt-Vegan-Tag.

Am Sonntag findet der Welt-Vegan-Tag statt. Kein offizieller internationaler Tag der Vereinten Nationen. Die Gesellschaft der Vegan-Freunde hat den Tag vor 20 Jahren selbst erfunden. Was damals ein Ereignis für wenige war, dringt mittlerweile in die Alltagskultur vor.

Inzwischen gibt es Geschäfte, die ausschließlich vegane Produkte anbieten. Restaurants locken vermehrt mit veganer Kost. Wobei die geschätzten 900 000 deutschen Veganer bislang nur für einen kleinen Marktanteil im Lebensmittelhandel stehen. Mit „vegetarischen Fleischalternativen“ erwirtschafteten die Einzelhändler 2014 weniger als 0,1 Prozent ihres Umsatzes – knapp 100 Millionen Euro.

Der Boom der Esskultur führt jedoch zu Problemen: Silke Schwartau von der Verbraucherzentrale Hamburg macht darauf aufmerksam, dass verbreitet eingesetzte Aromen tierische Bestandteile aufweisen können: „Solche Geschmacks- und Geruchsstoffe sind in vielen Fertigprodukten enthalten.“ Aromastoffe finden sich in manchen Brotaufstrichen oder in Tomatensauce. Vorsicht geboten ist auch bei sogenannten E-Stoffen: Das sind Zusatzstoffe, die Lebensmitteln unter anderem Farbe, Haltbarkeit oder auch eine bestimmte Konsistenz verleihen. Ein Beispiel ist Karmin, ein roter Farbstoff, der als E-120 etwa in Bonbons enthalten sein kann. E-120 wird aus Schildläusen gewonnen.

Manche Produkte machen einen veganen Eindruck, sind es aber nicht. So zum Beispiel einige Pflanzenmargarinen. Irreführend sind hier Beschriftungen wie „rein pflanzlich“. Laut Ernährungsexpertin Heidrun Schubert von der Verbraucherzentrale Bayern seien solche Bezeichnungen gesetzlich nicht geregelt und somit „unklar“ – denn Veganer müssen damit rechnen, dass Bestandteile des Zusatzstoffs E-471 tierischen Ursprungs sein könnten. Als Veganer müsse man außerdem damit rechnen, dass Tomatensuppe Speck enthält oder tierische Zusatzstoffe in Kartoffelchips enthalten sind, sagt Schubert.

Dass Hersteller von Mineralwasser-Getränken und Fruchtsäften mittlerweile ausdrücklich vegane Erfrischungen auf den Markt bringen, wirft ein Schlaglicht auf deren Produktion: Denn oft setzen die Unternehmen beispielsweise Schweine-Gelatine ein, um ihre Säfte zu filtern. Damit holen sie die Trübstoffe heraus. Das gilt beispielsweise für klaren Apfelsaft oder auch für Apfelschorle. Wenn ein Saft dagegen als vegan beworben wird, wurde das tierische Klärungsmittel gegen eines auf pflanzlicher Basis ausgetauscht. Auch bei Wein kommt es noch vor, dass tierische Gelatine zur Klärung eingesetzt wird.

Verbraucher, die sicher sein wollen, dass sie Produkte ohne tierische Bestandteile kaufen, sollten sich am V-Label mit dem grünen V auf gelbem Grund und dem Schriftzug „vegan“ orientieren. Dieses vergebe der Vegetarierbund Deutschland – und kontrolliere es auch, sagen die Verbraucherschützer.

Hannes Koch und Lisa Schwing

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