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Hatschi! Die Blüten des Haselstrauchs lösen bei vielen Allergikern unangenehme Reaktionen aus. Wird es nach der eisigen Kälte wieder wärmer, könnten die ersten Haselpollen bereits im Anflug sein.

So bald es wärmer wird

Achtung Allergiker, Pollen im Anflug!

München - Dank des kalten Januars sind Allergiker bislang von Pollen verschont geblieben. Doch das kann sich schnell ändern: Steigen die Temperaturen, können Taschentücher schnell wieder zum Einsatz kommen.

Juckende, rote Augen, triefende Nase, Niesen im Staccato, Atemnot und eine belegte Stimme. Von Symptomen wie diesen werden Allergiker alljährlich im Frühling heimgesucht. Ursache dafür ist mikroskopisch kleiner Pollenstaub. Auch im Winter – vor allem bei milden Temperaturen – schwirrt der bereits umher. Dank der Kälte im Januar blieben Allergiker jedoch bislang von den unangenehmen Beschwerden verschont. Das kann sich jedoch ganz schnell ändern. Denn: Mit steigenden Temperaturen ist auch der Blütenstaub wieder im Anflug. Bald schon könnten etwa erste Haselpollen unterwegs sein, teilte Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) in München mit. Die Heuschnupfensaison wäre damit wieder in Sicht.

In Deutschland leidet statistisch gesehen jeder fünfte Erwachsene unter der Allergie. Nach den Erkenntnissen des Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit in Erlangen kämpfen allein in Bayern über zwei Millionen Menschen mit Allergien oder Überempfindlichkeits-Reaktionen. Darunter sind zirka 330 000 Kinder und Jugendliche.

Huml, die selbst approbierte Ärztin ist, rät Patienten dazu, ihre entsprechenden Medikamente rechtzeitig einzunehmen. Bei auftretenden Beschwerden sollte man sich außerdem zeitnah untersuchen lassen. Werden die Symptome jahrelang nicht erkannt, kann dies schwerwiegende Folgen haben. „Wenn eine Allergie unbehandelt bleibt, steigt die Gefahr, dass sie zu Asthma führt“, betont Huml. Bei zirka 40 Prozent führt eine unbehandelte Allergie im Schnitt nach acht Jahren zu chronischen Atemwegsbeschwerden.

Den Experten der Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie der LMU München ist dieses Problem bekannt. Da die Zeit der Pollenflüge im Frühling mit der typischen Erkältungszeit zusammenfällt, erkennen viele nicht, dass sie eigentlich eine allergische Reaktion haben.

Patienten, die wissen, dass sie unter Pollenallergien leiden, können aber auch Vorsorge treffen. Die Hyposensibilisierungstherapie – auch unter Heuschnupfentherapie bekannt – soll Beschwerden lindern. Dabei wird das Immunsystem langsam an die Allergene gewöhnt. Aber auch ganz praktische Vorsorge hilft: Ärzte empfehlen, nach einem Aufenthalt im Freien die Haare zu waschen und die Kleidung zu wechseln. Auch das Schlafen bei offenem Fenster sollten Betroffene in der Blütezeit bleiben lassen. Dr. Claudia Traidl-Hoffmann vom Universitären Zentrum für Gesundheitswissenschaften am Klinikum Augsburg zufolge fliegen Pollen nämlich auch in der Nacht. Auf der Homepage des Zentrums (www.unika-t.de) kann man sich darüber informieren, wie stark die Belastung ist. Der Ärztin zufolge ist die Vorhersage „sogar stundengenau“ möglich. Auch der Freistaat fördert den Aufbau des elektronischen Polleninformationsdienstwerks ePIN.

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