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Gestörtes Immunsystem nach Corona-Impfung? Was Sie über den ADE-Effekt wissen müssen

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Von: Juliane Gutmann

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Zahlreiche Impflinge warten in einer Schlange in den Messehallen in Hamburg auf ihre Corona-Impfung. Diese birgt wie jedes Medikament mögliche Nebenwirkungen. (Archivbild)
Zahlreiche Impflinge warten in einer Schlange in den Messehallen in Hamburg auf ihre Corona-Impfung. Diese birgt wie jedes Medikament mögliche Nebenwirkungen. (Archivbild) © Christian Charisius/dpa

Es gibt Nachrichten über ein nachhaltig gestörtes Immunsystem nach einer Covid-Impfung. Wie Sie diese Information einordnen können, erfahren Sie hier.

Gesundheitsbehörden wie das Robert Koch-Institut empfehlen die Corona-Impfung. Der Nutzen für den Einzelnen und für die Allgemeinheit würde die möglichen Risiken einer Impfung überwiegen, heißt es von offizieller Seite. Wie Zulassungsstudien und die Sicherheitsberichte des Paul-Ehrlich-Instituts PEI (Bundesinstitut für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel) zeigen, handelt es sich bei Impf-Nebenwirkungen meist um vorübergehende Beschwerden wie Schmerzen an der Einstichstelle, Fieber, Schüttelfrost oder Müdigkeit. Die Melderate über schwerwiegende Reaktionen betrug dem aktuellen PEI-Sicherheitsbericht zufolge 0,2 pro 1.000 Impfdosen. Zu den schweren Impfkomplikationen zählen etwa Herzmuskelentzündung oder Thrombosen.

Zum aktuellen PEI-Sicherheitsbericht

Eine weitere mögliche Impfstoff-Nebenwirkung namens ADE wurde bereits 2020 bekannt. Dabei handelt es sich dem Bundesgesundheitsministerium zufolge um infektionsverstärkende Antikörper (Antibody Dependent Enhancement, ADE), die eine heftige Immunreaktion zur Folge haben können. Nicht nur die Infektion mit dem Coronavirus selbst, auch eine Impfung könne theoretisch ADE zur Folge haben, informiert das Paul-Ehrlich-Institut. Die von B-Immunzellen gebildeten Antikörper, die normalerweise das Virus attackieren sollen, tun in dem Fall genau das Gegenteil, wie die Frankfurter Allgemeine (FAZ) den ADE-Effekt beschreibt. Sie würden dem Virus den Eintritt in die menschlichen Zellen erleichtern und damit die Vermehrung des Krankheitserregers beschleunigen. ADE verschlimmert also die Krankheit statt sie zu lindern, so die FAZ.

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ADE als „theoretisches Risiko von Covid-19-Impfstoffen“

Der ADE-Effekt wurde dem Bundesgesundheitsministerium zufolge beispielsweise bei Infektionen mit dem Dengue-Virus beobachtet. Bei SARS- und MERS-CoV gebe es Hinweise darauf, dass unerwünschte infektionsverstärkende Antikörper ADE nach einer Impfung oder einer durchgemachten Covid-19-Erkrankung bei einer weiteren Infektion im ungünstigen Fall zu einer verstärkten Infektion führen könnten, heißt es weiter. Die gute Nachricht: Bislang gibt es dem Paul-Ehrlich-Institut zufolge weder im Tierversuch einer Sars-CoV-2-Infektion, noch bei Covid-19-Genesenen oder SARS-CoV-2-Infizierten Hinweise auf das Vorkommen einer ADE-verursachten Infektionsverstärkung. Bei mRNA- und Vektor-Impfstoffkandidaten gegen andere Infektionskrankheiten wurde ein ADE bisher nicht beobachtet, heißt es weiter vonseiten des PEI. Das Institut betreibt Forschungsarbeit zu dieser Thematik und bezeichnet ADE als „theoretisches Risiko von Covid-19-Impfstoffen“, wie aus dem PEI-Internetauftritt hervorgeht. (jg)

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