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Patient Justin Smith. 

Medizinisches Wunder

Ärzte holen Erfrorenen (25) zurück ins Leben

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Kein Puls, keine Atmung - Lebenszeichen konnten Sanitäter bei einem 25-Jährigen keine mehr feststellen. Bei Minusgraden war der Mann über Nacht erfroren. Ärzte gaben ihn jedoch nicht auf. 

Die Überlebensgeschichte von Justin Smith aus Pennsylvania (USA) klingt einfach unglaublich. Deswegen berichtet wohl auch das Krankenhaus Lehigh Valley Health selbst auf seiner Webseite über die erstaunliche Rettung des jungen Mannes. Justin betrachtet sich selbst als ein Wunder, wie dort zu lesen ist. 

Denn am 21. Februar 2015 hatte ein Untersuchungsrichter Justin Smith für tot erklärt. Ein Jahr ist seitdem vergangen, und er lebt.

Über Nacht hatte der 25-Jährige damals bei vier Grad unter Null in einer Schneewehe an der Straße gelegen, wie das US-Krankenhaus berichtet. 

Justin hatte keinen Puls, atmete nicht, sein Gesicht war lila, und sein Körper war steif, als sein Vater Don Smith ihn am Morgen fand. Über zwölf Stunden musste sein Sohn dort in der Kälte gelegen haben. Auch die Rettungskräfte vor Ort konnten keine Lebenszeichen bei dem jungen Mann mehr feststellen. Die Situation schien hoffnungslos. "Ich rief seine Mutter an und sagte ihr, dass Justin tot ist", erzählt Don Smith in einem Video der Klinik.

Nur Notarzt Dr. Gerald Coleman glaubte das noch nicht. Colman befahl den Ersthelfern, sofort mit Wiederbelebungsmaßnahmen zu beginnen. Über zwei Stunden kämpfte ein Team um sein Leben. Aber sein Körper blieb kalt.

Im Krankenhaus übernahm Herz-Thorax-Chirurg James Wu den Erfrorenen. Justin wurde an eine spezielle Maschine angeschlossen, die in der Intensivmedizin eingesetzt wird, um die Körpertemperatur von schwerstkranken Patienten zu regulieren. Bei der sogenannten Hypothermie wird das Blut von Patienten sehr schnell extrem gekühlt, um im Notfall Zeit für eine Operation zu gewinnen. Herz und Gehirn verbrauchen bei niedrigen Temperaturen weniger Sauerstoff und nehmen keinen Schaden.

Nach 90 Minuten begann sich Justins Körper zu erwärmen und das Herz zu schlagen. Nur sein Gehirn zeigte keine Aktivität. Nach einigen Tagen gab es eine Wendung: Erste Tests fielen zur Überraschung der Mediziner positiv aus. Das Gehirn war wieder aktiv. Schäden aufgrund des Sauerstoffmangels waren jedoch zu diesem Zeitpunkt nicht absehbar.

Mittlerweile hat sich Justin Smith erholt. Die Zehen an seinen Füßen mussten amputiert werden, und auch die kleinen Finger an den Händen fehlen. Sein Wunsch ist es nun, sein Psychologie-Studium zu beenden. 

ml

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