Schlechtester Wert seit 20 Jahren: Umfrage-Schock für die CSU

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Jeder fünfte Deutsche hat bereits „aggressives oder gewalttätiges Verhalten“ in einer Pflegesituation erlebt.

Studie: Pflegefälle oft Opfer von Gewalt

Berlin - Über 2,3 Millionen Menschen sind in Deutschland pflegebedürftig. Noch ist Gewalt in der Pflege ein Tabuthema. Eine aktuelle Studie zeigt, dass sich das ändern muss.

Gewalt in der Pflege ist offenbar ein häufig auftretendes Phänomen. Jeder fünfte Deutsche hat bereits „aggressives oder gewalttätiges Verhalten“ in einer Pflegesituation erlebt, wie aus einer am Donnerstag vorgestellten Studie des Zentrums für Qualität in der Pflege (ZQP) hervorgeht. Von den Befragten mit intensiver Pflegeerfahrung sind es sogar mehr als ein Drittel.

Allerdings wüssten nur wenige, welche Hilfsangebote im Notfall genutzt werden könnten, heißt es in einer Mitteilung des ZQP. Zwar ließen sich knapp die Hälfte der Menschen gerne professionell beraten, wenn sie gewalttätige Handlungen in einer Pflegesituation beobachteten oder selbst erlebten. Aber 65 Prozent wüssten nicht, wohin sie sich bei konkretem Bedarf wenden könnten. Nur jeder Zehnte würde hierbei einen Pflegestützpunkt einbeziehen.

Bessere Beratung gefordert

Die Bereitschaft der Befragten, ihre eigenen Angehörigen im häuslichen Umfeld zu pflegen, ist auch vor diesem Hintergrund hoch. Mehr als 60 Prozent der Teilnehmer gaben demnach an, dass die anstrengende Pflegesituation daheim kein Grund wäre, die Angehörigen in stationäre Pflege zu geben - sofern allerdings konkrete Angebote zur Entlastung vorhanden wären.

Die Umfrage verdeutliche, dass der Aufklärungsbedarf zum Thema Gewalt in der Pflege erheblich sei, sagte ZQP-Chef Ralf Suhr. Er forderte deshalb „mehr spezielle Beratungsangebote, die ein frühzeitiges Erkennen und die Intervention bei derartigen Krisenfällen in der Pflege ermöglichen“. Diese Angebote müssten vor allem präventiv wirken, um die Versorgungsqualität im Sinne der Betroffenen zu verbessern.

Befragt wurden 1.000 Personen ab 16 Jahren aus dem gesamten Bundesgebiet.

Von Johann Tischewski, dapd

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