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Wolfgang Hildebrandt (li.) und Dr. Jörg Hawlitzky zeigen eine Gefäßstütze. Dieses Modell wurde auch bei Hildebrandts OP verwendet.

Die Bombe in meinem Bauch

Hauptschlagader gerissen: OP rettet Münchner das Leben

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München - Die „Bombe im Bauch“ – so umschreiben Spezialisten das Bauchaortenaneurysma, eine krankhafte Erweiterung der Hauptschlagader. Wenn sie plötzlich platzt, hat man schlechte Karten.

In sieben von zehn Fällen verbluten die Patienten innerlich – und von den 30 Prozent, die die Klinik überhaupt noch lebend erreichen, kommt am Ende nur jeder Zweite durch. Allein in Deutschland reißt die „Bombe im Bauch“ jährlich etwa 10.000 Menschen aus dem Leben.

So weit die nüchterne Behandlungsstatistik. Aber wie beklemmend sich solche Zahlen aus der Sicht eines Betroffenen anfühlen, davon kann Wolfgang Hildebrandt (80) ein Lied singen. „Mein Leben hätte sofort vorbei sein können – vielleicht schon in den nächsten fünf Minuten“, weiß der rüstige Rentner aus Laim. Umso dankbarer ist er über seine Rettung: Im Chirurgischen Klinikum München Süd, der früheren Rinecker-Klinik, ist das bereits gerissene Aneurysma gerade noch rechtzeitig entdeckt und beseitigt worden.

Es war letztlich ein Zufallsbefund, der Hildebrandt das Leben rettete. Dass mit seiner Hauptschlagader etwas nicht stimmte, hatte zwar bereits sein Hausarzt bemerkt und weitere Untersuchungen angeordnet. Aber die Dramatik der Erkrankung kristallisierte sich erst bei einem Narkosegespräch für einen ganz anderen Eingriff im Chirurgischen Klinikum München Süd heraus. Hier wollte sich Hildebrandt eigentlich wegen eines Leistenbruchs operieren lassen. Doch als er von der Sache mit der Aorta erzählte, wurde der Narkosearzt hellhörig und zog einen Spezialisten hinzu. Der Chefarzt der Gefäßchirurgie, Dr. Jörg Hawlitzky, schlug nach einer Ultraschalluntersuchung sofort Alarm: „Herr Hildebrandt hatte eine besonders tückische Variante des Aneurysmas. Es war gedeckt rupturiert, wie wir Mediziner sagen. Das heißt: Die Schlagader war bereits gerissen, wurde aber noch vom Bauchfell zurückgehalten. Dieser Mechanismus hat ein Verbluten noch verhindert.“

Mit einer Gefäßstütze, in der Fachsprache Stent genannt, konnte Dr. Hawlitzky das Aneurysma ausschalten und die Aorta stabilisieren. „Dieses minimalinvasive Verfahren ist für die Patienten wesentlich schonender als eine offene Operation“, erläutert der Chefarzt (siehe Artikel unten). Seinen Patienten konnte der Gefäßchirurg bereits nach fünf Tagen aus der Klinik entlassen – topfit, wie Hildebrandt der tz erzählt: „Alles ist prima verheilt, ich vespüre keinerlei Einschränkungen, auch nicht beim RadfahrenoderbeimSchwimmen. Ich kann alles wieder genauso machen wie vor dem Eingriff.“

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