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Von wegen ausgerottet: Krätzemilben.

Parasiten auf der Haut

Angst vor Krätze? Das sollten Sie wissen  

Gerade macht eine juckende Hautkrankheit Schlagzeilen: die Krätze - im Fachjargon Skabies. Jeder kann sich die Krätze holen. Und das ist keine Frage der Hygiene. Hier finden Sie die wichtigsten Infos.  

Die Haut juckt und brennt - es bilden sich Pusteln. Unter der Bettdecke ist es besonderes schlimm. Das können erste Anzeichen der Krätze (Skabies) sein.

In Nordrhein-Westfalen häufen sich aktuell Fälle von Krätze. Viele sind besorgt. Doch gibt es eine Grund dafür? Das NRW-Gesundheitsministerium erklärte auf Anfrage der Aachener Zeitung, die Zahlen seien im Verhältnis zur Bevölkerung immer noch für „sehr gering“ und „nicht besorgniserregend“.

Wo kann man sich mit Krätze anstecken?

Die Skabies ist eine Hautkrankheit, die durch Krätzmilben ausgelöst wird. In der Regel wird die Skabies durch direkten Haut-zu-Haut-Kontakt übertragen. 

Da sich Krätzemilben nur sehr langsam bewegen, ist ein intensiver Hautkontakt (länger als fünf bis zehn Minuten) nötig.

  • Kuscheln
  • Schlafen in einem Bett
  • beim Geschlechtsverkehr

Ohne ein Risiko sind in der Regel Handschütteln, Begrüßungsküsse und Umarmungen.

Was verursacht den Juckreiz bei Krätze?

Ein Befall von Krätzemilben verursacht bei Betroffenen fiesen Juckreiz. Daher stammt auch der Name Krätze - von kratzen.

Der Grund: Die weiblichen Krätzmilben bohren sich unter die Haut und legen dort ihre Eier und Kot ab. Darauf reagiert der Körper mit einer allergischen Reaktion, wie Juckreiz und Pusteln.

Wo leben Krätzmilben?

Die Krätzmilbe (lat. Sarcoptes scabiei) ist ein Parasit. Ohne den Menschen können die Spinnentiere nur wenige Tage überleben. Die Milben bevorzugen warme Hautregionen mit einer dünnen Hornschicht.

Die Spinnentierchen bohren sich deswegen gerne in Hautfalten, zum Beispiel zwischen den Fingern, Zehen oder den Achseln und bei Männern im Genitalbereich.

Wer ist besonders gefährdet?

  • Die Krätze kommt weltweit vor und betrifft Menschen jeden Alters.
  • Kinder, pflegebedürftige Senioren und Menschen mit einem schwachen Immunsystem sind in Mitteleuropa häufiger betroffen.
  • Trockene Haut erhöht das Risiko, an Krätze zu erkranken. Die Milben haben es bei einer trockenen Haut leichter, sich durch die obere Schicht der Hornzellen hineinzubohren.

Mangelnde Hygiene ist keine Ursache für Krätze. Die Milben graben sich so tief in die Haut ein, dass sie mit Wasser und Seife nicht zu erreichen sind.

Die Krätze halten viele Menschen für eine ausgestorbene Krankheit. Doch immer wieder kommt es zu Krätzeausbrüchen in Deutschland. Die Krätze, im Fachjargon Skabies, tritt hierzulande laut Robert-Koch-Instituts (RKI) vor allem in der kalten Jahreszeit auf.

Wie wird Krätze behandelt?

Für die Behandlung der Krätze stehen wirksame Medikamente, sogenannte Skabizide (Permethrin, Allethrin, Ivermectin) zur Verfügung. Sie werden in der Regel als Cremes, Sprays oder Salben auf der Haut aufgetragen, oder auch oral verabreicht.

Nach einer fachgerechten Behandlung ist der Betroffene nicht mehr ansteckend. 

Wie kann man sich vor Krätze schützen?

Schutzmaßnahmen gegen Krätze sind, laut der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), in der Regel kaum möglich, da Krätze bereits unbemerkt vor Beginn der Beschwerden übertragen werden kann.

Weitere Infos zur Krätze (Skabies) hat die BZgA auf seiner Webseite infektionsschutz.de zusammengestellt.  

Der Erreger - die Krätzmilbe ist ein Spinnentier

Die Krätzemilbe Sarcoptes scabiei var. hominis ist ein auf den Menschen spezialisierter Parasit. Die Krätzemilbe gehört zu den Spinnentieren (Arachnida) hat vier Beine und kräftige Mundwerkzeuge. Sie ernähren sich von Hautzellen.

Die Krätzmilben- Weibchen errichten längere Gänge parallel zur Hautoberfläche, darin legen sie ihre Eier ab. 

Weibliche Skabiesmilben werden 0,3 bis 0,5 Millimeter groß (mit dem menschlichen Auge gerade noch als Punkt sichtbar), männliche Milben 0,21 bis 0,29 Millimeter.
Die Milben graben sich in die obere Hautschicht des Menschen ein. Sie leben dort etwa vier bis acht Wochen. In dieser Zeit legen die Parasiten täglich mehrere Eier und auch Kot in die Hautgänge.

  • Außerhalb des Wirtes können die Krätzmilben noch für etwa ein bis zwei Tage in Kleidung oder Bettwäsche überleben.

Maßnahmen gegen Krätzmilben

  • Kleider, Bettwäsche, Handtücher und weitere Gegenstände mit längerem Körperkontakt (z. B. Blutdruckmanschette, Pantoffeln, Stofftiere) sollten bei mindestens 50 Grad Celsius für wenigstens 10 Minuten gewaschen werden, ist im Epidemiologischen Bulletin (27/2016) des Robert-Koch-Instituts (RKI) zu lesen.
  • Wenn dies nicht möglich ist, können die Gegenstände und Textilien in Plastiksäcke eingepackt oder in Folie eingeschweißt werden und für 72 Stunden bei mindestens 21 Grad gelagert werden, empfiehlt das RKI. 

  • Plüschtiere, Schuhe und andere Kleinutensilien werden durch Einfrieren milbenfrei.

  • Händedesinfektionsmittel sind, laut RKI, nicht gegen Skabiesmilben wirksam.

Krankhafte Angst vor Krätze

Dass Spinnentiere auf der eigenen Haut leben, ist ein unangenehmer Gedanke. Es gibt Menschen, die an einer unbegründeten Furcht vor den Parasiten leiden: Die Scabiophobie gehört zu den spezifischen Phobien und bezeichnet die übersteigerte krankhafte Angst vor Krätze. Betroffene meiden den Körperkontakt zu anderen Menschen und vermutet bereits bei dem kleinsten Juckreiz eine Ansteckung mit Krätze.

Tabu-Thema Bettwanzen

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ml

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