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Psychische Krankheiten stiegen in 10 Jahren um rund 40 Prozent an – zwei Gegenmaßnahmen kennen viele nicht

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Von: Juliane Gutmann

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Knapp jeder fünfte Arbeitnehmer in Deutschland hat mindestens einen psychischen Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Krankheiten, so ein Ergebnis des DAK-Gesundheitsreports 2022.

Herzinfarkt, Schlaganfall und andere Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind die häufigsten Todesursachen in Deutschland. Im Jahr 2020 wurden dem Statistischen Bundesamt zufolge rund 338.000 Todesfälle auf Herz- und Kreislauf-Krankheiten zurückgeführt. Im aktuellen DAK-Gesundheitsreport „Risiko Psyche: Wie Depressionen, Ängste und Stress das Herz belasten“ wird unter anderem beleuchtet, welche Gruppen besonders gefährdet sind. Im Rahmen der Erhebung hat das IGES Institut in Berlin die Daten von 2,45 Millionen erwerbstätigen DAK-Versicherten ausgewertet, außerdem wurden rund 7.100 erwerbstätige Frauen und Männer durch das Forsa-Institut befragt.

Eines der erschreckenden Ergebnisse des DAK-Reports: Hochgerechnet haben 8,6 Millionen Erwerbstätige ein psychisches Risiko für einen Herzinfarkt, das entspricht etwa jedem fünften Arbeitnehmer. Unter psychische Risiken fallen der DAK zufolge neben psychischen Erkrankungen wie Depressionen auch arbeitsbedingter Stress.

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Stress in der Arbeit und psychische Erkrankungen gefährden das Herz

„Depressionen, Ängste und negativer Stress sind bereits für sich genommen eine große Belastung. Sie gehen aber auch buchstäblich ans Herz!“, erklärt Andreas Storm, Vorstandsvorsitzender der DAK-Gesundheit. Vor allem bei Erwerbstätigen sei ein hohes Risiko zu beobachten, wie der Gesundheitsreport zeigen würde, so Storm. Frauen sind dem Bericht zufolge gefährdeter als Männer: 22 Prozent der weiblichen Befragten gaben an, an enormem Stress bis hin zu psychischen Problemen zu leiden. Unter den Männern waren es 16 Prozent.

Frau im Business-Look schaut aus dem Fenster
Stress in der Arbeit ist ein nicht zu unterschätzender Risikofaktor für Herzkrankheiten. © Eugenio Marongiu/Imago

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Der DAK zufolge wird die Wechselwirkung von Psyche und Körper unterschätzt. „Zum einen ist es so, dass Menschen mit psychischen Erkrankungen häufiger Herzprobleme entwickeln. Zum anderen sehen wir bei vielen Herz-Kreislauf-Patientinnen und -Patienten in der Folge eine psychische Erkrankung“, wird Professor Christoph Herrmann-Lingen, Leiter der Klinik für Psychosomatische Medizin an der Universitätsmedizin Göttingen, von der DAK Gesundheit zitiert.

Nicht nur behandlungsbedürftige psychische Krankheiten wie Angststörungen oder Depressionen fördern Herzkrankheiten. Auch Stress in der Arbeit kann das Herz enorm in Mitleidenschaft ziehen. Der DAK-Erhebung zufolge leiden neun Prozent der Beschäftigten unter herzgefährdendem Arbeitsstress.

Das Herz gesund halten durch Vorsorge und Prävention

Nicht nur ein gesunder Lebensstil mit ausgewogener Ernährung und ausreichend Bewegung, sondern auch Entspannung im Alltag tut dem Herzen gut. Legen Sie deshalb häufiger Pausen ein. Auch ärztliche Check-Ups sollten nicht vernachlässigt werden, denn je früher ein Leiden erkannt wird, desto besser in der Regel die Aussicht auf Therapieerfolge. Ab dem 35. Lebensjahr haben Sie Anspruch auf eine kostenlose Gesundheitsuntersuchung, die unter anderem einen Bluttest umfasst. Alle drei Jahre ist der kostenlose Check-up möglich. Doch mehr als ein Drittel der Arbeitnehmer weiß nichts von dieser Früherkennungsmaßnahme, so die DAK Gesundheit. Weiter heißt es, dass nur die Hälfte der Befragten das Angebot nutzen würden.

Auch Präventions- und Gesundheitskurse, die von vielen Krankenkassen angeboten werden, werden häufig nicht genutzt. So sind nur etwa 60 Prozent der Beschäftigten über Präventionskurse informiert, wie aus dem DAK-Gesundheitsreport hervorgeht.

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