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Maßnahmen wie Schockbilder auf Zigarettenschachteln zeigen beim Kampf gegen Tabak-Konsum Wirkung. Das ergab nun eine WHO-Studie. Foto: Daniel Bockwoldt/dpa

WHO-Studie

Anti-Tabak-Maßnahmen erreichen 60 Prozent aller Menschen

Millionen Menschen sterben jedes Jahr weltweit an den Folgen des Rauchens. Anti-Tabak-Maßnahmen erreichen zwar viel mehr Menschen als früher - aber immer noch zu wenige.

New York (dpa) - Werbe-Verbote, hohe Steuern und Schockbilder: Mehr als 60 Prozent der Menschen weltweit werden einem Bericht der Weltgesundheitsorganisation WHO zufolge durch Anti-Tabak-Maßnahmen erreicht. Das seien rund viermal so viele wie noch vor einem Jahrzehnt, hieß es in der Studie.

Die Tabakindustrie behindere derartige Maßnahmen allerdings immer noch vielerorts, sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus. Die Regierungen müssten sie trotzdem einführen. "Und sie müssen den illegalen Tabakhandel eindämmen, der die globale Tabak-Epidemie und ihre gesundheitlichen und wirtschaftlich-sozialen Konsequenzen verschlimmert." Jährlich würden weltweit sieben Millionen Menschen an den Folgen von Tabak-Konsum sterben. "Das ist so als ob man die gesamte Bevölkerung von Bulgarien oder Paraguay jedes Jahr auslöschen würde. Das ist inakzeptabel."

Einer von zehn Toden weltweit sei eine Folge von Tabak-Konsum, sagte der frühere New Yorker Bürgermeister Michael Bloomberg, der sich mit seiner Stiftung schon länger gegen das Rauchen einsetzt. Aber: "Der Fortschritt, der weltweit gemacht wurde, und den dieser Bericht dokumentiert, zeigt, dass es für Länder möglich ist, das zu ändern."

Am weitesten verbreitet sind dem Bericht zufolge drastische Warnhinweise mit abschreckenden Bildern auf Zigaretten-Packungen - fast die Hälfte der Menschen weltweit wird damit erreicht. Nur rund 15 Prozent der Menschen weltweit leben dagegen in Gebieten, die von Werbeverboten für die Tabak-Industrie abgedeckt werden.

Ärmere Länder hätten zuletzt große Fortschritte bei der Einführung von Anti-Tabak-Maßnahmen gemacht, während es in einigen reicheren Ländern an "politischem Willen" fehle, sagte Douglas Bettcher von der WHO bei einer Pressekonferenz in New York. In den vergangenen zehn Jahren sei die Zahl der Entwicklungsländer, die das Rauchen am Arbeitsplatz komplett verboten hätten, von 4 auf 39 gestiegen. 44 neue Entwicklungsländer führten in diesem Zeitraum drastische Warnhinweise auf Zigarettenpackungen ein und 24 verhängten Werbeverbote.

Unter den reicheren Ländern lobte Bettcher vor allem Großbritannien, Australien und Neuseeland. In den USA hingegen gebe es keine drastischen Warnhinweise auf Zigarettenpackungen und Deutschland sei nur eines von zwei EU-Ländern, in dem es kein komplettes Werbeverbot gebe.

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