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Die langfristige Einnahme von Antipsychotika verringert das Hirnvolumen.

Antipsychotika lassen Hirnvolumen schrumpfen

Medikamenten gegen Schizophrenie oder Depressionen wirken im Gehirn. Nun haben US-Wissenschaftler in einer Langzeitstudie einen weiteren Effekt der Antipsychotika belegt.

Die langfristige Einnahme von Antipsychotika verringert das Hirnvolumen. Mit zunehmender Dauer und Dosis der etwa gegen Schizophrenie oder Depressionen verordneten Medikamente leidet die Hirnmasse, wie eine amerikanische Studie zeigt. Daher sollten Ärzte nur die kleinstmögliche Dosis verordnen, die zur Kontrolle der Symptome nötig sei, mahnen die Mediziner der Universität von Iowa.

Etwa ein Prozent der Weltbevölkerung leidet an Schizophrenie. Den bei vielen Patienten beobachteten Schwund des Hirnvolumens führten Mediziner bislang auf die Erkrankung zurück. Erst kürzlich deuteten Tierstudien darauf hin, dass die typischerweise bei Schizophrenie verschriebenen Antipsychotika, die auch Neuroleptika genannt werden, zu diesem Effekt beitragen könnten.

Die Studie bestätigt diesen Verdacht. Die Forscher unterzogen 211 Schizophrenie-Patienten im Laufe von sieben Jahren jeweils drei Hirnuntersuchungen per Magnetresonanz-Tomografie (MRT). Je intensiver die medikamentöse Therapie der Teilnehmer war, desto stärker sank im Lauf der Zeit das Hirnvolumen. Der Grad der Schizophrenie oder etwaiger Konsum von Drogen beeinflussten die Hirnmasse dagegen nicht nennenswert.

Was der Rückgang des Hirnvolumens für die Patienten bedeutet, wissen die Forscher nicht. Zwar sei eine solche Entwicklung nicht wünschenswert, schreiben sie in der Zeitschrift “Archives of General Psychiatry“. Aber der Nutzen der Medikamente könne etwaige Nachteile übersteigen. Dennoch verweisen sie darauf, dass nicht nur Schizophrenie-Patienten mit Antipsychotika behandelt werden, sondern auch ältere Menschen, Kinder oder Patienten mit bipolaren Störungen oder depressiven Symptomen.

Quelle: “Archives of General Psychiatry“, Vol. 68, S. 128-137

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