Ingolstadt entlässt Walpurgis - Interims-Nachfolger steht fest

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Robert Schurer – Direktor der AOK München

Interview mit Robert Schurer – Direktor der AOK München

Interview mit Robert Schurer – Direktor der AOK München über die Tradition und Zukunft der gesetzlichen Krankenversicherung.

125 Jahre AOK München – was bedeutet das für Sie?

125 Jahre sind ein guter Anlass zurückzublicken, aber auch die kommenden Herausforderungen anzugehen. Seit 1886 ist die AOK München durch Höhen und Tiefen gegangen. Wir haben zwei Weltkriegen und einigen Wirtschaftskrisen getrotzt. Die Anpassung an die jeweiligen Rahmenbedingungen und die Weiterentwicklung waren das wirklich Beständige.

Heute ist die Gesundheitskasse ein moderner Dienstleister mit langer Tradition. Aber auch nach 125 Jahren dürfen wir nicht selbstgefällig werden. Denn das Gesundheitswesen wird weiter im Focus vieler Veränderungen stehen. Allein die letzten 25 Jahre waren von umfassenden Gesundheitsreformen geprägt. Auch in Zukunft wird es um das Wichtigste im Leben der Menschen gehen: die Gesundheit.

Warum sollte man die Jubiläumsausstellung besuchen?

Die Ausstellung lädt zu einer spannenden Zeitreise ein. Wir verbinden die Unternehmensgeschichte der AOK mit der faszinierenden Sozialgeschichte in Deutschland. Von der Zeit der Industrialisierung über die deutschen Katastrophen bis in die jetzige Zeit. Zahlreiche Schautafeln und Exponate beleuchten die wechselvolle Geschichte der Gesundheitskasse im Spiegel der Ereignisse in Gesundheitspolitik und Zeitgeschichte. Auch das macht die Ausstellung deutlich: Die Gründer vor 125 Jahren hätten die heutigen Leistungen im Gesundheitswesen wohl nicht für möglich gehalten.

Was sind aus Ihrer Sicht die einschneidensten Entwicklungen bzw. Änderungen im Gesundheitssystem der letzten 125 Jahre?

Vor 125 Jahren starb jeder vierte Säugling in den ersten zwölf Monaten. Die Lebenserwartung lag bei rund 40 Jahren – heute sind es 80 Jahre. Versicherte Arbeiter erhielten bei Krankheit Krankengeld und ärztliche Behandlung für höchstens 13 Wochen. Dann kam die gesetzliche Krankenversicherung. Sie hat den Fortschritt in der Medizin und im Gesundheitswesen erst möglich gemacht. Heute haben wir ein modernes Gesundheitswesen auf hohem Niveau. Und die AOK stand dabei immer für ein Stück Sicherheit und Verlässlichkeit in sich schnell verändernden Zeiten.

Wie sehen Sie die aktuellen Entwicklungen im Gesundheitsystem, insbesondere unter dem Aspekt der Solidargemeinschaft?

Die Aufgabe lautet: Wir müssen das leistungsfähige Gesundheitswesen für die nächsten Jahrzehnte sichern – und das vor dem Hintergrund der demographischen Entwicklung. Um allen Patienten die Teilhabe am medizinischen Fortschritt zu ermöglichen, müssen wir auch für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen eintreten. Das Solidaritätsprinzip bleibt unentbehrlich, um den Zugang zur gesundheitlichen Versorgung für jeden sicherzustellen.

Die Gesundheitsversorgung wird nicht billiger werden – sie muss aber für die Beitragszahler bezahlbar bleiben. Deshalb wird es weitere „Gesundheitsreformen“ geben. Die AOK als „Die Gesundheitskasse“ möchte insbesondere in den Bereichen Prävention und Gesundheitsförderung weiter Vorrreiter sein. Gerade die Generation unserer Kinder und Jugendlichen muss wissen, dass Eigenverantwortung nicht nur die Finanzierung von medizinischen Leistungen bedeutet, sondern auch die Übernahme von Verantwortung für die eigene Gesundheit. Hier möchten wir aufklären und mit einem breiten Gesundheitsangebot unterstützen.

Ausstellung: Die AOK München im Wandel der Zeit

Die Ausstellung ist während der Geschäftszeiten bis zum 30. November zu sehen. 

ÖFFNUNGSZEITEN: Montag bis Mittwoch von 8:00 – 16:30 Uhr Donnerstag von 8:00 – 17:30 Uhr Freitag von 8:00 – 15:00 Uhr

ADRESSE: Landsberger Straße 150-152; 80339 München
Tel.: 089 5444-0 Fax.: 089 5444 1919

MEHR INFOS: Aktuelle Informationen gibt es auch unter www.aok-muenchen.de

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