Tödlicher Pillen-Mix auf Rezept

Warnung vor unerkannten Wechselwirkungen

Berlin - Arzneimittel können wegen Nebenwirkungen riskant sein. Besondere Gefahren gehen allerdings von mehreren Pillen auf einmal aus. Manchmal verschreiben Ärzte sogar den tödlichen Pillen-Mix.

Viele Patienten gehen mit ihren Arzneimitteln laut einer neuen Studie des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) das Risiko von Wechselwirkungen ein. Jede sechste Verordnung berge die Gefahr, dass die Pille unerwünscht mit anderen Mitteln zusammenwirkt, geht nach Angaben der „Rheinischen Post“ vom Montag aus der Erhebung hervor. Ältere Menschen mit mehreren Erkrankungen seien besonders gefährdet, vor allem Pflegeheim-Bewohner.

In drei von tausend Fällen verschrieben die Ärzte sogar einen Pillen-Mix, der lebensbedrohlich sein könne. In 3,5 Prozent der Fälle wurden Kombinationen mit dem Risiko schwerer Folgen verordnet. Ausgewertet wurden demnach die rund 65 Millionen verordneten Verpackungen für die 24 Millionen AOK-Versicherten aus dem ersten Quartal 2012. Pflegeheim-Bewohner bekommen laut AOK teilweise Dosierungen und Kombinationen, die unter Körperverletzung fielen.

Die hohe Verschreibungsrate bei älteren Patienten erhöht auch nach bisherigen Studien das Risiko, dass Arzneimittel selbst zur Ursache von Krankenhauseinweisungen werden. Nach Angaben des Kieler Pharmakologen Ingolf Cascorbi sind sieben Prozent aller Krankenhausaufnahmen arzneimittelbedingt.

Auch während der stationären Behandlung stellen laut Cascorbi unerwünschte Arzneiwirkungen ein teils vermeidbares Problem dar - besonders auch falsche Dosierungen, speziell bei eingeschränkter Nierenfunktion.

Ärzten wird immer wieder vorgeworfen, sie fragten ihre Patienten zu wenig, was sie neben den verschriebenen Medikamenten sonst noch kaufen und einnehmen, beispielsweise auch rezeptfreie Mittel. Verschiedene Arzneimittelreports berichteten wiederholt von spürbaren Anteilen riskanter oder unnötiger Medikamente im Gebrauch der Bundesbürger.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Grippe-Saison steht bevor - Ministerin ruft zum Impfen auf
Vor dem Start der Grippe-Saison Anfang Oktober hat Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml zum Impfen aufgerufen.
Grippe-Saison steht bevor - Ministerin ruft zum Impfen auf
Diese Wirkung von Aspirin hätten Sie sicher nicht vermutet
Wer Kopfschmerzen hat, greift oftmals zu Aspirin. Doch Forscher haben nun eine neue Wirkung entdeckt: Der Wirkstoff ist auch gut fürs Herz.
Diese Wirkung von Aspirin hätten Sie sicher nicht vermutet
Krebserkrankung: Deuten Sie die Warnsignale richtig
Die Krebsneuerkrankungen steigen mit jedem Jahr. Doch manche sind, wenn sie früh erkannt werden, erfolgreich zu behandeln. Achten Sie daher auf folgende Warnzeichen.
Krebserkrankung: Deuten Sie die Warnsignale richtig
Frau kann Mund nicht mehr öffnen - und leidet qualvoll
Eine Frau wacht eines Tages auf und kann ihren Mund nicht mehr öffnen. Fünf Jahre lang muss sie durch die Hölle gehen – und erlebt keinen Tag ohne Schmerzen.
Frau kann Mund nicht mehr öffnen - und leidet qualvoll

Kommentare