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Digitale Medizin: Was steckt hinter den Gesundheits-Apps? Anwendungsbereiche & wie Sie seriöse Angebote erkennen

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Von: Johanna Werning

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Auf einem Smartphone ist die App «Das E-Rezept» neben einem Apothekensymbol zu sehen
Immer mehr Gesundheitsapps erscheinen auf dem Markt, aber was ist dran? © Mohssen Assanimoghaddam/dpa

„Apps auf Rezept“ gibt es viele. Die medizinischen Gesundheits-Apps versprechen Unterstützung bei Krankheiten wie Krebs, Diabetes oder Bluthochdruck. Aber was ist dran?

Unzählige Apps sind derzeit auf dem Markt – darunter auch viele im Bereich Gesundheit und Fitness. Seit Oktober 2020 gibt es außerdem besondere Softwares im App Store, sogenannte medizinische Gesundheits-Apps. Sie zählen zu den digitalen Gesundheitsanwendungen (DiGa).

Das Besondere: „Anders als beispielsweise Fitness-Apps müssen DiGa geprüft und zugelassen werden. Erst dann kann der Arzt sie verordnen und die Krankenkasse übernimmt die Kosten“, so Dr. Tanja Katrin Hantke, Gesundheitsexpertin der Krankenkasse „vivida bkk“. Aktuell werden die Apps bei Krankheiten wie Diabetes*, Krebs oder Bluthochdruck eingesetzt. Aber wie funktionieren die Apps? Wer kann die digitale Gesundheitsanwendung nutzen und worauf sollte man achten?

Die „App auf Rezept“: So funktioniert die medizinische Gesundheits-App

Die Apps gelten als digitales Medizinprodukt und können nicht einfach so von Nutzern verwendet werden, erklärt die Verbraucherzentrale. Das Unternehmen hinter der App muss zunächst nachweisen, „dass ihre Software zu einer besseren medizinischen Versorgung der Nutzer beiträgt.“

Außerdem kann die App nur auf ärztliche Anordnung oder mit Genehmigung der Krankenkasse heruntergeladen werden – eine „App auf Rezept“ sozusagen. Erst mit Rezept oder Genehmigung erhält man einen Code, mit dem die Software kostenfrei verwendet werden kann.

Medizinische Gesundheits-Apps bei Rückenschmerzen oder Depression: „Präventionsmaßnahmen bieten“

Mittlerweile gibt es laut Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte insgesamt 31 medizinische Apps. Grundsätzlich sollen die Programme erkrankten Personen über ihre Krankheit informieren, „Präventionsmaßnahmen bieten und bei Training oder Ernährung unterstützen“, erklärt die Verbraucherzentrale.

Außerdem können medizinische Werte gemessen, gespeichert und ausgewertet werden. Grundsätzlich gibt es Apps gegen Rückenschmerzen, Apps zur Hilfe bei Depressionen oder unterstützende Apps bei Migräne und Schwangerschaften.

Verbraucherzentrale warnt: Gesundheits-App „können schlimmstenfalls Schaden anrichten“

Zwar eröffnen die Apps zur digitalen Gesundheitsanwendung „vielfältige Möglichkeiten, um bei der Erkennung und Behandlung von Krankheiten sowie auf dem Weg zu einer selbstbestimmten gesundheitsförderlichen Lebensführung zu unterstützen“, so das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte. Allerdings gibt es auch Risiken bei der Nutzung – und die betreffen vor allem den Datenschutz, warnt die Verbraucherzentrale.

„Bislang gibt es noch keine einheitlichen Qualitätskriterien und keine zwingend vorgeschriebenen Angaben zur Zweckbestimmung, den Einsatzgebieten und Nutzergruppen und Grenzen des Einsatzes von Gesundheitsapps“, heißt es weiter. „So kann es hilfreiche Apps geben, aber auch solche, deren Nutzen nicht belegt ist und die schlimmstenfalls sogar Schaden anrichten können.“

Auswahl - wie findet man seriöse Anbieter?

Aber welche Gesundheitsapps sind seriös? Laut Verbraucherzentrale bietet das DiGa-Verzeichnis eine erste Orientierung. Außerdem gibt es ein Verzeichnis der Bertelsmann-Stiftung, das ebenfalls digitale Gesundheitsanwendungen bewertet. In beiden Fällen wird die App allerdings „auf Basis der Selbstauskünfte der Hersteller“ bewertet.

Die Verbraucherzentrale hat einen Leitfaden veröffentlicht, wie man seriöse Angebote bei den Gesundheitsapps von unseriösen Angeboten unterscheiden kann. Außerdem sollte die Software nur auf Anraten eines Arztes verwendet werden. Folgende Fragen helfen Ihnen, die Seriosität und den Nutzen einer App einzuschätzen:

(jw) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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