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Parabene stehen unter dem Verdacht, die Gesundheit zu gefährden - und trotzdem sind sie in vielen Pflegeprodukten enthalten.

Parabene in Kosmetika

Test von ARD-Team: Wie gefährlich sind Pflegeprodukte?

München - Viele Kosmetikartikel wie Duschgele oder Shampoos enthalten Konservierungsmittel - sogenannte Parabene. Wie gefährlich sie sind, zeigt der Test eines TV-Teams.

Tagescremes, Body Lotions, Shampoos - in den meisten Pflegeprodukten stecken Parabene. Sie verlängern die "Lebensdauer" der Kosmetik und verhindert, dass sich Keime, Pilze und Co. ansiedeln oder verbreiten. So weit, so gut! Jedoch stehen diese Konservierungsmittel seit Jahren in der Kritik: Parabene ähneln in ihrer Struktur dem weibliche Sexualhormon Östrogen und werden beim Duschen oder Cremen über die Haut vom Körper aufgenommen. Dort sollen sie Einfluss auf den Hormonhaushalt nehmen.

Studien und Konsequenzen

Anhand von Tests an Ratten konnten Forscher den Einfluss der Konservierungsmittel nachweisen. Bei den männlichen Tieren verringerte sich der Testosteronspiegel, wodurch ebenfalls die Anzahl an gesunden Spermien sank. Bei den weiblichen Nagetieren wurde ein vergrößerter Uterus festgestellt.

Auch bei Menschen wiesen Wissenschaftler Folgen von parabenhaltigen Produkten nach: Bereits im Jahr 2004 wurden bei einer britische Studie Substanzen der Konservierungsstoffe im Gewebe von Brustkrebspatientinnen gefunden. Diese Ergebnisse ließen damals den Verdacht zu, dass Parabene Brustkrebs auslösen können. Laut ÖKO-TEST sahen jedoch das Deutsche Krebsforschungszentrums (DKFZ) und "das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) [...] keinen ursächlichen Zusammenhang zwischen Parabenen und Brustkrebs" - dazu veröffentlichte das BfR auch eine Stellungnahme.

Die Vermutung, dass die Konservierungsstoffe in den Hormonhaushalt eingreifen, besteht aber weiterhin. Deshalb wurden mehrere Petitionen gegen die Verwendung von Parbenen ins Leben gerufen und kleinere Gesetzesänderungen durchgebracht: 2014 sprach die Europäische Union für fünf der Parabene ein Verbot aus. Dabei handelte es sich jedoch um eher seltene Stoffe. Die in Kosmetik häufig vorkommenden Konservierungsmittel Propylparaben und Butylparabe sind noch immer erlaubt. Wie die Stiftung Warentest berichtet, dürfen diese Parabene zwar nur in festgelegten Konzentrationen in Pflegeprodukten auftauchen, aber sie sind trotzdem nach wie vor enthalten. Seit dem Frühjahr 2015 sind die beiden Stoffe wenigstens in Kinderkosmetik durch die EU verboten worden.

TV-Team startet neue Offensive

Eine klare Aussage, dass Parabene garantiert unbedenklich sind, gibt es bislang nicht. Grund genug für das Team der Fernsehsendung Plusminus (ARD), in Kooperation mit dem Umweltbundesamt einen neuen "Angriff" gegen die Kosmetikindustrie und für eine Änderung der EG-Richtlinien zu starten. In einem Versuch mit fünf Testpersonen wollten sie herausfinden, "wie schnell Parabene in den Körper gelangen": Zuerst wurde durch eine Urinprobe der jeweilige Parabenwerte gemessen. Dann sollten die Probanden zwei Tage lang parabenhaltige Pflegeprodukte verwendeten. Eine anschließende Urinprobe gab Aufschluss darüber, wie sich die Werte im Körper verändert haben.

Das Ergebnis: "Fast alle haben schon vor Beginn des Versuchs Parabene im Urin. Doch nach dem Versuch haben die Probanden zum Teil extreme Spitzenwerte. Ein Tester beispielsweise hat vorher nichts im Urin, aber anschließend einen sehr hohen Wert. Ein anderer Proband fängt schon beim Doppelten des Durchschnitts an und geht dann sogar auf das Einhundertfache des Durchschnitts.", erklärte Dr. Marike Kolossa vom Umweltbundesamt.

Nach diesem gravierenden Resultat stellte das TV-Team den Industrieverband Körperpflege- und Waschmittel (IKW e.V.) zur Rede - seine Antwort: "Die Mengen, in denen Parabene aus kosmetischen Mitteln mit dem menschlichen Körper in Kontakt kommen, sind so gering, dass eine hormonähnliche Wirkung nicht eintreten kann."

Es bleibt ein bitterer Beigeschmack

Viele Wissenschaftler bleiben skeptisch bei der Frage, ob durch parabenhaltige Produkte der menschliche Körper geschädigt wird - so auch Marike Kolossa: "Wir haben nicht ein Paraben, sondern wir haben fünf, sechs Parabene im Körper. Wir haben außerdem noch ganz viele andere wie weibliche Hormone wirkende Schadstoffe im Körper und insofern haben wir eine systematische Unterschätzung der Gefährlichkeit unserer Chemikalienbelastung."

Allgemein sind die nachgewiesenen Parabenwerte bei Frauen höher, da sie meist mehr Kosmetika verwenden. Doch auch Männer sollten kritisch sein, denn die Konservierungsstoffe finden sich ebenso in Rasierschaum, Deos, Duschgels oder Zahncremes. Oft sind Parabene unter den Inhaltsstoffen nicht eindeutig und klar erkennbar. Gerne verstecken sie sich hinter anderen Bezeichnungen:

  • Hydroxybenzoesäure
  • Hydroxybenzoat
  • Metagin
  • Nipagin
  • Propagin
  • Parahydroxybenzoat
  • Oxybenzoesäure
  • Oxybenzoat

Wer sichergehen möchte und Parabene ganz meiden will, sollte darauf achten, dass ein Produkt explizit als parabenfrei deklariert ist oder direkt auf Naturkosmetik zurückgreifen. Aber auch hier ist darauf zu achten, dass statt Parabenen meist andere Konservierungsmittel enthalten sind.

Linda Carstiuc

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