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Massage-Öle und Emulsionen werden in die Haut einmassiert - so tut Aromatherapie richtig gut. Sie wird auch zur Vorbeugung und Behandlung von Krankheiten angeboten. Foto: Monique Wüstenhagen

Aromatherapie: Esoterik-Wellness oder Öl mit Potenzial?

Die Aromatherapie wird von manch einem als Quacksalberei angesehen. Allenfalls ein Wellnessfaktor wird ihr zugebilligt. Die Anwendung basiert eher auf Erfahrung als auf Wissenschaft - trotzdem haben die ätherischen Öle Potenzial.

Bochum (dpa/tmn) - Quacksalberei mit Wohlfühlfaktor? Oder ein echter Tausendsassa? Ätherische Öle werden seit der Antike angewendet, um das körperliche und psychische Befinden zu verbessern.

Inzwischen spielen duftende Pflanzenstoffe eine aus der Wellnesslandschaft nicht mehr wegzudenkende Rolle. Sie werden auch zur Vorbeugung und Behandlung von Krankheiten angeboten. Viele Anwendungen der sogenannten Aromatherapie beruhen allerdings allein auf Erfahrungen - es gint kaum wissenschaftliche Studien.

Die Öle werden eingeatmet, als Massage-Öle und Emulsionen in die Haut einmassiert, als Badezusatz in die Wanne gegeben, mit Wasserdampf inhaliert oder auch als Kapseln und Zäpfchen angewendet.

Zum Einsatz kommen sie zum Beispiel bei Entzündungen und Infekten, bei Erkältungen, Verdauungsproblemen, Appetitlosigkeit, Schmerzen oder Bluthochdruck. Aber auch Schlafstörungen, Befindlichkeitsstörungen und Depressionen oder Krankheiten wie Demenz sind Anwendungsgebiete der Aromatherapie. "Kein Schulmediziner wird heute mehr bestreiten, dass Eukalyptus- und Thymian-Öl eine große Hilfe bei Atemwegserkrankungen sind", sagt die Inhaberin der Aromatherapieschule AiDA Aromatherapy International in Glengarriff (Irland), Eliane Zimmermann. Alles Humbug?

Keinesfalls, sagt sie zumindest selbst. "Die Aromatherapie basiert auf Erfahrungswerten, die über Jahrzehnte gesammelt wurden - und heute gelingen immer mehr Nachweise darüber, wie die gesundheitlichen Wirkungen wissenschaftlich zu erklären sind."

Hanns Hatt ist Professor für Zellphysiologie an der Fakultät für Biologie und Biotechnologie der Ruhr-Universität Bochum und erforscht die Wirkweisen der Pflanzenessenzen. "Ätherische Öle sind natürliche Stoffgemische, die aus bis zu 500 unterschiedlichen Pflanzenstoffen bestehen", sagt Hatt. Bestimmte Effekte ließen sich über das Riechen erklären. Die Riechzellen senden Impulse in unser Gehirn. Düfte können unsere Stimmungen und Gefühle beeinflussen, angenehme Erinnerungen auslösen und Angst und Anspannung lösen.

Die Wirkungsweisen der Pflanzen-Öle sind vielfältig, ihre Erforschung steckt noch in den Kinderschuhen. Viele Anwendungen beruhen allein auf Erfahrungen. Dennoch offenbaren sich große Potenziale: zum Beispiel durch die antimikrobielle Wirkung vieler ätherischer Öle, gegen Krankheitserreger. Speziell bei Atemwegsinfekten ist die positive Wirkung gut erforscht. "Hier könnte der Einsatz ätherischer Öle dazu führen, den Verbrauch von Antibiotika zu reduzieren", sagt Rainer Stange, leitender Arzt der Abteilung Naturheilkunde des Immanuel Krankenhauses in Berlin und Präsident des Zentralverbands der Ärzte für Naturheilverfahren und Regulationsmedizin.

Im Klinikbereich sei die Aromatherapie insgesamt noch wenig etabliert, sagt Stange. Das liege unter anderem an Vorurteilen. Die Aromatherapie wird oft in der esoterischen Ecke gesehen. Zudem machten die Komplexität der natürlichen Öle und ihre unterschiedliche Qualität den Wirkungsnachweis nach wissenschaftlichen Kriterien schwer. Auch zu den Dosierungen fehlten für viele Anwendungen verlässliche Angaben. 

Stiftung Warentest zur Aromatherapie

Webseite AiDA

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