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Ja, ständiges Sitzen führt bei vielen zu Verspannungen. Moderndes Arbeiten kann aber auch schlimmere Auswirkungen haben.

Hier läuft was schief

Aus diesem verständlichen Grund lassen sich immer mehr Kollegen krankschreiben

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Immer mehr Unternehmen bieten angeblich flache Hierarchien und ein top Arbeitsklima. Die moderne Arbeitswelt birgt aber auch Schattenseiten. Eine aktuelle Umfrage klärt auf.

Die Arbeitswelt hat sich in den letzten Jahrzehnten immens verändert. Nicht nur durch die Digitalisierung. In vielen Firmen wird die Arbeit auf immer weniger Arbeitnehmer verteilt. Aus Firmensicht verständlich: Lohnkosten sind teuer. Doch für die einzelnen Arbeitnehmer wächst der Druck. Eine aktuelle Umfrage unter Arbeitnehmern kommt zu alarmierenden Ergebnissen.

Arbeitswelt 4.0: zu viel Arbeit, zu viel Druck

Erfüllende Arbeit, Multikulti-Unternehmen mit flachen Hierarchien und Mitarbeitern, die im Homeoffice arbeiten: So ist das perfekte Bild von der modernen Arbeitswelt. Die Realität sieht oft anders aus: Zu viel Leistungsdruck und ständige Erreichbarkeit durch Smartphone und E-Mails überfordern viele und fördern psychische Probleme.

Für die Studie "So arbeitet Deutschland" befragten die Personalberatung SThree und das Marktforschungsunternehmen YouGov über 1.500 Arbeitnehmern und Freelancer zu ihrer Arbeitssituation. Dabei kristallisierte sich heraus, dass das Thema psychische Gesundheit immer wichtiger - aber von Seiten der Arbeitgeber nicht wirklich ernst genommen wird.

Machen Sie mit bei der Umfrage zum Thema

Die wichtigsten Ergebnisse im Überblick:

  • 67 Prozent der Befragten sagen, dass durch die neue Arbeitswelt psychische Probleme zunehmen.
  • 77 Prozent fühlen sich im Job unter Druck gesetzt. 30 Prozent davon sehen die Schuld beim Chef, fast genauso viele allerdings auch bei sich selbst.
  • 70 Prozent der Befragten machen regelmäßig Überstunden. Die gute Nachricht: 76 Prozent davon erhalten einen finanziellen oder einen Freizeitausgleich.
  • 53 Prozent der Befragten arbeiten gelegentlich mehr als die gesetzlich festgelegte maximale Tagesarbeitszeit von zehn Stunden. 71 Prozent der Chefs wissen darüber Bescheid.

Depressionen: Deuten Sie dieses gefährliche Alarmsignal richtig.

Arbeitgeber muss psychische Beschwerden ernster nehmen

Die Folge von zu viel Druck und regelmäßigen Überstunden: Die Gesundheit und das Privatleben leiden. 63 Prozent der Befragten beobachten bei sich oder ihren Kollegen, dass mentale Beschwerden wie Burnout und Schlafstörungen ein großes Thema sind. Auch Krankmeldungen beweisen: Immer mehr Menschen gehen wegen psychischer Probleme zum Arzt und holen sich eine Krankschreibung.

Doch nicht nur psychische Krankheiten, auch Rückenbeschwerden oder Infektanfälligkeit lassen sich auf schlechte Arbeitsbedingungen zurückführen. Diese werden häufig nicht hinterfragt. Psychische Krankheiten dagegen stoßen oft auf Unverständnis. 71 Prozent der befragten Arbeitnehmer wünschen sich deshalb, dass psychische und physische Probleme gleich ernstgenommen werden.

Ausgeschlafen und trotzdem müde? Deuten Sie dieses Alarmsignal richtig.

Chefs müssen klar machen, was sie von ihren Mitarbeitern wollen

Gibt es einen Weg aus der Stress-Spirale? Die Studienteilnehmer meinen, dass der Chef für eine bessere Balance zwischen Arbeitsumfang und Zeit sorgen sollte. Auch klare Anweisungen würden helfen, den Leistungsdruck zu reduzieren. Und zu guter Letzt sind viele der Befragten einig: Chefs müssen ihre Erwartungen besser kommunizieren.

Das könnte Sie auch interessieren: Diese "unsichtbare" Epidemie soll 2020 zweithäufigste Todesursache sein.

Lesen Sie auch: Mehr psychische Krankheiten - warum gibt es keine psychologische Vorsorge-Untersuchung für alle?

jg

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